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Jahresringe: Grundgedanken über das Älterwerden mit geistiger Behinderung in geschützten Werkstätten von Braun, Anja (eBook)

  • Verlag: Diplomica
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Jahresringe: Grundgedanken über das Älterwerden mit geistiger Behinderung in geschützten Werkstätten

Die demographische Alterung beschäftigt Staat und Wirtschaft. Auch soziale Institutionen müssen sich mit diesem Thema befassen. Zum ersten Mal gibt es alternde Menschen mit Beeinträchtigung in grösserer Zahl - und kaum Vergleichswerte. Dieses Buch zeigt Gemeinsamkeiten und Besonderheiten von älter werdenden Menschen mit und ohne geistiger Behinderung auf. Insbesondere für den Arbeitsbereich finden sich Grundlagen und Handlungsansätze für die Begleitung von Menschen mit geistiger Behinderung vom Erwerbsleben in den Ruhestand. Möglichkeiten und Grenzen für die Begleiter/innen und für Institutionen werden ebenso beschrieben wie praktische Tipps für den Alltag, Anregungen für die Teamarbeit und Praxisbeispiele.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 75
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783836611688
    Verlag: Diplomica
    Größe: 3811 kBytes
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Jahresringe: Grundgedanken über das Älterwerden mit geistiger Behinderung in geschützten Werkstätten

Kapitel 9, Aspekte für den Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand in einer geschützten Werkstatt

Diese Aspekte beziehen sich nicht nur auf die Institution, in der ich arbeite. Sie beziehen sich jedoch hauptsächlich auf den Bereich Arbeit und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Anpassungen an die Bedürfnisse älterer Klient/innen: Zunächst sind die körperlichen Aspekte zu beachten, die sich aus dem biologischem Alterungsprozess ergeben. Als erforderlich sehe ich an: (1) Helle, klar strukturierte Räumlichkeiten mit Orientierungshilfen, (2) Rückzugsmöglichkeiten, Liegemöglichkeiten, (3) Sanitäre Anlagen mit Duschen in genügender Anzahl, (4) Arbeiten, die weniger Kraft und Ausdauer beanspruchen, (5) Vermeidung von zuviel Lärm, (6) Aus- und Weiterbildung des betreuenden Personals im Pflegebereich und in Gerontologie, (7) Erfassung der zu erwartenden Betroffenen in den nächsten 5-10 Jahren. (8) In Bezug auf die Werkstatt Fabrica wird eine andere Pausenregelung benötigt, zum einen, weil der Lift nicht mehr ausreicht, zum anderen, weil der Hilfsbedarf einiger Klient/innen gestiegen ist und insbesondere die Nachmittagspause mit 15 Minuten zu kurz ist. Der "Stau" an der Kaffeemaschine wäre damit vermeidbar, und somit auch der Stress, den dies für einige der älteren Klient/innen bedeutet.Die Bedürfnisse, die in der Befragung von Freese (Kapitel 5.3) genannt wurden und mit denen von Herrn F größtenteils übereinstimmten, sind trotz aller Vergleichbarkeit individuell und müssen erfragt werden.

Anpassungen an die Bedürfnisse der Klient/innen kann man jedoch vorbereiten mit: (1) Flexiblen Arbeitszeiten und einer flexiblen Ruhestandsregelung. Dies bedingt häufig die Neustrukturierung im Wohnbereich, aber auch eine hohe Flexibilität im Bereich Werkstatt. (2) Erfassung von Bedürfnissen und Ängsten in Bezug auf das Älterwerden bzw. den Ruhestand. Dies kann beispielsweise in der Erwachsenenbildung geschehen, aber auch im Wohnbereich. In der Werkstatt kann es Teil der Förderplanung sein, einen Menschen mit geistiger Behinderung auf den Ruhestand vorzubereiten. Wichtig ist hierbei darauf zu achten, dass alle mit dem bzw. der Klient/in arbeitenden über den Stand der Dinge informiert sind. (3) Ein alternatives Freizeitangebot - im Wohnheim, in der Gemeinde, mit Freiwilligen oder Angehörigen. Wichtig scheint auch die Ermöglichung des Erhalts der sozialen Kontakte in der Werkstatt.Anpassung der Begleitung älterer Klient/innen.

Auch in diesem Bereich sollten biologische Alterungsprozesse nicht ausser Acht gelassen werden. Insbesondere gilt das für das Gedächtnis und Lernen, die zwar dem psychologischen Altern zugehören, von biologischen Abbauprozessen jedoch beeinflusst werden. Es gibt einige konkrete Anpassungen, die in einer Werkstatt für Menschen mit Beeinträchtigung umgesetzt werden können: (1) Die Arbeiten müssen noch überschaubarer gemacht werden, klar gegliedert und nicht zu komplex sein. Auch das Anbieten von Stützen für das selbständige Handeln gehört zur Begleitung älterer Klient/innen. (2) Zeitdruck und Reizüberflutung wirken sich negativ auf das Lernen aus. (3) Das Erleben einer älteren Person mit geistiger Behinderung ändert sich möglicherweise, als Begleitung muss dem Rechnung getragen werden. Dazu gehört, dass Begleiter/innen empathisch auf das Erleben eingehen und die Person ernst nehmen. (4) Selbstbestimmung ermöglichen. Dazu gehören auch selbst gewählte Arbeiten, die möglichst in eigenem Rhythmus ausgeführt werden können. (5) Den Rahmen und den Spielraum neu überprüfen. Die Bedürfnisse älterer Klient/innen ändern sich.

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