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Gesellschafts-Transformation im 21. Jahrhundert Ein neues Konzept sozialen Wandels von Reißig, Rolf (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.10.2009
  • Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften (GWV)
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Gesellschafts-Transformation im 21. Jahrhundert

Selten zuvor gab es so viel Wandel wie heute. Wandel ist zum bestimmenden Merkmal unserer Zeit geworden. Nur - ist das wirklich etwas Neues? Ist sozialer Wandel nicht vielmehr ein typisches Merkmal der Moderne? Letzteres auf jeden Fall! Doch heute handelt es sich um Wandlungsprozesse und -verläufe, die im bisherigen Wandlungsgeschehen der Moderne nicht so sehr die Regel, sondern eher die Ausnahme bildeten. Gesprochen wird deshalb auch von einer 'Glo- len Umbruchsituation', die zugleich eine 'Historische Zäsur der Moderne' markiert. 'Gesellschaft im Wandel' - davon gehen die meisten aktuellen Diskurse aus. 'Gesellschaft im Umbruch' ist hingegen Gegenstand vielfältiger Fragen und Kontroversen. In diesem Kontext ist auch die vorliegende Arbeit platziert. Sie konstatiert eine historisch neuartige Umbruchsituation und thematisiert diese spezifisch als eine 'Neue Ära der Transformation'. Hat Karl Polanyi einst die erste 'Great Transformation' (1944) beschrieben und erklärt, so wird das 21. Jahrhundert offensichtlich durch eine zweite 'Große Transformation' geke- zeichnet sein, die noch zu beschreiben und vor allem zu erklären ist. Ein e- sprechender Versuch hierzu soll mit dieser Arbeit geleistet werden. Transfor- tion wird hierbei als ein eigener, ein besonderer Typ sozialen Wandels - stimmt.

Professor Dr. Rolf Reißig ist Sozial- und Politikwissenschaftler und arbeitet am Brandenburg-Berliner Institut für Sozialwissenschaftliche Studien (BISS e.V.), Berlin.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 211
    Erscheinungsdatum: 13.10.2009
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783531918594
    Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften (GWV)
    Größe: 1242 kBytes
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Gesellschafts-Transformation im 21. Jahrhundert

I Die neue Ära der Transformation und das klassische Konzept sozialen Wandels (S. 15)

Selten zuvor gab es so viel Wandel wie heute. Wandel - in seinen unterschiedlichen Formen - ist zum bestimmenden Merkmal unserer Zeit geworden. Doch wir scheinen unzureichend gerüstet, ihn zu begreifen, zu erklären und zu werten.

Man kann sich des Eindrucks kaum entziehen, dass gerade in den Sozialwissenschaften zur Erklärung auch der neuen Wandlungsverläufe und -prozesse im Übergang zum 21. Jahrhundert vorwiegend auf die klassischen Modelle und Theorien sozialen Wandels und die bekannten Analyse- und Deutungsmuster zurückgegriffen wird.

Vielleicht sind diese aber auch weiterhin völlig ausreichend zur Erklärung der heutigen sozialen Wandlungsverläufe und die Forderungen nach neuen Erklärungsansätzen, gar nach einem "Perspektivenwechsel" nur eine optische Täuschung.

1 Um- und Neuorientierung des Konzepts sozialen Wandels - Pro und Contra

Die Frage, ob eine theoretische Um- und Neuorientierung des klassischen Modells sozialen Wandels erforderlich ist, wird in den Sozialwissenschaften sehr unterschiedlich beantwortet. Die Befürworter einer solchen Um- und Neuorientierung verweisen vor allem auf die historisch neuartige globale Umbruchsituation, die nun gerade auch die modernen westlichen Gesellschaften voll erfasst habe sowie darauf, dass diese historische Zäsur nicht mehr allein mit den bislang dominierenden theoretischen Modellen, Konzepten, Erklärungsansätzen beschrieben, erklärt und gedeutet werden könnte.

Bereits die post-sozialistische Transformation habe dies in Umrissen deutlich werden lassen. Ohne eine Um- und Neuorientierung des klassischen Konzepts, des Paradigmas sozialen Wandels bleiben auch aus meiner Sicht die Sozialwissenschaften hinter den neuen sozialen und wissenschaftstheoretischen Herausforderungen zurück.

Jene, die eine solche Um- und Neuorientierung eher verneinen, führen hauptsächlich zwei Argumente ins Feld: ein erstes geht davon aus, dass die modernen, westlichen Gesellschaften ein solches Ausmaß an Anpassungskapazität und Flexibilität entwickelt haben, dass sie alle auftretenden Konflikte, Spannungen, Blockaden letztlich durch "weiterführende Modernisierung" und "Selbsttransformation" innerhalb der gegebenen, bestimmenden gesellschaftlichen Strukturen, Mechanismen und Entwicklungsmodellen bearbeiten können und so immer wieder neue gesellschaftliche Entwicklungsperspektiven eröffnen.

Alle bisherigen Thesen von "fortschreitender Krise", von "Selbstblockade", gar vom "Zusammenbruch des kapitalistischen Systems" seien so nicht eingetroffen und hätten ihre Befürworter nur immer weiter in die Defensive gedrängt. (Zapf 1996: 170, 172). Ein zweites - und speziell im wissenschaftlichen Diskurs angeführtes - Argument verweist darauf, dass mit der vorhandenen Theorie sozialen Wandels und der Vielzahl Theorien mittlerer Reichweite (insbesondere Institutionen- und Handlungstheorien) und nicht zuletzt durch deren Kombination der konflikthafte gesellschaftliche Wandel auch heute und in Zukunft sehr wohl und recht genau beschrieben, erklärt und gedeutet werden könne.

Und da Systemwechsel bzw. Systemtransformation letztlich immer Übergang zu und Vervollkommnung von marktwirtschaftlichen Demokratien bedeute (Bertelsmann Transformation- Index 2006), sei mit den darauf zugeschnittenen Theorien und systemtheoretischen sowie evolutionstheoretischen Konzepten ein hinreichendes Instrumentarium für die Analyse und Erklärung dieser Prozesse gegeben. (vgl. auch Merkel 1994: 303 ff.). Spezielle, darüber hinaus reichende neue theoretische Konzepte und Modelle sozialen Wandels bzw. einer Gesellschafts- Transformation seien deshalb nicht erforderlich, gleich recht nicht zum Verständnis der modernen westlichen Gesellschaften und ihrer Entwicklung.

Auf Versuche, neue Konzepte und Modelle sozialen Wandels bzw. eine neue Transformat

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