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Ethik in der Sozialarbeit. Exkurs zu weltanschaulichen Fragen Exkurs zu weltanschaulichen Fragen von Keller, Hella (eBook)

  • Verlag: Diplomica
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Ethik in der Sozialarbeit. Exkurs zu weltanschaulichen Fragen

Dieses Fachbuch zeigt anschaulich die Grundprämissen der Ethik, die verschiedenen Weltanschauungen und wertetheoretischen Positionen auf, die oft unbewusst und unbenannt in die Soziale Arbeit einfließen. Erkenntnisse aus der Geschichte der Sozialen Arbeit und der Utopievorstellungen der Menschheit werden erarbeitet und konsequent in handlungstheoretischen Überlegungen weitergeführt. Der Berufskodex (Code of Ethics) wird analysiert und nach der moralischen Entwicklungsstufe der Sozialen Arbeit gefragt. Anhand von Fallstudien aus der Praxis wird aufgezeigt, wie sich weltanschauliche Grundhaltungen meistens nur implizit im helfenden Einsatz von Sozialarbeitern auswirken und damit Unbehagen auslösen. Es werden wertetheoretische Widersprüche in Ausbildung und Praxis beleuchtet und explizit die Frage gestellt: Quo vadis, Sozialarbeit? Am Ende jedes Kapitels werden die erarbeiteten Erkenntnisse zusammengefasst und münden in der Mahnung an die Wissenschaftler, ihre Verantwortung wahrzunehmen.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 143
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783836620215
    Verlag: Diplomica
    Größe: 2982 kBytes
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Ethik in der Sozialarbeit. Exkurs zu weltanschaulichen Fragen

Textprobe: Kapitel 4.4, Soziale Probleme der Kriterien in bezug auf die Ausstattung, den Austausch und die Macht: Ausgangspunkt dieser Probleminhalte ist die Fähigkeit der Menschen, sich die momentane Situation oder die momentane Welt in einer idealeren Form oder in einem besseren Zustand vorzustellen. Mit Hilfe von Symbolen (Leitwerten, Gesetzen usw.) können daher sowohl die individuellen, internalisierten Werte, als auch kollektiven, formellen Werte Soll-Zustände beschreiben, die dann zum Kriterium werden und entscheiden sollen, welche Ausstattungen, Austauschverhältnisse und machtmäßigen Verknüpfung eine Gesellschaft zu einer bestimmten Zeit und für sich als gerecht, richtig und angemessen erachtet. Zum Sozialen Problem wird danach eine willkürliche Anwendung von gegebenen Kriterien (d.h. sie werden von Machthabenden nach ihren Interessen selektiv angewendet), wenn gegebene Kriterien nicht realisiert oder angestrebt werden, oder wenn Kriterien für ein (neues) gesellschaftliches Phänomen fehlen. ERKENNTNIS 17: Die Prozessual - systemische Denkfigur als rein didaktisches Modell ließe sich m. E. auch im christlichen Denken als Arbeitsstruktur verwenden, wenn der WELTANSCHAULICHE und ETHISCHE HINTERGRUND hinreichend geklärt ist, und die geistige Dimension integriert würde. Obwohl zu dieser Handlungstheorie noch viel erklärt werden könnte, verzichte ich auf weitere Ausführungen. Jeder Student hat sich während der 6 Semester Ausbildung fast ausschließlich mit dem Erlernen dieses methodischen Vorgehens abmühen müssen und ich setze deshalb voraus, daß jeder Leser bestens informiert ist. Ansonsten empfehle ich die schon mehrfach zitierten Papier von S. Staub - Bernasconi. Um auch eine andere Dimension von Frau Staub-Bernasconi aufzuzeigen, füge ich im Anhang ihr Papier 'Der sozialarbeiterische Ansatz zur Nächstenliebe' bei. Das biblisch-systemische Menschenbild: Auch hier möchte ich dem materialistischen Menschenbild das biblisch-christliche gegenüberstellen um aufzuzeigen, wie verschieden die Wahrnehmungsweise und Diagnostik sein kann. Wer bist du, ADAM ? 1. Der Mensch ist Erdwesen: 'adama' (hebr. Ackererde), Adam = Wesen aus Erde 'Da machte Gott der Herr den Menschen aus Erde vom Acker.' (1.Mose 2,7) Der Mensch ist aus Erde und kehrt zu ihr zurück (1. Mose 3,19),d.h. der Mensch ist ein endliches Wesen. Erdwesen Mensch: verwandt mit dem Lehm, dem Grün und dem Fluß, dem Felsen und Regen, der Luft, dem Licht und dem Schatten. 2. Der Mensch als Lebewesen: 'Da machte Gott der Herr den Menschen aus Erde und blies ihm ein den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch eine lebendige Seele' 1.Mose 2,7. In der abendländischen Kirchengeschichte hat man diese Stelle oft mißverstanden, nämlich im griechischen Sinne: Da ist einmal ein Körper, also Materie; und dann kommt etwas anderes, nämlich der Geist, das göttliche Prinzip, oder der Urfunke von oben. Aber das steht hier nicht: eine lebendige Seele (hebr.'näphäsch hajah') wurde auch für die Tiere benutzt. (vgl. 1.Mose 1,20, 24, 30; 2,19) Im Menschen gibt es also Schichten, die dem Tier ganz verwandt sind. Auch der Mensch ist ein von Trieben und Hormonen gesteuertes Wesen. Es hungert und dürstet ihn genauso wie diese. Ob Pflanzen oder Tiere, Gewässer oder Luft, sie alle stehen Gott gegenüber in der großen Solidarität der Kreatur. 3. Der Mensch als weltgestaltendes Wesen: Der Mensch soll die Welt, die ihn umgibt, formen und prägen. 1.Mose 1,28: Und Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch, und füllt die Erde, und macht sie ?euch? untertan; und herrscht über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf der Erde regen. 'Machet euch die Erde untertan!' Dieser Auftrag hängt wiederum zusammen mit der entscheidenden Grenze zwischen Schöpfer und Geschöpf. Diese Grenze begründet zum einen die Solidarität der Geschöpfe, zum anderen bedeutet sie, daß Gott seine

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