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'Die Schwaben.' Wie sie wurden, was sie sind. von Kienzle, Ulrich (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.10.2013
  • Verlag: sagas Edition
eBook (ePUB)
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'Die Schwaben.'

Ein humorvolles und hochinteressantes Geschichtsbuch. Nichts ist darin erfunden - seriös recherchiert erzählt die Journalisten-Legende Ulrich Kienzle die 1600-jährige Geschichte des Volsstamms der Schwaben. Mit vielen Cartoons des mehrfach ausgezeichneten Zeichners Mario Lars. Schon heute ein Klassiker, der in keinem schwäbischen Bücherregal fehlen darf!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 203
    Erscheinungsdatum: 12.10.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783944660073
    Verlag: sagas Edition
    Größe: 25001 kBytes
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'Die Schwaben.'

Augsburg – das World Trade Center des Spätmittelalters

Augsburg war einst die reichste Stadt der Welt. Behauptete zumindest 1468 Silvio Piccolomini, besser bekannt als Papst Pius II. Stuttgart war damals noch tiefste Provinz – München nicht minder. Augsburg glänzte als Welthandelszentrum jener Zeit, sozusagen als das schwäbische World Trade Center. Die Fugger 29 beherrschten zu Beginn des 16. Jahrhunderts die Handels- und Bankgeschäfte der damaligen Welt. Nicht die Fischköpfe von der Hanse, sondern die Landratten aus Augsburg haben als erste Deutsche den Seeweg nach Ostindien merkantil genutzt, sie waren die ersten "Global Player". Jakob Fugger 30 , genannt der Reiche, schmiedete damals den ersten Weltkonzern zusammen. Mit Cleverness, Organisationstalent, Sinn für internationale Kontakte – und wenn es sein musste, auch mit renaissancehafter Skrupellosigkeit. Er spielte schon mal Schicksal und kaufte sich einen Kaiser, der für seine Geschäfte gut war. Ein teures und riskantes Investment. 850 000 Gulden Bestechungsgeld musste er für die Wahl Kaiser Karls V. 31 berappen – das sollen immerhin drei Tonnen Gold gewesen sein. Die Goldene Schreibstube war das legendäre Zentrum der Fuggerfirma, der Augsburger Rindermarkt die "Wall Street" des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Die Fugger machten aber nicht nur Bankgeschäfte. Mit viel politischem Geschick eroberten sie ein europäisches Kupfermonopol.

Jakob war ein begnadeter Geldscheffler, er galt als einer der innovativsten Geister seiner Zeit. Er baute ein weltweites Netzwerk auf und setzte voll auf Kommunikation: auf den Kurierdienst des gleichaltrigen Franz von Taxis, der es damals in sieben Tagen schaffte, mit seiner Pferdestaffel Briefe, Waren oder Geld von Augsburg nach Venedig zu transportieren. Diese Reiterstaffel ist die Urform internationaler Kommunikation.

Um den Überblick über ihren multinationalen Konzern zu behalten, führten die Augsburger die doppelte Buchführung aus Italien ein. Nicht nur Umsätze, sondern auch Warenaus- und -eingang wurden peinlich genau festgehalten. Und Fugger wollte wissen, was seine Konkurrenten so trieben. Deshalb baute er einen eigenen europäischen Nachrichtendienst auf. Schon damals galt halt: Wissen ist Macht. Seine Spitzel schnüffelten die Konkurrenten aus, zum Vorteil der eigenen Firma – so ganz nebenbei erfanden die Fugger so auch die organisierte Wirtschaftsspionage.

In Augsburg wurde das große Geld und häufig auch große Politik gemacht und Jakob Fugger agierte lange als Mann im Hintergrund – als Geldgeber. Martin Luther hat ihm vorgeworfen, sich durch Zinsen aus dem Ablasshandel bereichert und Massengüter künstlich verknappt zu haben, um dadurch später seinen Profit zu steigern. Fugger, der Monopolist. "Fuggern" ist im Lauf der Zeit so zu einem Synonym für "schachern" und "betrügen" geworden.

Noch härter als Luther polemisierte Ulrich von Hutten gegen die Augsburger Multis. Der Reichsritter und Dichter schrieb den satirischen Dialog "Die Räuber". Darin schilderte er die Augsburger Konzernchefs als "beutegierige Verbrecher, die Deutschland ausplündern, mit ihrem Geld die Sitten verderben, seriöse Geschäftsleute ruinieren, die Preise hochtreiben, die Kirche korrumpieren und an der Not des Volkes die größte Schuld tragen."

Starker Tobak. Und in seiner Radikalität durchaus vergleichbar mit der Kritik an den gierigen Managern der Finanzkrise. Man traute den Fuggern alles zu. Wie heutzutage der Deutschen Bank.

Jakob Fugger aber erkannte die Gefahr für seine Geschäfte und ließ sich zur Imageverbess

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