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Billig Wie die Lust am Discount Wirtschaft und Gesellschaft verändert von Kralicek, Peter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.06.2011
  • Verlag: Redline Verlag
eBook (ePUB)
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Billig

Wer zu viel bezahlt, ist blöd! Der Druck, immer billiger zu werden, ist zum Markenzeichen globaler Wirtschaftsprozesse geworden. Wal-Mart, der einflussreichste Händler der Welt, hat nur ein Motto: 'Want more for less' - fordere mehr für weniger. Die Möglichkeiten des Global Sourcing und des Internet wirken in die gleiche Richtung. Wir alle lassen uns auf 'billig' trainieren - doch der Preis dafür ist hoch, denn tiefe Preise bedeuten auch tiefe Einkommen. Und das Grundprinzip, alles immer schneller, besser und gleichzeitig billiger anzubieten und zu konsumieren, lässt sich nicht endlos steigern - einer der drei Aspekte wird immer leiden. Wir haben an einer Spirale zu drehen begonnen, die sich nicht so leicht stoppen lässt. Aber wohin führt uns der Billigtrend? David Bosshart zeigt: Der Weg in die Dienstleistungsgesellschaft ist ein Trugbild, solange wir nicht bereit sind, für Dienstleistungen zu zahlen. Ein spannendes Buch zu einem brandaktuellen Thema!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 184
    Erscheinungsdatum: 15.06.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783864147746
    Verlag: Redline Verlag
    Größe: 1119 kBytes
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Billig

1. The Age of Cheap

Warum (fast) alles billiger wird

"Consumer Democracy is the gasoline for the bulldozer of globalization." 1

"Billig" ist die wichtigste Entwicklung hin zur nächsten Etappe in der Modernisierung von Wirtschaft und Gesellschaft. Billig meint nicht einfach "billig" - es geht um eine grundsätzliche Einstellung von Menschen in einer Zeit, in der alles, was man haben kann, sofort verfügbar ist. Dass wir uns heute vorwiegend um Discount- und Schnäppchenjäger-Themen kümmern, ist eine logische und wichtige Folge der Entwicklung in satten Märkten. Wir können davon ausgehen, dass der Preis in den kommenden Jahren eine noch dominantere Rolle spielen wird - beim Einkaufen, in der Politik, in der Moral, in der Familie, in der Ausbildung, in der Freizeit. Erfolg hat mit Popularität und Prominenz zu tun, alles andere - wie Privilegien oder Tradition - kommt nachher. Das Populärste und Prominenteste in einer reifen, voll entwickelten demokratischen Marktwirtschaft ist der Preis.
1.1. Warum der Billigtrend unser Leben verändert

Der Zusammenhang von Wohlstand, Demokratie und Preisorientierung

Discount wird also zum wichtigsten und maßgebenden Lebensstil. Daraus wachsen neue, legitime Verhaltensweisen hervor:

Die "neue Bescheidenheit" nobilitiert Knausrigkeit.
Armut verlangt nach billigen Produkten.
Geiz ist geil.
Wer zu viel bezahlt, ist blöd.
Was einst als Untugend galt, prägt heute ungeniert unseren Lebensstil. Wir entwickeln uns zu einer billigen Gesellschaft.

Für die Anbieter-Seite lauten daher die Fragen: 1. Wer ist besser? 2. Wer ist unter den Besten der Billigste? 3. Wer gewinnt den Zeitkampf? Also: Wer ist der Schnellste? Auf diese Modernisierung müssen wir uns in freieren Märkten einstellen. Für den Kunden ergeben sich dadurch billigere Preise.

In dieser Stufe der Marktdemokratie stellt sich auch die Frage nicht mehr, was zuerst da war, das Angebot oder die Nachfrage. Sicher scheint auf jeden Fall: Das Discount-Phänomen ist da, und es wird sich durch Konjunkturresistenz auszeichnen. Wir haben an einer Spirale zu drehen begonnen, die sich nicht so leicht stoppen lässt. Tiefere Preise bringen tiefere Löhne. Tiefere Löhne bringen tiefere Preise. Das Vabanquespiel zwischen Lust am Discount und Frust am Discount ist losgetreten und wird die Effekte von Dominosteinen erzielen. Es wird unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft nachhaltig verändern und damit auf bislang ungeahnte Weise modernisieren.

Wir haben in den letzten Jahren viel gehört über Globalisierung und zuletzt in den depressiven Post-New-Economy-Jahren 2001 bis 2003 noch mehr über Deglobalisierung . Anfang des Jahres 2003 hat uns der Ahold-Skandal mit seinen gar zu kreativen Accounting-Techniken erschüttert und vermeintlich bestätigt, was wir nach dem Börsenhype und den Übertreibungen in der Telekom-Industrie vermutet haben. Doch Deglobalisierung wäre die Rücknahme des Begonnenen, die Rückkehr zu so genannten "guten alten Zeiten" national orientierter Ökonomien. Lassen wir uns aber nicht beirren. Jeder Megatrend hat einen Gegentrend . Globalisierung wird weiterschreiten, es gibt keine Anzeichen, dass dem nicht so wäre. Denn Globalisierung bringt vor allem eine Verheißung: Consumer Democracy. Das ist das Versprechen, dass die Menschen Zugang haben zu einer unglaublichen Vielfalt von Angeboten, dass sie daraus frei wählen können, das zu kaufen, was sie wirklich wollen. Consumer Democracy macht die Menschen erst wirklich gleich, unabhängig von Klasse und Rasse. Und das erst noch zu einem günstigen Preis. Was könnte man dem schon vernünftigerweise entgegensetzen?

Was aber ist Consumer Democracy? Consumer Democracy ist eine logische Weiterentwicklung aus der politischen Demokratie. Fast alle entwickelten Länder sind heute Demokratien. Die Grundrechte sind ge

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