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Landschaft in der Postmoderne Das Beispiel des Saarlandes von Kühne, Olaf (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.11.2006
  • Verlag: DUV Deutscher Universitäts-Verlag
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Landschaft in der Postmoderne

Olaf Kühne zeigt, dass im Zuge der gesellschaftlichen Postmodernisierung auch die Wahrnehmungen und Interpretationen von Landschaft pluralisiert werden. In diesem Zusammenhang untersucht er am Beispiel des Saarlandes die Möglichkeiten und Grenzen künftiger Landschaftsentwicklungen. PD Dr. Dr. Olaf Kühne ist Leiter des Referates C/2 - Landesplanung des saarländischen Ministeriums für Umwelt und Direktor des Instituts für Landeskunde im Saarland e.V., außerdem Privatdozent für Geographie an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 315
    Erscheinungsdatum: 01.11.2006
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783835057128
    Verlag: DUV Deutscher Universitäts-Verlag
    Größe: 3595 kBytes
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Landschaft in der Postmoderne

3 Landschaft und Raum als Gegenstände sozialwissenschaftlicher Forschung (S. 43-44)

Nachdem wesentliche Elemente der Postmoderne bzw. der Postmodernisierung erläutert wurden, erfolgt in diesem Kapitel eine Befassung mit dem Thema Raum und Landschaft aus Sicht der Sozialwissenschaften.

Soll eine wissenschaftliche Begriffsbestimmung von Raum und Landschaft vollzogen werden, ergeben sich prinzipiell mehrere (hier untersucht: drei) Möglichkeiten: Erstens, die Untersuchung des angeeigneten physischen Raumes bzw. der angeeigneten physischen Landschaft, zweitens, der Untersuchung der gesellschaftlichen Raum- bzw. Landschaftskonstruktionen, drittens, die Untersuchung des Interferenzverhältnisses zwischen angeeignetem physischem Raum bzw. angeeigneter physischer Landschaft und gesellschaftlichen Konstrukten von Raum bzw. Landschaft, wobei dieses Interferenzverhältnis in zweierlei Richtung zu interpretieren ist: Einerseits hinsichtlich der gesellschaftlichen Interpretation von Raum und Landschaft im Sinne einer Beobachtung eines Ist-Zustandes und andererseits in der gesellschaftlichen Formulierung von Soll-Vorstellungen im Sinne von gesellschaftlichen Ansprüchen an den physikalischen Raum bzw. der physikalischen Landschaft und deren physischer Vollzug.

Wissenschaftshistorisch lassen sich deutliche Forschungsschwerpunkte hinsichtlich des Gesellschafts- Raumverhältnisses in einzelnen Disziplinen feststellen: Während sich die Soziologie primär mit der Erforschung gesellschaftlicher Raum- (und eingeschränkt Landschafts-) Vorstellungen (inklusive der gesellschaftlichen Interpretation physischen Raumes bzw. physischer Landschaft) befasst hat, stand über Jahrzehnte der angeeignete physische Raum im Zentrum geographischer Forschung, während die Umsetzung eines gesellschaftlich formulierten Soll-Zustandes und Planungen in der Raumplanung von zentraler Bedeutung war. Klagen über eine mangelnde gegenseitige Beachtung sind dabei bis heute zu vernehmen. In Abschnitt 3.1 wird der Begriff des Raumes in der Soziologie als Grundlage für den spezielleren Begriff der Landschaft (Abschnitt 3.2) des Faches erläutert. Daran anschließend erfolgt die Betrachtung des Begriffs der Landschaft in den Raumwissenschaften. Indem ein straffer Überblick über den Entwicklungsstand soziologischer und raumwissenschaftlicher Forschung präsentiert wird, soll den Vertretern der jeweils anderen Disziplinen ein Einblick in die Logik der jeweiligen Forschung vermittelt werden, um so zu einem größeren Verständnis der jeweils anderen Disziplinen beizutragen. Im letzten Abschnitt dieses Kapitels (Abschnitt 3.4) wird ein soziologisches Konzept zur Landschaft entwickelt. Dieses Konzept enthält einige terminologische Neufassungen, die in den nachfolgenden Kapiteln (Kapitel 4 ff) zur Anwendung kommen. Auf eine Nutzung dieser Terminologie wird in den Abschnitten 3.1 bis 3.3 verzichtet, da diese die Grundlage für die Entwicklung der terminologischen Entwicklungen darstellen.

3.1 Der Begriff des Raumes in der Soziologie

Landschaft im Besonderen und Raum im Allgemeinen gehören nicht zu den populären Gegenständen soziologischer Theoriebildung, die in der Geschichte der Soziologie eine herausragende Position eingenommen hätten. Nur wenige Soziologen haben sich vor der Hinwendung zu räumlichen Forschungsprogrammen seit den 1990er Jahren im Zuge der fortschreitenden Globalisierung, der Ausprägung von Global Cities, der Liberalisierung von Märkten u. a. mit dem Thema des Raumes befasst: Unter den Klassikern der Soziologie sind es insbesondere Durkheim76, Lévi-Strauss77 und Simmel78 sowie Bourdieu, die räumliche Fragestellungen wenn auch in sehr unterschiedlicher Weise ausführlicher behandelt haben. Heut

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