text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Nachhaltige Flächenbelegung für nachwachsende Rohstoffe. Landwirtschaftliche Produktion und Konsum tierischer Lebensmittel in Deutschland Landwirtschaftliche Produktion und Konsum tierischer Lebensmittel in Deutschland von Busch, Robert (eBook)

  • Verlag: Diplomica
eBook (PDF)
33,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Nachhaltige Flächenbelegung für nachwachsende Rohstoffe. Landwirtschaftliche Produktion und Konsum tierischer Lebensmittel in Deutschland

Neben Qualität und Quantität der Gewinnung von Materialien oder Energie ist die Fläche der wichtigste Wirtschaftsfaktor bei nachwachsenden Rohstoffen. In der Vergangenheit wurde die Nachhaltigkeit von nachwachsenden Rohstoffen insbesondere in Bezug auf die Umweltwirkungen des Anbaus hin untersucht. Ein Projekt am Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt und Energie, in welchem die vorliegende Studie eingebunden war, hat mit großem Aufwand zum ersten Mal die globalen Flächenaufwendungen Deutschlands untersucht, welche auftreten, wenn die quantitativen Nutzungsziele nachwachsender Rohstoffe bis 2030 realisiert würden. Das Ergebnis dabei ist eine erschreckende Flächenverknappung. Ziel der hiesigen Studie war es nun zu analysieren, inwiefern als notwendig erachtete alternative Flächenpotenziale freigesetzt werden können, wenn weniger tierisch basierte Nahrungsmittel in der BRD produziert bzw. konsumiert würden. Die globalen Flächenfreisetzungen in der Landwirtschaft ergäben sich hierbei aus dem geringeren Bedarf an Tierfutter. Der größte Teil des Tierfutterbedarfs der BRD wird durch Selbsterzeugung in Deutschland gedeckt, wobei der Großteil der verfügbaren landwirtschaftlichen Flächen hierfür genutzt wird.
In zwei Kapiteln der Studie wird einerseits das Thema der Flächenverfügbarkeit erörtert, andererseits wird ausführlich die in Nutzungspfade, Ziele und Umweltwirkungen von nachwachsenden Rohstoffen eingeführt. In dem analytischen Teil der Studie wird zum einen produktionsseitig die Herstellung von Futtermittel in Deutschland bis 2030 untersucht. Auf der Konsumseite wird der unter bestimmten Annahmen prognostizierte Verbrauch tierisch basierter Nahrungsmittel für eben diesen Zeitraum berechnet. Für beide Seiten wird die jeweilige globale Inanspruchnahme landwirtschaftlicher Flächen bzw. das eventuelle Freisetzungspotenzial aus den projizierten Entwicklungen ermittelt. Abschließend folgen eine Bewertung der Ergebnisse im Rahmen der Fragestellungen zu den Flächenpotenzialen sowie eine kritische Reflektion der Auswirkungen des Booms nachwachsender Rohstoffe in Bezug auf Flächengerechtigkeit und Ernährungssicherheit.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 126
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783836616959
    Verlag: Diplomica
    Serie: Reihe Nachhaltigkeit Bd.19
    Größe: 922kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Nachhaltige Flächenbelegung für nachwachsende Rohstoffe. Landwirtschaftliche Produktion und Konsum tierischer Lebensmittel in Deutschland

Kapitel 3.3, Umweltwirkungen und Ökobilanzierungen:

