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Fortschritt in den Wirtschaftswissenschaften Wissenschaftstheoretische Grundlagen und exemplarische Anwendungen

  • Erscheinungsdatum: 27.10.2007
  • Verlag: DUV Deutscher Universitäts-Verlag
eBook (PDF)
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Fortschritt in den Wirtschaftswissenschaften

Das Buch präsentiert Beiträge, die aus einer Fachtagung der Wissenschaftlichen Kommission Wissenschaftstheorie im Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e.V. im September 2005 in Essen und anschließenden Diskussionen hervorgegangen sind. Sie beleuchten sowohl wissenschaftstheoretische Grundlagen wirtschaftswissenschaftlicher Fortschrittsverständnisse als auch exemplarische Anwendungen von Fortschrittskonzepten und -messungen auf konkrete wirtschaftswissenschaftliche Erkenntnisprobleme.

Dipl.-Kff. Naciye Akca ist geschäftsführende Mitarbeiterin am Institut für Produktion und Industrielles Informationsmanagement der Universität Duisburg-Essen, Campus Essen.
Univ.-Prof. Dr. Stephan Zelewski leitet am Campus Essen das Institut für Produktion und Industrielles Informationsmanagement der Universität Duisburg-Essen.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 341
    Erscheinungsdatum: 27.10.2007
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783835091993
    Verlag: DUV Deutscher Universitäts-Verlag
    Größe: 18890kBytes
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Fortschritt in den Wirtschaftswissenschaften

Erkenntnisfortschritt in der Betriebswirtschaftslehre durch eine Neukonzeption der Allgemeinen Betriebswirtschaftslehre (S. 172-173)

Abstract:

In der Betriebswirtschaftslehre (BWL) wird traditionell zwischen Allgemeiner Betriebswirtschaftslehre (ABWL) und speziellen BWL unterschieden. In diesem Beitrag wird die Frage gestellt, ob (und, wenn ja, warum) für die betriebswirtschaftliche Forschung diese Differenzierung notwendig ist. Es wird die These vertreten, dass die Unterteilung in ABWL und spezielle BWL für die betriebswirtschaftliche Forschung nur begründet ist, wenn diese zu Erkenntisfortschritt führt. Einen Beitrag zum Erkenntnisfortschritt im Sinne eines kritisch-rationalistischen Fortschritts Verständnisses - so lautet die These weiter - leistet diese Unterteilung aber nur, wenn die ABWL neu konzipiert wird. Insbesondere müssten sowohl die ABWL-Konzeption der MUNSTERANER HOCHSCHULLEHRER als auch das ABWl Verständnis im Sinne von SCHNEIDER modifiziert werden. Nach der hier vorgelegten ABWI Konzeption sollten in der ABWL betriebswirtschaftlich-methodologische Probleme thematisiert werden, zu denen jeder Wissenschaftler der BWL explizit oder implizit Position bezieht. Musterbeispiele hier für sind der Erkenntnisgegenstand und die Aufgaben der BWL. In diesem Beitrag wird zunächst aufgezeigt, dass diese scheinbar "geklärten Thematiken umfangreiches Forschungspotential beinhalten. Anschließend wird begründet, warum diese Forschungsfragen Gegenstand der ABWL sein sollten, anstatt sie in einer betriebswirtschaftlichen Teildisziplin zu diskutieren.

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Wozu benötigt die Betriebswirtschaftslehre (BWL) eine Allgemeine Betriebswirtschaftslehre (ABWL)? Diese Frage mag überraschen, wenn man bedenkt, dass die Unterteilung der BWL in ABWL und spezielle BWL etabliert ist. So differenziert GUNTER WOHE bereits in der ersten Auflage seines 1960 erschienenen Lehrbuchs "Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre zwischen ABWL und speziellen BWL und hat diese Unterteilung bis heute beibehalten.

WOHE expliziert die ABWL in dieser Veröffentlichung als wirtschaftszweigneutrale Funktionendarstellung. Die speziellen BWL werden als Wirtschaftszweiglehren - etwa als BWL der Industriebetriebe, Banken, Versicheningen etc. - verstanden. Die ABWL beinhaltet Funktionen wie beispielsweise Produktion, Absatz, Investition, Finanzierung, die übergreifend für alle Wirtschaftszweige zur Anwendung kommen. Es ist jedoch überaus wichtig herauszustellen, dass W6HE diese Differenzierung zwischen ABWL und speziellen BWL für die Lehre, nicht hingegen für die Forschung als bedeutsam erachtete. Die Unterteilung der BWL in ABWL und spezielle BWL hat damit - zumindest für die BWL in der Lehre - Tradition. Die inhaltliche Ausgestaltung der ABWL wurde jedoch in der Vergangenheit kontrovers diskutiert. Im Rahmen der 51. Jahrestagung des Verbandes der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft wurde von Münsteraner Hochschullehrern für Betriebswirtschaftslehre und Mitarbeitern dieser wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät ein Thesenpapier zur ABWL vorgelegt.

In diesem Papier, das in einer überarbeiteten Fassung 1989 in der DBW erschien, wurde die Zersplitterung der BWL und die damit einhergehende Vernachlässigung der ABWL als bedenklich hervorgehoben. Die generelle Unterteilung der BWL in ABWL und spezielle BWL wurde auf die Forschung übertragen, wobei allerdings nicht die WOHESCHE Explikation der ABWL als institutionenneutrale Funktionendarstellung übernommen wurde. Diese Applikation erfolgte insoweit unreflektiert, als dass unbegründet blieb, warum in der Forschung zwischen ABWL und speziellen BWL zu differenzieren ist. Gerade vor dem Hintergrund, dass die MUNSTERANER HOCHSCHULLEHRER konstatierten, die ABWL in der Forschung sei zunehmend bedeutungslos, überrascht die fehlende ausdrückliche Auseinandersetzung. Denn

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