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Vielfältiges Deutschland Bausteine für eine zukunftsfähige Gesellschaft

  • Erscheinungsdatum: 01.02.2014
  • Verlag: Verlag Bertelsmann Stiftung
eBook (ePUB)

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Vielfältiges Deutschland

Eine zukunftsfähige Gesellschaft, die einen anderen Umgang mit dem Thema 'Migration' kultivieren möchte als bisher, muss ihr Selbstverständnis verändern. Im 21. Jahrhundert tragen Konzepte nicht mehr, die ein nationales 'Wir' von einem fremden 'Die anderen' unterscheiden. Was aber trägt stattdessen? Aus fünf Blickwinkeln liefert 'Vielfältiges Deutschland' mögliche Antworten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Themenfeldern 'Identität', 'Willkommens- und Anerkennungskultur', 'Zuwanderungssteuerung' sowie 'Repräsentanz und öffentlicher Diskurs'. Es geht um Orientierungspunkte für eine im Wandel befindliche Gesellschaft, welche die Fehler zu vermeiden sucht, die in der sogenannten Gastarbeiterära begangen wurden und den Integrationsdiskurs in Deutschland jahrzehntelang belastet haben. Die neuen Konzepte müssen ein komplexes Bündel an politischen, kulturellen und administrativen Fragen beantworten. Zu vielen Aspekten gibt es konkurrierende Antworten und divergierende Interessen. Aber der neue integrationsfreundliche Ton in der Politik lässt uns diese Fragen konstruktiver diskutieren als in der Vergangenheit - wenn das bestmögliche Wissen und die belastbarste empirische Evidenz zum Maßstab werden für Richtungsentscheidungen in der Migrationspolitik.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 550
    Erscheinungsdatum: 01.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783867935678
    Verlag: Verlag Bertelsmann Stiftung
    Größe: 3520 kBytes
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Vielfältiges Deutschland

Einleitung

Deutschland hat ein zwiespältiges Verhältnis zur Einwanderung. Entsprechend unterliegt die gesellschaftliche Diskussion über Migrantinnen und Migranten seit Jahrzehnten mannigfaltigen Veränderungen. Dominierte die Debatten der 1990er-Jahre etwa noch die Angst vor der Überfremdung angesichts wachsender Flüchtlingsströme, ertönt heute, in Zeiten von Fachkräftemangel und überalternder Gesellschaft, plötzlich wieder der stetige Ruf nach qualifizierten Zuwanderern , ohne die Deutschland seinen Wohlstand riskiere.

Was auf den ersten Blick wie ein Fortschritt wirkt, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung eher als Akzentverschiebung, die sich weitgehend mit volkswirtschaftlichen Nützlichkeitsüberlegungen erklären lässt. Bereits in den 1950er- und 1960er-Jahren schwärmten Beamte nach Südeuropa aus, um ausländische Arbeitskräfte für die boomende Schwerindustrie zu gewinnen. Gastarbeiter auf Zeit wurden für Deutschland geworben – doch es kamen Menschen, die meist auf Dauer hier geblieben sind. Schon damals wurde ein Defizit sichtbar, das die Debatten trotz aller Wandlungen im Detail und in der Tonlage bis heute wie ein Schatten begleitet: Migrationspolitische Weichenstellungen unterliegen nur allzu oft kurzfristigen Kalkülen, während die langfristigen Folgen dieser Kalküle zu wenig in den Blick geraten.

Genau dieses fundamentale Missmanagement ist aber ein zentraler Grund dafür, dass der migrationspolitische Diskurs seit Jahrzehnten flankiert wird von einem monotonen Defizitdiskurs, in dem Migranten wahlweise mangelnde Integrationsleistungen, fehlende Integrationswilligkeit oder eine problematische Bildungsferne attestiert wird. Zugleich – auch das ein Ausdruck des erwähnten zwiespältigen Verhältnisses zur Einwanderung – ist unübersehbar, dass diesem Defizitdiskurs zum Trotz zivilgesellschaftliche Akteure und zunehmend auch staatliche Einrichtungen sich seit Ende der 1990er-Jahre intensiver darum bemühen, bessere Integrationsangebote für zugewanderte Menschen anzubieten. Langsam, aber stetig: Deutschland ändert sich.

Das Buch "Vielfältiges Deutschland" will Bausteine liefern für ein anderes, ein vielschichtiges Bild bundesdeutscher Wirklichkeit. Es will Orientierungspunkte skizzieren für eine im Wandel befindliche Gesellschaft, die ihre Zukunftsfähigkeit gerade in einem reflektierteren Umgang mit kulturellem Pluralismus gewährleistet sieht. In nur wenigen Jahren werden demographische Effekte Deutschland radikal verändern. Diese Veränderungen im gesellschaftlichen Gefüge sind Chance und Risiko zugleich. Einerseits mutiert die Gruppe der Zuwanderer mit Blick auf Arbeitsmarkt und Sozialsysteme allein schon aus nüchternem ökonomischem Kalkül zur begehrten Humanressource – Migrantinnen und Migranten gewinnen in Deutschland zunehmend Kontur als Leistungsträger. Andererseits birgt eine so tiefgreifende Veränderung einer Gesellschaft das Risiko krisenhafter Verläufe. Krisen aber sind erfahrungsgemäß ein Nährboden für restaurative öffentliche Diskurse – in denen Migranten zum Sündenbock für alles gemacht werden.

"Vielfältiges Deutschland" will vor dem Hintergrund einer präzisen Analyse vergangener Entwicklungen den Horizont skizzieren, in dem der Blick auf Migranten mehr zutage fördert als eine Humanressource – was sie zweifellos auch sind. Wenn eine zukunftsfähige Gesellschaft einen anderen Umgang als bisher mit dem Thema "Migration" kultivieren will, dann ist die ökonomische Perspektive zwar eine wichtige, aber eben nur eine Perspekti

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