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'Arabischer Frühling' - (K)eine Chance für Demokratie in der arabischen Welt? - eine Fallanalyse zu Tunesien und Syrien Ergebnisse einer Masterarbeit von Waldschmidt, Antje (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.02.2016
  • Verlag: Books on Demand
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'Arabischer Frühling' - (K)eine Chance für Demokratie in der arabischen Welt? - eine Fallanalyse zu Tunesien und Syrien

In dieser wissenschaftlichen Arbeit wird die Revolutionsbewegung der letzten 4 Jahre seit Ausbruch des sogenannten 'Arabischen Frühlings' in den Kontext der Demokratisierungsforschung gestellt. Zielsetzung ist es, die Gründe zu benennen, warum der Arabische Frühling, der anfänglich insbesondere in der westlichen Forschungs- und Medienlandschaft als Hoffnungsträger eines Frühlings der Demokratie galt, keinen Regionen übergreifenden Demokratisierungsprozess in den arabischen Staaten eingeleitet hat, beziehungsweise zu derart unterschiedlichen 'Ergebnissen' geführt hat. Von den 17 - mehr oder weniger stark - betroffenen Ländern des Arabischen Frühlings, in denen sich ein Großteil der Bevölkerung gegen Unterdrückung und soziale Ungerechtigkeit erhob, werden zwei relevante Fallbeispiele, namentlich Tunesien und Syrien, für den qualitativen Vergleich gewählt. Mithilfe des theoretischen Rüstzeugs der Transitionsforschung soll zum einen untersucht werden, ob und wie der Arabische Frühling einen Demokratisierungsprozess in den beiden Fallbeispielen eingeleitet hat und zum anderen, welche internen und externen Faktoren zu einer Verhinderung, beziehungsweise Umsetzung, der Reformprozesse geführt haben. Diese Arbeit ist die Masterthesis der Autorin und wurde im August 2015 in gekürzter Form an einer deutschen Universität eingereicht. Jeglicher Erlös, den die Autorin durch den Verkauf dieses Werks über BoD erzielt, wird ohne Abzüge einer Notunterkunft für Flüchtlinge in Berlin - der NUK Friedrichshagen - zugutekommen.

Antje Waldschmidt studierte ihren Master of Arts Politikwissenschaft an der Universität Potsdam und der Universität Stellenbosch in Südafrika. Diese Arbeit ist ihre Abschlussarbeit und wurde im August 2015 in gekürzter Form eingereicht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 100
    Erscheinungsdatum: 23.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741215797
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 313kBytes
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'Arabischer Frühling' - (K)eine Chance für Demokratie in der arabischen Welt? - eine Fallanalyse zu Tunesien und Syrien

II) THEORETISCHER RAHMEN

2.1) Demokratiekonzeption nach Dahl

Der Versuch die "Demokratie" zu definieren und eine universelle Begriffsdefinition vorzugeben, scheitert an der Tatsache, dass der legitime Pluralismus zugrunde gelegter Normen bestenfalls eine Definitionskonkurrenz, aber keinen Definitionskonsens zulässt. 15 Daher soll in dieser Arbeit keine normativ-wertorientierte Definition gegeben werden, sondern der Demokratiebegriff auf der Grundlage eines minimalen Konsens verschiedener Demokratiekonzeptionen erschlossen werden, wofür sich eine rein prozedurbezogene Definition anbietet.

Der Demokratiebegriff Robert Alan Dahls als Verständnis eines prozeduralen Minimums erfüllt diesen Konsens vortrefflich, da er die Reduzierung auf ein Verfahren unter Verwendung einer beschränkten Anzahl an definitorischen Kriterien berücksichtigt.

Der US-amerikanische Politikwissenschaftler Robert Alan Dahl gehört zu den einflussreichsten Demokratietheoretikern der vergleichenden Politikwissenschaft der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine Demokratie- und Polyarchiekonzeption von 1971 ist eine Weiterentwicklung des Demokratiekonzeptes, das sich dicht an den Vorstellungen der Demokratie, wie sie von der Antike bis in die Moderne gedacht wurde, orientiert und andererseits auch in den existierenden Demokratien dieses Jahrhunderts tatsächlich wieder finden lässt. 16 Dahls Polyarchiebegriff kann daher als die unvollkommene Annäherung an ein demokratisches Idealsystem verstanden werden, das den realen liberalpluralistischen Demokratien des 21. Jahrhunderts mit ihren gegebenen politischen Realitäten entspricht. 17

Die Schlüsselfrage, die Dahl in seinem Hauptwerk seiner Demokratieforschung " Polyarchy, Participation and Opposition " von 1971 stellt, fragt nach den Bedingungen die einen politischen Wechselprozess in eine Demokratie begünstigen bzw. behindern:

"Given a regime in which the opponents of the government cannot openly and legally organize into political parties in order to oppose the government in free and fair elections, what conditions favor or impede a transformation into a regime in which they can?" 18

Um in eine legitimierte Vielherrschaft, d.h. eine Demokratie zu gelangen, muss jenes beschriebene Regime einen Demokratisierungsprozess durchlaufen. Die Termini Demokratie und Demokratisierung sind hierbei untrennbar miteinander verknüpft. 19

Als Ausgangspunkt verwendet Dahl einen Demokratiebegriff der sich an Jean-Jacques Rousseaus Vorstellung einer Identität von Regierenden und Regierten orientiert. 20 Eines der Schlüsselkriterien der Demokratie sieht Dahl in der kontinuierlichen proaktiven Reaktionsbereitschaft der Regierung auf die Präferenzen ihrer Bürger, die als politisch Gleiche betrachtet werden. 21 Da er diese Idealvorstellung der Demokratie jedoch für nicht-umsetzbar hält, wandelt er jenen idealen Demokratiebegriff in "seinen" realen Polyarchiebegriff, den er mit einer real existierenden Demokratie gleichsetzt, um. 22 Dahl hebt sich somit den herkömmlichen Begriff der "Demokratie" als das nicht zu erreichende Ideal einer komplett demokratischen Herrschaftsform auf, die er für utopisch hält.

Dahls realer Polyarchiebegriff hingegen, setzt sich aus acht Kategorien bzw. institutionellen Garantien zusammen, die es in dem jeweiligen Nationalstaat zu institutionalisieren bedarf. 23 Diesen acht institutionelle Garantien umfassenden Polyarchiebegriff unterteilt er in zwei theoretische Dimensionen: einerseits " Public Contestation ", den politischen Wettstreit und andererseits "Participation" , die Partizipation. 24 "Public Contestation" kann hierbei als die qualitative, liberale Dimension angesehen werden und beinhaltet das gesamte Ausmaß möglicher Opposition, die öffentliche Diskussion und den möglichen politischen Wettstreit in

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