text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Scheidungsväter Wie Männer die Trennung von ihren Kindern erleben von Amendt, Gerhard (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.08.2006
  • Verlag: Campus Verlag
eBook (ePUB)
20,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Scheidungsväter

Heute wird fast jede zweite Ehe geschieden, in mehr als der Hälfte davon gibt es Kinder. Zumeist leben die Kinder dann bei der Mutter, während Väter häufig um die Zeit mit ihren Kindern kämpfen müssen: Doch dieser Kampf lohnt sich, denn Kinder brauchen ihre Väter, so wie Väter ihre Kinder.

Gerhard Amendt ist Professor am Institut für Geschlechter- und Generationenforschung an der Universität Bremen und seit 2002 emeritiert. Seit 2000 befragte er in einem Forschungsprojekt mehr als 3 600 Scheidungsväter zu ihren Erfahrungen. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher zum Verhältnis der Geschlechter.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 308
    Erscheinungsdatum: 14.08.2006
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783593402888
    Verlag: Campus Verlag
    Größe: 3187kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Scheidungsväter

Wenn Kinder über die Beziehung entscheiden sollen - August S. Als August S. sich von seiner Frau trennte, war er gerade 30 Jahre alt. Heute, im Alter von 48 Jahren, beschäftigt ihn noch immer, was sich damals ereignet hat. Seine Gefühle und seine Träume werden weiterhin von der Frage beherrscht: War er ein guter Vater, war er überhaupt ein Vater und wie erlebte Daniela, seine Tochter, seine Art der Väterlichkeit? Den starken Wunsch, für seine Tochter da zu sein, hat August S. in all den Jahren seit der Scheidung nicht aufgegeben, und doch quält ihn, dass er keinen, geschweige denn einen selbstbewussten Weg gefunden hat, ihr ein Vater zu sein, den sie anerkennen kann und den sie liebt. In der Zeit nach der Trennung wurde August S. immer unsicherer, ob er Daniela, die nun bei der Mutter lebte, seine väterliche Zuneigung und Sorge überhaupt zeigen sollte und wenn ja, in welcher Form. Er sah sich vor eine wichtige Entscheidung gestellt. Doch diese für die Zukunft so bedeutsame Entscheidung traf er nicht selbst, sondern er überließ sie seiner Tochter. Sie sollte bestimmen, ob sie ihren Vater weiterhin sehen wollte. Daniela war zu dieser Zeit gerade 5 Jahre alt. Ungewöhnlich, wie diese Anforderung von August S. an seine Tochter war, hat sie sie gänzlich überfordert. So überließ er es ihr, darüber zu bestimmen, ob es für sie eine gemeinsame Zukunft mit ihrem Vater geben sollte. Das Mädchen entschied sich schließlich, aus einer plötzlichen Laune heraus, wie August S. berichtet, aus Missmut oder Enttäuschung in recht kindlicher Weise für den Rückzug vom Vater. Noch achtzehn Jahre nach dieser schmerzhaften Entscheidung ist August S. in gewisser Weise stolz, dass er der Tochter mit seinem Wunsch nach Väterlichkeit nicht zu nahe getreten ist und die Entscheidung der Fünfjährigen noch immer respektiert. August S. heiratete in sehr jungen Jahren seine Jugendfreundin, von der er sagt, dass sie mit großen psychischen Problemen belastet war. Nach der Geburt von Daniela verschärfte sich die Situation immer mehr. Immer wieder kam es zu längeren Klinikaufenthalten seiner Frau. August S. übernahm die Pflege des Kindes. Schließlich wurde ihm die Belastung zu groß und er beendete die Beziehung. Nach acht Jahren wurde die Ehe geschieden. 'Zum Zeitpunkt der Trennung war Daniela 4 Jahre alt. Es waren vier Jahre, in denen ich mich überwiegend um meine Tochter gekümmert habe. Daneben gab es die Krankheitsgeschichten mit meiner Frau. Mehrere Krankenhausaufenthalte mit langen Therapien und einer Zuspitzung nach wiederholten Selbstmordversuchen, die schon Zeichen an mich gewesen sind. So habe ich das jedenfalls verstanden. Aber ich konnte damit nicht umgehen. Zu diesem Zeitpunkt war ich selber in einer begleitenden Therapie. Und als meine Frau den letzten Versuch einer eigenen Therapie gar nicht erst begonnen hatte, war das für mich ein spontaner Entschluss zu sagen: ?Ich kann diese Beziehung nicht mehr halten!? Und das war dann ein sehr spontaner Bruch, aber einer, der eine Entscheidung nach einer langen Kette von immer wieder angestrengten Bemühungen ohne Ergebnis war. Und mir war die Trennung in dieser Situation nicht anders möglich als meine Sachen zu packen und zu gehen. Daniela ist zunächst bei meiner Frau geblieben.' Die Trennung verletzte Frau S. dermaßen, dass sie nicht bereit war, an einer einvernehmlichen Besuchsregelung mitzuwirken. Weil die Gespräche darüber sich als äußerst schwierig erwiesen, überlegte August S., das alleinige Sorgerecht zu beantragen. Dass er damals zögerte, diese Entscheidung zu treffen, bewertet er nachträglich als Fehler. 'Ich wollte das alleinige Sorgerecht für mich beantragen. Es hat auf Empfehlung sowohl des Anwaltes als auch eines Psychiaters, den wir herangezogen hatten, ein Beratungsgespräch gegeben. Daran nahm auch die Patentante meiner Tochter teil, zu der inzwischen schon lange jeglicher Kontakt abgebrochen ist. Wir haben sehr eingehend beraten und haben die Gefa

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen