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Erwerbschancen von Bachelor- und Master-Absolventen in der Wirtschaft Analysen und Fallstudien für das Fach Erziehungswissenschaft von Rasch, Susann (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.10.2009
  • Verlag: DUV Deutscher Universitäts-Verlag
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Erwerbschancen von Bachelor- und Master-Absolventen in der Wirtschaft

An deutschen Hochschulen findet eine zunehmende wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Einführung von BA/MA-Studiengängen statt und erste Absolventenstudien liegen vor. Susann Rasch untersucht die Berufseinstiegschancen von BA/MA-Absolventen des Fachs Erziehungswissenschaften für den Teilarbeitsmarkt Wirtschaft.

Dr. Susann Rasch promovierte bei Prof. Dr. Heinz-Hermann Krüger am Institut für Pädagogik der Philosophischen Fakultät III - Erziehungswissenschaft der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Zuletzt hat sie als Cross-Cultural Consultant in der amerikanischen Niederlassung eines deutschen Unternehmens ein Projekt zur Verbesserung interkultureller Zusammenarbeit umgesetzt.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 367
    Erscheinungsdatum: 06.10.2009
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783835055278
    Verlag: DUV Deutscher Universitäts-Verlag
    Größe: 2153 kBytes
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Erwerbschancen von Bachelor- und Master-Absolventen in der Wirtschaft

1 Die Bachelor-Master-Reform im Kontext gesellschaftlicher Modernisierung (S. 37)

Bei der Einführung von Bachelor- und Master-Studiengängen an deutschen Hochschulen handelt es sich um einen hochschulsektorinternen "Reformprozess", der als ein sich selbst generierendes Zweckprogramm charakterisiert werden kann.

Der Bachelor-Master-Reformprozess bestimmt die Richtigkeitsbedingungen, d.h. welche Vorgehensweisen für die Erreichung des Ziels der flächendeckenden Durchsetzung gestufter Studiengänge an deutschen Hochschulen für angemessen gehalten werden und somit vorausgesetzt werden müssen, selbst. Der Bachelor-Master-Reformprozess ist dabei mit anderen, infolge gesellschaftlicher Modernisierung hervorgerufenen, hochschulsektorinternen Reformprozessen gekoppelt.

Die damit verbundenen Reformen bedingen und verstärken sich sogar wechselseitig. Dies korreliert mit dem von Luhmann gewonnenen Eindruck von reformierten Systemen, wonach der hauptsächliche Effekt von Reformen in der Erzeugung des Bedarfs für weitere Reformen besteht und Reformen somit sich selbst generierende Programme für die Modifikation der Strukturen des betreffenden Systems sind.

Grundsätzlich können die jüngsten Hochschulreformmaßnahmen als gezielte Interventionen in die komplexen, sich durch eine spezifische systemerhaltende Form der Aufnahme und Abgabe von Unordnung aus der Umwelt auszeichnenden Systeme des Hochschulsektors verstanden werden. Genauer gesagt greifen dieselben in die Struktur und Funktionsweise der Hochschulorganisationssysteme ein.

Der Bachelor-Master-Reformprozess vollzieht sich also auf der Ebene und im Kontext der Organisationssysteme des Hochschulsektors. Dabei sagt der bloße Vollzug desselben noch nichts darüber aus, inwieweit er zielführend verläuft, können sich doch im Zuge des Reformverlaufs u.U. unabsehbare und unkontrollierbare Nebeneffekte ergeben, die den Reformerfolg letztlich in Frage stellen.

Wie alle neuerlichen hochschulsektorinternen Reformprozesse steht auch der Bachelor-Master-Reformprozess im Kontext eines gesellschaftlichen Modernisierungsprozesses. Die deutsche Hochschulreformdebatte ist eingebettet in eine Vielzahl von tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen, die unter den Schlagwörtern "Modernisierung", "Globalisierung" und "Wissensgesellschaft" soziale Transformationsprozesse charakterisieren.

Der Begriff "Modernisierung" hat sich bei der Untersuchung der Ent- wicklung komplexer Gesellschaften gegenüber solchen wie "Fortschritt" und "Evolution" durchgesetzt. Er steht für einen spezifischen Typus des sozialen Wandels, in dem ein Komplex von miteinander verflochtenen sozialen Transformationsprozessen zum Tragen kommt, und zwar umfasst er die teilweise planmäßig beschleunigte Entwicklung von der traditionalen Agrargesellschaft zur hochentwickelten, demokratisch-pluralistischen Industriegesellschaft.

Im Zuge des Modernisierungsprozesses differenzieren sich neue, relativ eigenständige Gesellschaftsbereiche aus. Daneben ist auf subjektiver Ebene eine Zunahme der Ich-Zentrierung aufgrund der Abkehr von Religiosität zu verzeichnen. Als Ergebnisse dieser schubweisen Entwicklung lassen sich ein Bedeutungsverlust der Religion, die Herausbildung einer kapitalistischen Warenwirtschaft, die Entstehung des modernen Nationalstaates, eine Demokratisierung der Herrschaft, eine Positivierung des Rechts sowie die Entstehung einer qua Massenmedien vermittelten öffentlichen Meinung festhalten.

Im Speziellen ist auf den sich in den 1960er Jahren in den westlichen Industrienationen vollziehenden tiefgreifenden Modernisierungsschub zu verweisen, der vielfältige soziale Wandlungsprozesse nach sich gezogen und zur Herausbildung des für diese Staaten noch heute prägenden wohlfahrtsstaatlichen Kapitalismus geführt hat. Neben ökonomischen Veränderungen, wie der engen Verflechtung der Weltwirtschaft, sind u.a. Reformen auf institutioneller Ebene

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