Der Erfolgspfad, den die nachwachsenden Rohstoffe mit ihrer Implikation in die Gesetzgebung zu den erneuerbaren Energien und damit auch als zentraler Punkt in die Nachhaltigkeitsstrategie Deutschlands (und vieler anderer Nationen) eingeschlagen haben, beruht hauptsächlich auf den positiven Umweltwirkungen, die man sich durch ihre Nutzung verspricht. Diese positiven Wirkungen wurden ihnen in vielen Umwelt- und Ökobilanzierungen attestiert, spiegelten jedoch selten alle Faktoren wieder. Landnutzungsänderungen wurden methodenbedingt oftmals nicht berücksichtigt. Die in der zurückliegenden Dekade veröffentlichten Untersuchungen differieren recht deutlich in Art, Tiefe und Umfang ihrer Bewertung. Es macht einen großen Unterschied, wie in der folgenden Diskussion ausgewählter Analysen aufgezeigt werden soll, ob sich die Bilanzierungen vornehmlich auf die Einsparung von Treibhausgasen durch die Substitution fossiler durch nachwachsende Energierohstoffe beziehen, oder ob in die Bewertung der Umweltwirkung der gesamte Lebensweg von der Nutzbarmachung einer Naturfläche, über den Anbau- und Veredlungsprozess bis hin zur Ver- und Entwertung, einfließt. Mit ihrer ökologischen Bilanzierung nachwachsender Energieträger legten KALTSCHMITT und REINHARDT 1997 eine in ihrem Umfang bis dato nicht vorhandene und bis heute vielzitierte Umweltbewertung vor. Sie kommen dabei zu durchweg positiven Wirkungen in den Kategorien Verbrauch erschöpflicher Energieressourcen und Treibhauseffekt, insbesondere bei Getreide, Gräsern und Kurzumtriebeshölzern zur Wärmebereitstellung. Bei Ozonabbau (N2O-Emissionen) ergibt sich eine negative Umweltwirkung mit Ausnahme des Rapsanbaus für Dieselkraftstoff. Letzterer wirkt sich auch in der Kategorie Versauerung positiv aus, wobei hier das generelle Bild sehr uneinheitlich ist und stark von dem Verarbeitungsprozess abhängt. Beim Parameter Human- und Ökotoxizität ist wiederum nur Rapsöl positiv herausstechend, bei allen anderen Bioenergieträgern kommt es zu Mehrbelastungen.
Zusätzlich wurden die Faktoren Grundwasserbelastung, Biodiversität und Bodenfunktionen bewertet. Im Vergleich zu Referenzlandbau ergeben sich hier kaum Differenzen. Sie kommen zu dem Fazit, dass Bioenergieträger (...) zu einer umwelt- und klimaverträglicheren Energieversorgung in Deutschlands merklich beitragen können.
In 2000 veröffentlichen REINHARDT und ZEMANEK ihre Ökobilanz Bioenergieträger. Ihre Bewertung hinsichtlich der Bilanzparameter erschöpfliche Primärenergie, CO2-Äquivalente, Distickstoffoxid, SO2-Äquivalente, Gesamt-Stickstoff und Dieselpartikel, bezogen auf den Vergleich mit fossilen Energieträgern, fällt etwas inhomogener aus. Sie weisen darauf hin, dass je nach Gewichtung des Kriteriums Distickstoffoxid (N2O) die Bewertung positiv oder negativ ausfallen kann und enthalten sich einer abschließenden Aussage. Zudem machen sie bezüglich der Problematik bei der Rapsölnutzung darauf aufmerksam, dass die N2O-Emmissionen (...) die CO2-Vorteile auf Seiten des biogenen Lebensweges vollständig kompensieren und die CO2-Äquivalente zu null ausfallen. Bei dem Vergleich der Bioenergieträger untereinander erweist sich die Nutzung von Kurzumtriebshölzern bei drei verschiedenen Bewertungsvarianten (nach Gewichtung der Parameter) als zu favorisieren. Agrokraftstoffe (Rapsöl, RME) erfahren bei den Parametern im Allgemeinen schlechtere Bewertungen. Hierin unterscheidet sich die Studie deutlich von den Ergebnissen in KALTSCHMITT / REINHARDT. Auch Getreide weist ungünstige Werte im Vergleich zu anderen Rohstoffen auf. Abschließend weisen REINHARDT und ZEMANEK auf die Differenzen der verschiedenen Bioenergieträger und die Abhängigkeit der Bewertung je nach subjektiver Gewichtung einzelner Bilanzparameter. Eine abschließende Bewertung überlassen sie den Anwendern.
Ungewöhnlich viele Parameter werden in einer 2002 im Auftrag des WBGU erschienen Expert

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen