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Wirtschaftsthemen verständlich vermitteln Wie Sie mit ökonomischen Texten in Wissenschaft, Verwaltung und Unternehmen überzeugen von Hesse, Nils (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.11.2018
  • Verlag: Schäffer-Poeschel Verlag
eBook (ePUB)
25,99 €
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Wirtschaftsthemen verständlich vermitteln

Ökonomische Texte enthalten wichtige Botschaften. Nur leider kommen sie bei den Adressaten oft nicht richtig an. Einige Ökonomen machen sich gar nicht erst die Mühe, außerhalb der Wissenschaft gelesen und verstanden zu werden. Das Buch zeigt, wie wirtschaftswissenschaftliche Zusammenhänge erfolgreich vermittelt werden können: - Die Grundregeln verständlichen Schreibens werden anhand von Beispielen aus der ökonomischen Praxis veranschaulicht. - Konkrete Tipps helfen, abstrakte Marktprozesse, riesige Zahlenwüsten und komplexe Zusammenhänge verständlich, lebendig und greifbar zu machen.Ob wirtschaftswissenschaftliche Zusammenhänge und Ergebnisse über Blog-Beiträge, wissenschaftliche Papiere, Reden, Artikel, Skripte oder Pressemitteilungen transportiert werden sollen: Mit diesen Tipps kommen sie beim Leser an.

Dr. Nils Hesse, Volkswirt, Betriebswirt und Politologe, arbeitet als wirtschaftspolitischer Referent, Dozent für verständliches Schreiben und Autor. Zuvor hat er unter anderem als Referent im Bundeskanzleramt und beim Bundesverband der Deutschen Industrie, als Economic Analyst bei der EU-Kommission und als Redenschreiber im Bundeswirtschaftsministerium gearbeitet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 171
    Erscheinungsdatum: 22.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783791042961
    Verlag: Schäffer-Poeschel Verlag
    Größe: 1252 kBytes
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Wirtschaftsthemen verständlich vermitteln

2   Verständlich schreiben

"Hohe Bildung kann man dadurch beweisen, dass man die kompliziertesten Dinge auf einfache Art zu erläutern versteht."

George Bernhard Shaw

Die Frage, was einen verständlichen und gut lesbaren Text ausmacht, wird seit Jahrzehnten wissenschaftlich untersucht. Auch wenn sich dabei verschiedene Konzepte entwickelt haben, sind sich die Forscher im Kern über die entscheidenden Merkmale verständlicher Texte einig. Die Hamburger Psychologen Tausch, Langer und Schulz von Thun haben in den 1970er-Jahren vier Merkmale bzw. Dimensionen identifiziert, von denen die Verständlichkeit eines Sachtextes abhängt:

 

Einfachheit: Nutzen Sie einfache, anschauliche Wörter und kurze, überschaubare Sätze. Notwendige, ungewöhnliche Fremdwörter und Fachbegriffe sollten Sie erklären. Werden Sie, wo immer es geht, konkret. Gerade weil ökonomische Texte meist komplexe Inhalte transportieren, ist Einfachheit ein entscheidender Erfolgsfaktor.

 

Gliederung und Ordnung: Ihre Argumente bauen logisch aufeinander auf und folgen einem roten Faden. Die innere Ordnung des Textes sollte sich durch Absätze, Zwischentitel, Gliederungspunkte, Hervorhebungen und Zusammenfassungen auch in der äußeren Gliederung widerspiegeln.

 

Kürze: Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche. Aber übertreiben Sie es nicht. Zum Wesentlichen gehören auch mal ein gedanklicher Zwischenschritt oder ein wenig Redundanz, wenn sie zur Verständlichkeit beitragen.

 

Zusätzliche Anreize: Beispiele, Bilder, Zitate, Fragen oder die direkte Ansprache erwecken einen Text zum Leben, lesen sich angenehm und transportieren den Inhalt meist zielsicher. Doch auch bei den zusätzlichen Anreizen gilt: nicht übertreiben. Wenn der Leser vor lauter Beispielen die eigentliche Aussage nicht mehr erkennt, haben Sie die Dimension übererfüllt.

Das Hamburger Verständlichkeitskonzept wurde mehrfach durch Studien empirisch bestätigt. Auf die vier Merkmale des Konzepts werden wir uns in diesem Kapitel immer wieder beziehen. Ganz konkret werden wir sie in Kapitel 2.6 "Die richtige Kontrolle" wieder aufgreifen. Denn das Hamburger Verständlichkeitskonzept eignet sich hervorragend zur Analyse von Texten.

2.1   Die Kernbotschaft für den Leser
2.1.1   Zielleser finden

Ein Text spricht nicht zur Sache, sondern zum Publikum. Für ökonomisches Wissen gibt es ganz unterschiedliche Zielgruppen: Schüler, Studenten, Wähler, Kunden, Journalisten, Politiker, Beamte, Aktionäre, Investoren, Zeitungsleser. Sie unterscheiden sich ganz erheblich in ihren Interessen, ihrem Vorwissen, ihrer Haltung, ihren Erfahrungen, ihrer politischen Einstellung, ihrem Leseverhalten, ihren Wünschen, Sorgen und Ängsten, ihren Eigeninteressen oder ihrem Humor.

Stellen Sie sich einen prototypischen Leser Ihres Textes genau vor. Zum Beispiel eine VWL-Studentin im zweiten Semester, die gerade durchs Internet surft und überlegt, ob sie nicht doch etwas anderes studieren soll, und über ihren Blogbeitrag stolpert. Oder Ihre Abteilungsleiterin, die sich mit ihrem Vermerk schnell einen Überblick über die konjunkturelle Lage in den USA verschaffen will.

Vermuten Sie bei Ihrem Ziel-Leser lieber etwas zu wenig als etwas zu viel Wissen. Für diesen Leser schreiben Sie jetzt konsequent den ganzen Text. Finden Sie einen Ton, der den Leser anspricht, ohne sich anzubiedern. Wenn Sie als älterer Autor für jugendliche Leser schreiben, müssen Sie nicht krampfhaft die Jugendwörter des Jahres einflechten. Einfache, schlichte, authentische Wörter sind die bessere Wahl. Zum richtigen Ton gehört auch eine angemessene fachliche Tiefe. Am Anfang ein Unternehmen ohne weitere Erläuterung als Stack

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