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Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht Was Ärzte und Bevollmächtigte für Sie in einem Notfall tun sollten von Klinger, Sven (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.03.2016
  • Verlag: Linde Verlag Wien Gesellschaft m.b.H.
eBook (ePUB)
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Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

Für alle Fälle vorsorgen

Niemand ist davor sicher, im Fall von Pflege- oder Betreuungsbedürftigkeit seine Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln zu können. Nur mittels Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht können Betroffene ihre Behandlungswünsche verbindlich festlegen und eine Amtsbetreuung vermeiden. Oberstes Gebot ist dabei die Achtung des Patientenwillens. Betreuer und Bevollmächtigte sind an die schriftliche Patientenverfügung des Betroffenen gebunden. In der aktualisierten Neuauflage ihres Ratgebers erklären Fachanwälte, was bei der Abfassung von Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht beachtet werden muss.

Sven Klinger, Fachanwalt für Erbrecht in Schwerin, testierter Testamentsvollstrecker, Gründungsmitglied des Netzwerks Deutscher Testamentsvollstrecker e.V.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 136
    Erscheinungsdatum: 08.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783709407509
    Verlag: Linde Verlag Wien Gesellschaft m.b.H.
    Größe: 719 kBytes
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Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

Kapitel 3

Die Vorsorgevollmacht

Jeder Mensch kann vorübergehend oder auf Dau er die Fähigkeit verlieren, den eigenen Willen zu äußern, Entscheidungen zu treffen und Geschäf te abzuschließen.

Bei älteren Menschen geht die mangelnde Einsichts-, Einwilligungs- und Geschäftsfähigkeit häufig auf Demenz-Erkrankungen zurück. Manchmal wird ein Patient von den Ärzten sogar aus therapeutischen Gründen für einige Wochen in einen Zustand der Bewusstlosigkeit ("künstlicher Tiefschlaf") versetzt, so dass er während dieser Zeit nicht geschäftsfähig ist. Auch jüngere Menschen können durch Unfall, Drogenmissbrauch und psychische Erkrankungen die Geschäftsfähigkeit verlieren.

Es spielt keine Rolle, aus welchen Gründen jemand seine Angelegenheiten nicht mehr regeln und keine Geschäfte mehr betreiben kann: Wer für diesen Fall nicht vorsorgt, kann sich selbst, sein persönliches Umfeld und seine Firma in erhebliche Schwierigkei ten manövrieren. Ein Geschäftsmann, der krankheits bedingt einige Wochen keine Verträge unterzeichnen kann und nicht dafür gesorgt hat, dass andere für ihn stellvertretend handeln können, geht das Risiko ein, dass seine Firma keine Aufträge annehmen kann, völ lig unnötig in Turbulenzen gerät und im schlimmsten Fall Insolvenz anmelden muss.
Angehörige ohne Entscheidungsbefugnis

Auch die Angehörigen stehen häufig vor unlösbaren Problemen, wenn eine Person unfall- oder krank heitsbedingt die eigenen Angelegenheiten nicht mehr regeln kann. Ist die Ehefrau, die sich um finanzielle Dinge nie gekümmert hat, nicht berechtigt, auf die Konten des berufstätigen Ehemanns und "Finanzmi nisters" zuzugreifen, kann sie die Rechnungen nicht bezahlen und keine notwendigen Einkäufe erledigen, weil die Bank ihr konsequent die Möglichkeit ver weigert, Geld zu überweisen oder abzuheben. Erst dann, wenn sie vom Betreuungsgericht nach vie len Wochen oder gar Monaten zur Betreuerin bestellt ist, erlangt sie die Möglichkeit, mit dem Geld auf dem Konto des Ehemanns zu wirtschaften.

Wird eine andere Person zum Betreuer bestellt, kann die se der Ehefrau erneut erhebliche Schwierigkeiten ma chen, zum Beispiel bestimmte Ausgaben verweigern.

Die Angehörigen haben, sofern sie keine Vollmacht und/oder Patientenverfügung vorlegen können, nur eingeschränkten Einfluss auf die medizinische Be handlung eines Unfallopfers oder eines Erkrankten. Zwar können und sollen die Ärzte mit den nahen Ver wandten sprechen und sie informieren. Jeder Arzt wird auch zusammen mit den Verwandten nach einer einvernehmlichen Lösung suchen. Doch im Konflikt mit dem Arzt ziehen die Angehörigen immer den Kürzeren. Der Arzt trägt eine große Verantwortung, er kann sich über den Willen der Angehörigen hinwegsetzen und sich für die aus seiner Sicht optimale Therapie entscheiden, solange es niemanden gibt, der die juristisch einwandfreie Befugnis nachweisen kann, dass er stellvertretend für den Patienten Ent scheidungen über die medizinische Behandlung oder deren Abbruch treffen kann.

Ähnliches gilt für die Pflege. Die Angehörigen ha ben nur geringe Möglichkeiten, auf die Art der Pfle ge Einfluss zu nehmen, wenn sie ohne Vollmacht der pflegebedürftigen Person auftreten. Gegen die heute in zahlreichen Einrichtungen oft aus wirtschaftlichen Gründen praktizierte "08/15-Not-Pflege" können sie letztlich nichts tun, wenn sie nicht ausdrücklich be fugt sind, für den Betroffenen Entscheidungen zu treffen, der Einrichtung klare Vorgaben zu machen und über den Aufenthaltsort des Pflegebedürftigen zu bestimmen.
Betreuer und Betroffene

Wenn ein Erwachsener nicht mehr für sich selbst sor gen und Entscheidungen treffen kann oder seine Ein sichtsfähigkeit deutlich vermindert ist, bestellt das Betreuungsgericht nach Einholung eines amtsärztlichen Gutachtens und einer Anhörung des Betroffenen einen Betreuer. Das sind in etlichen Fäl len nahe Verwandte, sofern der Richter zu dem Schluss kommt,

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