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Mein Pflichtteil Mein Anteil am Erbe von Bornewasser, Ludger (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.08.2016
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
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Mein Pflichtteil

So viel steht Ihnen zu am Nachlass! Sie sind enterbt oder sehen eine konkrete Gefahr? Lernen Sie Ihre Rechte kennen, sowohl was Pflichtteil und Pflichtteilsergänzungsanspruch betrifft als auch Sicherung und Durchsetzung Ihrer Rechte. Anschaulich mit vielen Beispielen, Mustern und Tipps, einem Glossar zu den wichtigsten Begriffen sowie einem ausführlichen Sachverzeichnis für den schnellen, gezielten Zugriff. Die Schwerpunkte: - Pflichtteilsanspruch, Berechtigte, Quote und Wert - Pflichtteilsergänzungsanspruch - Auskunft und Wertermittlung - Verhalten bei Strafklauseln - Fälligkeit und Verjährung - Verzicht, Entziehung und Unwürdigkeit - Gerichtliche Durchsetzung.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 127
    Erscheinungsdatum: 26.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406699580
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Größe: 995 kBytes
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Mein Pflichtteil

29 Voraussetzung des Pflichtteilsanspruchs

Ein Pflichtteilsanspruch entsteht nur dann,

wenn der Pflichtteilsberechtigte durch Verfügung von Todes wegen völlig enterbt wurde (siehe unten),
oder die zugewandte Erbquote kleiner als die Pflichtteilsquote ist (siehe Seite 33).
oder der zugewandte Erbteil beschränkt oder beschwert wurde (siehe Seite 34), Der enterbte Pflichtteilsberechtigte

Notwendige Voraussetzung für einen Pflichtteilsanspruch ist, dass der Pflichtteilsberechtigte auf Grund einer Verfügung von Todes wegen wirksam von der Erbfolge ausgeschlossen ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Pflichtteilsberechtigte ausdrücklich enterbt wurde, oder ob der gesamte Nachlass einer anderen Person zugewendet wird.
Enterbung durch Testament

Für die Frage der Enterbung ist es ohne Bedeutung, ob der Erblasser ein handschriftliches oder ein notarielles Testament verfasst hat. Auch ein sog. Negativ - Testament, das heißt die Bestimmung, dass eine Person nicht Erbe werden soll, beinhaltet eine wirksame Enterbung.
30 Enterbung durch ein gemeinschaftliches Testament

Ein gemeinschaftliches Testament kann nur von Ehegatten oder Lebenspartnern einer eingetragenen Lebenspartnerschaft errichtet werden. Typischerweise setzen sich die Ehegatten jeweils gegenseitig zu alleinigen sog. Vollerben ein (erster Todesfall) und bestimmen Dritte, die sog. Schlusserben für den Fall des Todes des Zuletztversterbenden (zweiter Todesfall). Da bei dieser gegenseitigen Einsetzung zu Alleinerben der überlebende Ehegatte Vollerbe wird, bedeutet dies zugleich die Enterbung der Abkömmlinge auf den ersten Todesfall.

Häufig finden sich in gemeinschaftlichen Testamenten sogenannte "Pflichtteilsstrafklauseln" mit dem Inhalt, dass für den Fall, dass ein Abkömmling beim ersten Todesfall gegenüber dem überlebenden Ehegatten seinen Pflichtteil geltend macht, dieser dann auch beim Todesfall des überlebenden Ehegatten auf den Pflichtteil beschränkt wird (siehe Seite 93).

Beispiel

Die Ehegatten haben in einem gemeinschaftlichen Testament verfügt, dass sie sich wechselseitig als Alleinerben einsetzen. Als Schlusserben bestimmen sie ihren einzigen Sohn (S). Hinsichtlich der Schlusserbeneinsetzung soll keine Bindung für den überlebenden Ehegatten bestehen. Weiter besteht eine Pflichtteilsstrafklausel. S macht bei dem Tod der Mutter seinen Pflichtteil gegenüber seinem Vater nicht geltend, da er davon ausgeht, später durch die Schlusserbeneinsetzung Alleinerbe nach dem Vater zu werden. Nach fünf Jahren lernt der Vater eine neue Lebensgefährtin kennen, die er in einem weiteren Testament als Alleinerbin einsetzt. 31 Bei dem Tod des Vaters erhält S "nur" noch den Pflichtteil für diese Enterbung. Der Pflichtteilsanspruch hinsichtlich der Enterbung bei dem Tod der Mutter ist verjährt (zur Verjährung siehe Seite 96). Hätte S gleich nach dem Tod der Mutter seinen Pflichtteil geltend gemacht, hätte er aufgrund der Pflichtteilsstrafklausel auch nur den Pflichtteil auf den zweiten Todesfall erhalten. Aber S hat die Geltendmachung auch in dem falschen Glauben unterlassen, Alleinerbe zu werden. Damit hat er im Ergebnis einmal den Pflichtteilsanspruch verloren.

Tipp für den Pflichtteilsberechtigten

Bevor ein Abkömmling den Pflichtteil geltend macht, muss auf jeden Fall überprüft werden, ob sich in den testamentarischen Verfügungen Pflichtteilsstrafklauseln finden. Ein Verstoß gegen eine Pflichtteilsstrafklausel ist nicht "heilbar". Weiter ist zwingend zu prüfen, ob die den Erben des längerlebenden Elternteils begünstigende Schlusserbenstellung endgültig bindend ist. Nur in diesem Fall kann sich der Pflichtteilsberechtigte sicher sein, auf jeden Fall Erbe des längerlebenden

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