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Sterbehilfe - Erlösung oder Verbrechen? Rechtliche Aspekte eines kontroversen Problems von Nunninger, Ferda (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.02.2014
  • Verlag: Science Factory
eBook (ePUB)
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Sterbehilfe - Erlösung oder Verbrechen? Rechtliche Aspekte eines kontroversen Problems

Fachbuch aus dem Jahr 2014 im Fachbereich Jura - Sonstiges, , Sprache: Deutsch, Abstract: Carine (43) aus Belgien ist nach einem Schlaganfall pflegebedürftig und will sterben. Darf sie über ihren Tod selbst bestimmen? Dürfen ihre Ärzte ihr dabei helfen? Ist eine solche Hilfe ein humaner Akt der Liebe oder ist es Mord? Seit Jahrzehnten wird das Thema Sterbehilfe kontrovers diskutiert. Neben zahlreichen ethischen Bedenken herrscht auch rechtliche Unsicherheit. Der vorliegende Band klärt die Begrifflichkeiten, beleuchtet die Debatte um die Sterbehilfe anhand von Fallbeispielen und erläutert die Rechtslage im europäischen Raum. Aus dem Inhalt: Aktive und passive Sterbehilfe Umgang mit Menschenrechten Die Rechtslage in Europa Fallbeispiele

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 156
    Erscheinungsdatum: 10.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783656589228
    Verlag: Science Factory
    Größe: 369 kBytes
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Sterbehilfe - Erlösung oder Verbrechen? Rechtliche Aspekte eines kontroversen Problems

Fallbeispiel: "Carine, 43, lässt sich töten"

Anhand eines Fallbeispiels soll die Problematik der Verknüpfung der aktiven Sterbehilfe mit einer anschließenden Organspende erläutert werden. Nicht nur allein die Tatsache, dass die aktive Sterbehilfe erstmalig mit einer Organspende verbunden wurde, macht diesen Fall so brisant. Es wurde nämlich, gerade aufgrund der Brisanz der Kombination, um Aufsehen zu vermeiden, mit höchster Vorsicht gearbeitet. Und trotz dieser Vorsicht lassen sich gravierende Mängel feststellen, welche die Ängste der Legalisierungsgegner bestätigen könnten. Es handelt sich bei diesem Fall um eine 43-Jährige sogenannte Frau Carine Geerts [119] aus Belgien. Dass in Belgien die aktive Sterbehilfe auch bei Patienten durchgeführt werden darf, die aufgrund ihrer Krankheit den Tod nicht unmittelbar erwarten, habe ich bereits erwähnt. Die Begutachtung, ob die Patientin entscheidungsfähig ist und ob der Sterbewunsch berechtigt ist, muss im Unterschied zu einem Sterbenskranken von drei Ärzten durchgeführt werden statt nur von zwei. Carine hätte mit ihrer Behinderung etliche Jahre länger leben können. Was war also der Grund für Carine, sich töten zu lassen? Das Leben dieser Frau wird in diesem Zeitungsartikel nach den Erzählungen ihres Hausarztes so dargestellt, dass die Frau bis zur Scheidung von ihrem Mann ein beneidenswertes Leben gehabt hätte. Danach hätte sie zwar einige jobtechnische und finanzielle Schwierigkeiten erlebt, aber dennoch hätte sie bis zu ihrer Krankheit ein sehr bewegtes und turbulentes Leben geführt. Laut der Krankenakte kam sie erstmalig am 07.11.2003 mit einem aktuellen Kopfschmerzanfall zu ihrem Hausarzt, eine Woche später wurden zusätzlich Sehstörungen und Bluthochdruck dokumentiert. Nach dem Blutdruckanstieg verfällt sie ins Koma und erwacht mit schweren Hirnschäden. Sie erhält sieben Monate Therapie in der Klinik und sieben Monate ambulante Behandlung. [120] Sie ist körperlich stabil, jedoch pflegebedürftig: "Sie kann sich nicht alleine waschen, nicht ankleiden, nicht zur Toilette gehen, kein Essen zubereiten. Ihr linker Arm ist teilweise gelähmt und lässt sich nur unter Schmerzen bewegen. In der Klinik hat sie wieder gelernt, zu gehen und Treppen zu steigen, doch sie braucht Begleitung. Ihr Sehzentrum ist geschädigt. Carine kann Bilder nicht mit Handlungen verknüpfen, es fehlt ihr die räumliche Orientierung. Obwohl die Wände in ihrer Wohnung zur besseren Orientierung mit bunten Punkten markiert sind, stößt sie an, wenn ihr niemand hilft." [121] Nach nur 14 Monaten Therapie und gewissen Fortschritten seien die Möglichkeiten der Rehabilitation bei ihrem Krankheitsbild nach dem Psychiater Manfred Wolfersdorf, der diesen Fall überprüft habe und ein renommierter Spezialist für Depression und Suizidvorbeugung ist, nicht ausgeschöpft gewesen. Er erläutert, dass allgemein bekannt ist, dass viele Patienten nach einem Schlaganfall eine in den ersten zwei Jahren äußerst schlimm verlaufende Depression bekommen. Es vergehen aber keine zwei Jahre, genaugenommen nur 14 Monate, vom Krankheitsbeginn bis zu dem selbstbestimmten Tod dieser Frau. Sie wird am 29. Januar 2005 durch aktive Sterbehilfe getötet. Nach Manfred Wolfersdorf hätte die Patientin dringend eine längerfristige intensive und vor allem ganzheitliche Therapie und Begleitung gebraucht. [122] Die Tatsache, dass vom Krankheitsbeginn bis zu ihrem Tod nur 14 Monate vergingen, dass sie Antidepressiva nahm, dass ihre erste Willenserklärung getötet zu werden mit dem Todestag ihrer besten Freundin zusammenfiel, scheint niemanden irritiert zu haben. Im Gegenteil beschwört der die aktive Ste

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