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Was Eltern wissen sollten Rechtsfragen im Alltag mit Kindern von Kokott-Weidenfeld, Gabriele (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.11.2015
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
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Was Eltern wissen sollten

Ein Kind kommt zur Welt: Welche Rechtsfragen kommen auf die Eltern zu? Welche Rechte und Pflichten haben sie gegenüber ihrem Kind? Was ist, wenn Vater und Mutter sich nicht einig sind? Wie ist die Rechtslage, wenn sie sich trennen? Wer ist für den Lebensunterhalt des Kindes zuständig? Welche Rechte haben Eltern gegenüber Erziehern und Lehrern? Wie weit geht der Einfluss der Eltern beim Umgang mit Geld, bei Freunden u.v.a.m. Dieser Ratgeber bietet in verständlicher Sprache eine Orientierung im Dschungel der rechtlichen Regelungen und gibt Antworten und Rechtshilfen für die typischen Fragestellungen im Lebensalltag von Eltern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 348
    Erscheinungsdatum: 19.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406676918
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Größe: 4917 kBytes
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Was Eltern wissen sollten

77 2. Kapitel

Erziehung in der Familie

I. Rechte und Pflichten der Eltern

1. Was bedeutet elterliche Sorge?

Die wichtigste Rechtsposition für die Eltern ist das Sorgerecht für ihr Kind. Dieses Recht, das gleichzeitig eine Verpflichtung enthält, steht den Eltern grundsätzlich gemeinsam zu. Es kommt dabei nicht darauf an, ob sie miteinander verheiratet sind oder nicht.

Das elterliche Sorgerecht hat in erster Linie zum Ziel, das Kind zu schützen. Damit wird die Befugnis begründet, dass Eltern als Inhaber der elterlichen Sorge alle Entscheidungen für das Kind treffen dürfen.

Mit dem Sorgerecht haben Eltern das Recht und die Pflicht für ihr Kind zu sorgen. Sie sind für die Pflege und Erziehung des Kindes zuständig und verantwortlich. Dieses Recht wird den Eltern bereits durch das Grundgesetz garantiert, Art. 6 Abs. 2 S. 1 GG. Eltern sollen frei, ohne staatlichen Einfluss nach ihren Vorstellungen entscheiden können, wie sie ihrer Elternverantwortung gerecht werden. Die Verfassung gibt den Eltern nicht vor, wie sie ihr Kind erziehen sollen, sondern die Eltern entscheiden selber über ihren Erziehungsstil, über Zielsetzung und Methode ihrer Erziehungsarbeit mit ihrem Kind. Es besteht also ein Erziehungsvorrecht für die Eltern als ihr höchstpersönliches Recht, das nur sie selbst an andere wie Erzieher oder Lehrer weitergeben können (siehe dazu die Kapitel 3 und 4).

78 Die wesentliche Begriffserklärung zur elterlichen Sorge findet sich in den Paragrafen des BGB, 1626 ff. Bei der elterlichen Sorge geht es um die alltäglichen Details.

Hinweis

Es geht um Wahrung der

körperlichen
geistigen
seelischen
sozialen
wirtschaftlichen
Interessen des Kindes und um sein diesbezügliches Wohlbefinden.

Die elterliche Sorge umfasst nach 1626 BGB die nachfolgend aufgelisteten drei wesentlichen Bereiche.

Inhalt der elterlichen Sorge, 1626 ff. BGB

Personensorge, 1631 ff. BGB
Vermögenssorge, 1638 ff. BGB
Gesetzliche Vertretung, 1629 BGB
Die Personensorge bezieht sich auf sämtliche Angelegenheiten, die die Person des Kindes betreffen. Es geht um die Pflicht und das Recht der Eltern, für das leibliche, sittliche, geistige und seelische Kindeswohl zu sorgen.

Als wichtigste Bereiche der Personensorge lassen sich nennen:

Sorge für die unmittelbaren Bedürfnisse des Kindes (Essen, Wohnen, Kleidung),
Pflege des Kindes,
Erziehung des Kindes,
Aufsicht über das Kind,
Aufenthalt des Kindes bestimmen,
Sorge für die Gesundheit des Kindes,
79 Bildung des Kindes (Auswahl von Schule und Ausbildung),
Religiöse Kindererziehung,
Vertretung des Kindes bei Rechtsgeschäften, die sich auf den persönlichen Bereich beziehen.
Der Gesetzgeber hat den Eltern für die Ausübung der Personensorge gewisse Grenzen gesetzt, man spricht in diesem Zusammenhang von Schranken der elterlichen Sorge.

Schranken der elterlichen Sorge

das Kind als Grundrechtsträger nach Art. 1 und Abs. 2 GG: Menschenrechte und Persönlichkeitsschutz
Berücksichtigung der wachsenden Fähigkeiten des Kindes, 1626 Abs. 2 BGB
Berücksichtigung des wachsenden Bedürfnisses zu selbstständigem Handeln, 1626 Abs. 2 BGB
Einbeziehung des Kindes nach seinem Entwicklungsstand, 1626 Abs. 2 BGB
zeitliche Begren

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