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Duden Ratgeber - Wie Wirtschaft funktioniert Der anschauliche Navigator durch Wirtschaftstheorie, Wirtschaftspolitik und Wirtschaftspraxis

  • Erscheinungsdatum: 10.09.2014
  • Verlag: Duden Verlag
eBook (ePUB)
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Duden Ratgeber - Wie Wirtschaft funktioniert

Die Wirtschaft erscheint oft als komplexes, kaum durchschaubares System. Dieses Buch macht Zusammenhänge sichtbar und hilft Ihnen dabei, Aufbau und Funktionsweise dieses Systems besser zu verstehen. 144 Themen aus Wirtschaftstheorie, Wirtschaftspolitik und Wirtschaftspraxis wurden auf je einer Text- und einer Abbildungsseite mit über 400 Infografiken, Tabellen, Übersichten und Beispiele anschaulich aufbereitet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 10.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783411909155
    Verlag: Duden Verlag
    Größe: 25792kBytes
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Duden Ratgeber - Wie Wirtschaft funktioniert

WIRTSCHAFTEN

Ökonomische Ideengeschichte I

Das Nachdenken über Wirtschaft reicht bis mindestens in die Antike zurück. Das Wissen um die ökonomischen Ideen früherer Zeiten ist aus drei Gründen nützlich: Ordnet man eine Theorie in ihren historischen Entstehungszusammenhang ein, so werden ihre Eigenheiten besser verständlich. Zudem wird klar, dass jede Theorie abhängig vom Entwicklungsstand der Gesellschaft ist. Schließlich bietet die Dogmengeschichte einen reichen Fundus an zeitlos gültigen Ideen.

Antike: Skepsis gegenüber dem Gewinnstreben

Die Konzepte der griechischen Philosophen mit ökonomischem Bezug entstanden vor dem Hintergrund einer landwirtschaftlich geprägten Gesellschaft, in der die Bürger der Stadtstaaten die Politik dominierten. Im Mittelmeerraum wurde bereits ein reger Fernhandel betrieben. Platon verwarf in seinem Werk "Politeia" (Der Staat) das Gewinnstreben, weil sich in seinen Augen Eigennutz stets gegen das Gemeinwohl richtete. Aristoteles unterschied zwischen dem Gebrauchswert eines Gutes, der dessen Nutzen widerspiegelt, und dem Tauschwert, also dem Wert des Gutes in Geld oder im Vergleich mit anderen Gütern. Geld hatte für ihn keinen eigenen Wert. Deshalb lehnte er den Zins als Preis für das Verleihen von Geld ab.

Mittelalter: Gerechter Preis und Zinsverbot

Die Wirtschaftsordnung des Mittelalters war durch die Grundherrschaft und die im Hoch- und Spätmittelalter wachsende Bedeutung der Städte geprägt.

Der Scholastiker Thomas von Aquin beschäftigte sich vor diesem Hintergrund auch mit ökonomischen Fragen. Allerdings ging es ihm vor allem um die Verträglichkeit wirtschaftlichen Verhaltens mit der christlichen Lehre. In seiner Erörterung des gerechten Preises forderte er die Berücksichtigung der in ein Gut geflossenen Arbeit. Die Abneigung der Antike gegenüber dem Zins übernahm er. Im Kirchenrecht wurde das Verbot des Zinses (kanonisches Zinsverbot) verankert mit der Folge, dass die Christen den Juden das Geschäft des Geldverleihens überließen.

Der Zins wurde erst im Zuge der Reformation durch Johannes Calvin neu bewertet. Der Reformator rechtfertigte den Zins damit, dass man durch Geld ein Stück Land kaufen kann, das dann einen Ertrag abwirft. So wird die wirtschaftliche Entwicklung gefördert. Mit dieser positiven Bewertung des Kapitals wurden in der Reformation wichtige Grundlagen für die Herausbildung des neuzeitlichen Wirtschaftslebens gelegt.

Der Merkantilismus

Die unter dem Begriff des Merkantilismus zusammengefassten Denkrichtungen entstanden vor dem Hintergrund großer Umbrüche. Bereits im Mittelalter hatte die Arbeitsteilung an Bedeutung gewonnen und der Umfang von Handel und Geldwirtschaft zugenommen. Parallel dazu entstanden in Europa absolutistische Nationalstaaten, deren Herrscher vor allem bestrebt waren, die Macht und den Reichtum des Staates zu mehren.

Ohne über eine konsistente Theorie zu verfügen, gelangten die merkantilistischen Denker vom 16. bis zum 18. Jahrhundert zu einer Reihe von markanten wirtschaftspolitischen Schlussfolgerungen. Das Gewerbe sollte vom Staat gefördert werden, die Handelspolitik dem Ziel eines größtmöglichen Handelsbilanzüberschusses dienen. Als Instrumente dazu waren auch protektionistische Mittel, z. B. Einfuhrzölle, vorgesehen. So sollte ein möglichst großer Vorrat an Gold und Silber im Land angehäuft werden, denn dieser wurde als maßgeblich für den Reichtum eines Landes betrachtet. Durch die Förderung des Zuzugs und des natürlichen Wachstums sollte die Bevölkerung stetig wachsen und damit auch die Zahl billiger Arbeitskräfte, die den Reichtum mehren würden. Bei einem hohen Maß an Überein

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