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Werte lernen und leben Theorie und Praxis der Wertebildung in Deutschland

  • Verlag: Verlag Bertelsmann Stiftung
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Werte lernen und leben

Werte spielen in unserem Leben eine wichtige Rolle. Als Vorstellungen von Wünschenswertem geben sie uns Orientierung für unser Handeln und den Umgang miteinander. Für das Zusammenleben in einer offenen, vielfältigen und demokratischen Gesellschaft sind gemeinsam geteilte und gelebte Werte wie Gleichheit, Freiheit, Toleranz unverzichtbar. Zudem ist es für ein Leben in Vielfalt wichtig, mit unterschiedlichen Lebensstilen und Wertvorstellungen umgehen zu können. Wertebildung - als Prozess der Werteaneignung und Kompetenzentwicklung - ist daher für den Einzelnen und die Gesellschaft essenziell. Doch wie bilden sich Werte? Wie kann Wertebildung gezielt gefördert werden? Und wie sieht die gegenwärtige Praxis der Wertebildung in Deutschland aus? Die Beiträge in diesem Band antworten auf diese Fragen. Sie geben Einblicke in die Fachdebatte und in die Praxis der Wertebildung in Familie, Kita, Schule, Jugendarbeit und Peergroup. Pädagogische Konzepte und Methoden werden anhand von Praxisbeispielen vorgestellt und erläutert. Lebendige Einblicke in die Praxis geben fünf Interviews mit ausgewiesenen Experten. Aufbauend auf den Analysen und Beispielen formuliert der Band Empfehlungen für die Wertebildung in Deutschland. Ein Exkurs thematisiert die internationale Wertebildung.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 286
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783867937276
    Verlag: Verlag Bertelsmann Stiftung
    Größe: 2349 kBytes
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Werte lernen und leben

Einleitung

Werte spielen in unserem Leben eine wichtige Rolle. Als Vorstellungen von dem, was gesellschaftlich und persönlich wünschenswert ist, geben sie uns Orientierung und beeinflussen unser Handeln. Persönliche Wertvorstellungen sind maßgeblich dafür, wie wir unser Leben gestalten. Die in einer Gesellschaft geltenden Grundwerte wiederum bilden die Basis für das Miteinander und den sozialen Zusammenhalt.

Daher ist und bleibt Wertebildung für den einzelnen Menschen und die Gesellschaft essenziell. Für das Individuum steht die Entwicklung eines stabilen handlungsleitenden und identitätsprägenden Wertesystems im Mittelpunkt. Für die Gesellschaft ist vor allem die Weitergabe der für das Zusammenleben erforderlichen Grundwerte an die heranwachsende Generation entscheidend. Doch wie gelingt Wertebildung? Wie entwickeln sich Kinder und Jugendliche zu gemeinschaftsfähigen, eigenständigen und verantwortungsvollen Persönlichkeiten? Und wie können die Bildungsinstitutionen sie dabei unterstützen und so ihrem Auftrag der Werteerziehung gerecht werden? Diese Fragen müssen angesichts der Herausforderungen einer pluralistischen Gesellschaft neu beantwortet werden.

Wir diskutieren Wertefragen in unserer Gesellschaft heute zunehmend intensiv und kontrovers. Es scheint, als befänden wir uns gegenwärtig erneut in einer Phase, in der die Auseinandersetzung mit und über Werte an Relevanz und Brisanz gewinnt. Einwanderung und Integration werden etwa vermehrt unter dem Blickwinkel einer kulturellen Passung diskutiert und es wird darüber gestritten, ob der Islam überhaupt mit westlichen Werten vereinbar sei. Aber auch hinsichtlich des Status gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, des Beschneidungsverbots oder der Sterbehilfe prallen unterschiedliche Werte aufeinander und werden gegeneinander abgewogen. So wird beispielsweise einerseits mehr Toleranz gegenüber alternativen Lebensmodellen gefordert oder für Religionsfreiheit und Selbstbestimmung gestritten, andererseits wird auf die Unverletzlichkeit der Person verwiesen oder eine Rückbesinnung auf christliche Werte gefordert.

Aktuelle Herausforderungen im Bildungsbereich - Inklusion, wachsende soziokulturelle und religiöse Vielfalt in Klassenzimmern, die Einführung islamischen Religionsunterrichts oder Probleme des Sozialverhaltens wie Gewalt oder Extremismus - sind ebenfalls eng verbunden mit Fragen der Wertorientierung und Wertebildung sowie dem Beitrag, den Bildungseinrichtungen hier leisten können und sollten.

Die Ursachen für diese Aktualität und Brisanz von Wertefragen liegen in tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungsprozessen: Globalisierung, Migration, Individualisierung haben dazu beigetragen, dass unsere Gesellschaft heute deutlich vielfältiger ist als früher. Vor allem aber ist diese Vielfalt im Alltag sichtbar und fordert ihr Recht ein. Immer mehr Menschen nutzen ihre freiheitlich-demokratischen Grundrechte, um Beschränkungen, die sich aufgrund ihrer Lebensweise, ihrer Kultur, aber auch ihres Geschlechts ergeben haben, zu beseitigen. Heute leben in Deutschland Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen, mit unterschiedlichen Überzeugungen, Wertorientierungen und Lebensstilen zusammen. Entsprechend vielfältig sind die Vorstellungen davon, was persönlich oder gesellschaftlich wünschenswert ist und an welchen Werten der oder die Einzelne die eigene Lebensweise orientieren soll.

Fraglos bereichern diese Vielfalt und Wertepluralität unsere Gesellschaft. Zugleich fordern sie aber Gesellschaft und Individuum heraus: Das Leben der Menschen ist im Zuge von Modernisierungsprozessen komplexer und unübersichtlicher, chancen-, aber auch risikoreicher geworden. Zahlreiche Handlungsmöglichkeiten bieten Freiheiten, muten den Einzelnen aber auch größere Unsicherheiten und mehr Verantwortung zu. Die mitunter konkurrierenden Wertepräferenzen und Lebensstile führen zu Ambiguitäten, Spannungen und Konflikten, die Aush

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