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Wo gute Ideen herkommen. Eine kurze Geschichte der Innovation. von Müller, Philipp (eBook)

  • Verlag: Scoventa Verlag
eBook (ePUB)
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Wo gute Ideen herkommen.

Wo gute Ideen herkommen ist ein kluger und längst überfälliger Überblick zum Thema Kreativität und Innovation. In lebendigem Erzählstil schildert der Wissenschafts- und Bestsellerautor Steven Johnson den Werdegang großer technischer und geistiger Innovationen und beantwortet die Frage, wie aus einer vagen Ahnung eine nachhaltig erfolgreiche Idee wird. Er zeigt, wo und wie kreatives Denken entsteht und wie wir seine Geheimnisse für uns nutzen.

Steven Berlin Johnson (Jahrgang 1968) ist Wissenschaftsjournalist und Bestseller-Autor, Blogger und Mitbegründer von drei Online-Unternehmen. Bei Twitter hat er über 1,4 Millionen Follower. Er schreibt u.a. für die New York Times, The Wall Street Journal, Wired und andere Magazine. Er lebt mit seiner Frau und 3 Söhnen in Marin County, Kalifornien. Von ihm können wir definitiv lernen, wie man auf gute Ideen kommt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 330
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783942073134
    Verlag: Scoventa Verlag
    Größe: 1448kBytes
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Wo gute Ideen herkommen.

Darwins Paradoxon

4. April 1836. Der während der Regenzeit beständig über dem östlichen Indischen Ozean wehende Monsun lässt allmählich nach, und an seine Stelle treten ruhig-heitere Sonnentage. Das smaragdgrüne Wasser um die Kokosinseln, eine Inselgruppe etwa eintausend Kilometer westlich von Sumatra, die aus zwei kleinen Atollen und siebenundzwanzig Koralleninseln besteht, ist einladend ruhig und warm. Der weiße Korallensand lässt das Meer leuchten, und an einer Stelle ist die sonst oft harsche Brandung so niedrig, dass Charles Darwin unter dem weiten, blauen Tropenhimmel unbeschwert zum Rand des Korallenriffs waten kann, das die Insel wie ein Ring umgibt.

Stunde um Stunde verbringt er mal stehend, mal schwimmend auf dem vor Leben nur so wimmelnden Riff. Darwin ist zu diesem Zeitpunkt siebenundzwanzig Jahre alt und elftausend Kilometer von London entfernt. Inmitten des unergründlichen Ozeans, auf der Spitze eines unterseeischen Berges stehend, beginnt er, eine Theorie zu entwickeln, welche Kräfte diese Erhebung geschaffen haben könnten. Das Ergebnis dieser Überlegungen wird sich später als die erste große Entdeckung seiner wissenschaftlichen Karriere erweisen. Doch er geht auch anderen Gedanken nach, Ideen eher, noch vage und ohne Form, die sich schließlich zur größten intellektuellen Leistung des 19. Jahrhunderts herauskristallisieren werden.

Um ihn herum schimmert das Korallenriff, dazwischen huschen seine unzähligen Bewohner umher. Die Vielfalt ist überwältigend: Falterfische, Preußenfische, Papageienfische, Napoleonfische, Kaiserfische, golden schimmernde Fahnenbarsche, die über den brokkoliartigen Korallen Plankton fressen, Seeigel und Anemonen, die ihre Stacheln und Tentakel ins tropische Wasser strecken. Darwin ist entzückt von dem Anblick, aber sein Geist versucht bereits, das hinter der schillernden Fassade liegende Geheimnis zu ergründen. In dem vier Jahre später veröffentlichten Bericht über die Fahrt mit der Beagle wird Darwin schreiben: "Es mag einem Betrachter verziehen werden, wenn er schier überwältigt ist von der unendlichen Zahl organischer Lebewesen in der tropischen See, doch wie ich finde, ließen jene Naturforscher, die mit wohlbekannten Worten die mannigfaltige Schönheit der unterseeischen Grotten beschrieben haben, sich zu einer allzu überschwänglichen Sprache hinreißen."

Was Darwin die darauffolgenden Tage und Wochen beschäftigen wird, ist nicht "die mannigfaltige Schönheit der unterseeischen Grotten", sondern die "unendliche Zahl organischer Lebewesen". Flora und Fauna der Kokosinseln selbst sind äußerst karg. Außer Kokospalmen, Flechten und ein paar Gräsern gibt es fast nichts. "Die Liste der an Land lebenden Tiere", so Darwin, "nimmt sich sogar noch kläglicher aus als die der Pflanzen." Ein paar Eidechsen, nur sehr wenige echte Landvögel und die erst kürzlich hinzugekommenen Ratten, die mit den Schiffen der Europäer eingeschleppt wurden. "Der einzig dort heimische Vierfüßer ist das Schwein", notiert er geringschätzig. Doch nur wenige Meter von diesem trostlosen Habitat entfernt blüht das Leben zwischen den Korallenriffen in einer gewaltigen Vielfalt, wie sie sonst nur in den tropischen Regenwäldern zu finden ist. Und das ist das eigentliche Mysterium: Wie kann das Wasser rund um die Atolle Grundlage für so viele verschiedene Lebensformen sein? Nimmt man an einer beliebigen Stelle im Indischen Ozean eine Probe von, sagen wir, dreißigtausend Litern Wasser und analysiert sie auf vorhandenes Leben, wird man kaum mehr finden als Darwin auf dem Festland der Kokosinseln. Mit etwas Glück vielleicht ein Dutzend Fische -im Bereich des Riffs hingegen wären es mindestens tausend. Darwin vergleicht die Reichhaltigkeit des Ökosystems auf dem Korallenriff mit einer blühenden Oase in einer Wüste. Dieses Phänomen wird auch das "darwinsche Paradoxon" genannt. Damit ist der Widerspruch gemeint, wie in derart nährstoff

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