text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Jahrhundertaufgabe Energiewende Ein Handbuch von Ekardt, Felix (eBook)

  • Verlag: Ch. Links Verlag
eBook (ePUB)
4,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Jahrhundertaufgabe Energiewende

Die Energiewende ist eine Jahrhundertaufgabe. Doch die bisherige Energie- und Klimapolitik greift viel zu kurz. Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung sind Deutschland und Europa beispielsweise von ihren Klimazielen meilenweit entfernt. Unbequeme Wahrheiten, wie die Notwendigkeit zur konsequenten Verteuerung der fossilen Brennstoffe, werden nicht diskutiert. Felix Ekardt setzt sich mit der Frage auseinander, wie Gesellschaften und der Einzelne sich verändern und so zu einer echten globalen Energiewende beitragen können, obwohl unsere alltäglichen Wünsche dem oft entgegenstehen. Er beschreibt, warum ein deutsches beziehungsweise europäisches Vorangehen (auch ökonomisch) sinnvoll sein könnte - und warum neue Lebensstile keine Einschränkung sind, sondern Freiheit und soziale Gerechtigkeit erst ermöglichen. Felix Ekardt, Jahrgang 1972, Jurist, Soziologe und Philosoph, ist Leiter der Forschungsstelle Nachhaltigkeit und Klimapolitik in Leipzig und Berlin sowie Professor für öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Universität Rostock und Fellow am Forschungsinstitut für Philosophie Hannover. Seine Forschungsschwerpunkte sind unter anderem Umweltrecht und Nachhaltigkeitspolitik sowie Gerechtigkeitstheorie. Regelmäßige Beiträge in Radio, Fernsehen und überregionalen Tageszeitungen; Politikberatung zur Energie- und Klimawende und allgemein zu Nachhaltigkeitsthemen auf EU-, Bundes- und Landesebene; zahlreiche Kommissionsmitgliedschaften, Auszeichnungen und Vorträge, etwa auf den Weltkongressen der Rechtsphilosophen, der Rechtssoziologen, der Düngerforscher, der Nachhaltigkeitsforscher und auf dem Weltökosteuerkongress. Im Ehrenamt ist er unter anderem Landesvorsitzender des BUND Sachsen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783862842933
    Verlag: Ch. Links Verlag
    Größe: 963 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Jahrhundertaufgabe Energiewende

II
Maßnahmen der Energiewende: Technische Lösungen oder Änderung unseres Lebensstils?

8.Kohle, Gas, Öl: Treibstoffe unserer Zivilisation - Strukturen und Probleme der fossilen Brennstoffe

Welches sind die Energieträger und generell die technischen Optionen für eine gelingende Energie- und Klimawende? Dies behandelt das Kapitel II. Damit verknüpft ist auch die Frage, wie weit Technik tatsächlich führt, ob ein künftiges Energiesystem zentralistisch oder dezentral zu strukturieren wäre und was bei alledem aus dem die Politik immer noch bestimmenden Wachstumsdenken wird.

Bisher ist die Energieversorgung weltweit und in Deutschland trotz aller Rhetorik weiterhin durch die fossilen Brennstoffe Kohle, Öl und Gas dominiert, in Deutschland begleitet von einem vergleichsweise kleinen, auslaufenden Anteil an Atomenergie. Aktuell stellen die erneuerbaren Energien ein Viertel des Strommixes. Bei Wärme und Treibstoff ist der Anteil wesentlich geringer, so dass der Gesamtenergieeinsatz, also die gesamte eingesetzte Energie, nur zu gut einem Zehntel aus erneuerbaren Energien erfolgt. Es sind dauerhaft jedoch 100 % nötig, um nicht einen existenziell bedrohlichen und wirtschaftlich verheerenden Klimawandel zu riskieren.

Die fossilen Brennstoffe sind also im wahrsten Sinne des Wortes noch der Treibstoff industriestaatlicher Zivilisation. Amtliche Stellen in Deutschland und der EU vermeiden auch heute noch Aussagen wie die, die Kohle habe dauerhaft keinen Platz in der Energieversorgung, weil sie - wir erwähnten das - noch lange verfügbar ist und Kohlekraftwerke künftig ohne Treibhausgasemissionen laufen könnten (zu Letzterem in Abschnitt 14). Sicherlich kann der Übergang weg von den fossilen Brennstoffen nicht vollständig innerhalb weniger Jahre erfolgen; vielmehr liegen schrittweise Übergänge aus technischen wie auch wirtschaftlichen Erwägungen nahe. Dennoch: Die fossilen Brennstoffe sind das Problem und nicht die Lösung für die Energie- und Klimawende, weswegen ein konsequenter baldiger Ausstieg, orientiert an den nötigen Reduktionen der Treibhausgasemissionen, wünschenswert ist, wie auch der Sachverständigenrat für Umweltfragen der Bundesregierung wiederholt verdeutlicht hat: 1

-Die Endlichkeit der fossilen Brennstoffe wurde bereits dargelegt,

-ebenso wie ihre massive Klimarelevanz (Abschnitt 4).

-Erneuerbare Energien und Energieeffizienz sowie mehr Energiespeicher und Energieleitungen sind der beste Weg, um eine dauerhafte Versorgungssicherheit unabhängig etwa von problematischen Lieferstaaten fossiler Brennstoffe wie Russland zu erreichen (Abschnitt 6). Es ist deshalb kritisch zu sehen, wenn die Betreiber der fossilen Stromkraftwerke neuerdings gar staatliche Förderungen für deren Weiterbetrieb ins Spiel bringen ("Kapazitätsmärkte"), damit die Kraftwerke trotz sinkender Stromproduktion - die erneuerbaren Energien nehmen im Stromnetz ja zu - weiterbetrieben werden können. Solche Förderungen für klimaschädliche Brennstoffe sind für die Versorgungssicherheit eher nicht nötig und klimapolitisch kontraproduktiv. Allenfalls für Gaskraftwerke könnte dies übergangsweise erwogen werden.

-Gas könnte in kleineren Mengen und ohne die Beteiligung problematischer Lieferstaaten eine vorübergehend sinnvolle Ergänzung der erneuerbaren Energien sein. Gaskraftwerke erzeugen nur rund ein Drittel der Emissionen von Braunkohlekraftwerken. Und sie sind flexibler regelbar als Kohlekraftwerke und harmonieren daher besser mit der nicht immer verfügbaren Sonnen- und Windenergie. Die Braunkohle mit ihrer begrenzten Flexibilität und mit ihrer Klimaschädlichkeit ist keine Brückentechnologie ins regenerative Zeitalter. Auch wenn sie zuweilen gern so verkauft wird.

- Für die Volkswirtschaft insgesamt ist die Bilanz beispielswe

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen