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Bilanz lesen und verstehen von Koss, Claus (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.10.2016
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
19,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Bilanz

Bilanz lesen und verstehen erklärt Ihnen leicht verständlich Schritt für Schritt, woraus eine Bilanz überhaupt besteht, wie sie aufgebaut ist, wie Sie den Erfolg eines Unternehmens objektiv feststellen (Erfolgsermittlung), warum es bestimmte Regeln für die Erfassung von Geschäftsvorfällen gibt (Buchführung) und welche Information in welchem Rechnungslegungsinstrument steckt. Es profitieren von diesem Buch: - Manager, die sich nicht auf die Berichte ihrer Finanzabteilung verlassen wollen. - Schüler und Studierende ebenso wie andere Wissbegierige, die sich beim Blick in die Bilanz eines Unternehmens immer schon gefragt haben, warum rechts die gleiche Summe steht wie links. - Journalisten, die wissen wollen, ob die Zahl in der Pressemitteilung des Unternehmens auch hält, was sie verspricht. - Selbstständige und Gewerbetreibende, die ihre Buchhaltung selbst erledigen und schließlich - alle diejenigen, die nicht glauben, dass Buchführung und Bilanzierung Hexenwerk ist, das nur Magier verstehen können. Von einem erfahrenen Praktiker geschrieben: Prof. Dr. Claus Koss (www.claus-koss.de) ist praktizierender Steuerberater/Wirtschaftsprüfer und Dozent, studierter Betriebswirt und Jurist sowie gelernter Journalist.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 293
    Erscheinungsdatum: 04.10.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406693458
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Größe: 8264 kBytes
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Bilanz

21 2. Kapitel

Erfolgsermittlung bei Unternehmen

I. Bestände vs. Stromgrößen

Wann ist ein Unternehmen erfolgreich? Im Sport oder der Physik gibt es gewissermaßen 'natürliche' Maßgrößen. Morgens im Badezimmer auf der Waage sagt diese unmittelbar, wie erfolgreich der Versuch des Abnehmens war. Auch im Sport gilt: 'Schneller, höher und weiter'. Bei der Erfolgsmessung für ökonomische Aktivitäten ist das schwieriger. Es lassen sich zwei unterschiedliche Konzeptionen unterscheiden.

Vorab an dieser Stelle die erste wichtige Unterscheidung: Bestandsgrößen messen das Vorhandensein allgemein von Dingen, in unserem Fall von Vermögensgegenständen, Vermögenswerten, Wirtschaftsgütern und Schulden; Stromgrößen hingegen die Veränderung von Bestandsgrößen. Als Beispiel aus dem täglichen Leben mag das Körpergewicht dienen. Das Gewicht als solches ist eine Bestandsgröße. Denn die Pfunde/Kilos sind eben vorhanden oder nicht vorhanden. Interessant für die Erfolgsmessung ist jedoch die Veränderung. Im Fall des Körpergewichts wäre das die Zu- oder Abnahme des Gewichts.

Übertragen auf ein Beispiel aus der Wirtschaft: der Kassenbestand hat den Begriff 'Bestand' bereits in der Bezeichnung. Allein das Vorhandensein von (viel) Geld macht aber keinen Reichtum aus. Wer beispielsweise ein Darlehen ausbezahlt bekommen hat, hat viel Liquidität auf dem Konto. Damit ist der Kontoinhaber aber nicht reicher geworden. Denn das Geld sollte irgendwann einmal wieder zurückbezahlt werden.

22 Kennzeichnend für Bestände sind insbesondere zwei Feststellungen:

Bestände sind im Zeitpunkt-bezogen,
d.h. mein Körpergewicht messe ich jeden Morgen, den Kassenbestand stellt das Unternehmen für einen bestimmten Stichtag fest.
Der Endbestand der Vorperiode ist gleich dem Eröffnungsbestand der Folgeperiode;
Beim Körpergewicht mag die Aussage trivial erscheinen. In der Buchhaltung gilt aber: wenn der Endbestand in der Kasse am 31.12.2016 6,50 EUR betragen hat, kann der Eröffnungsbestand in der Kasse am 1.1.2017 nicht 0,00 EUR betragen.
Bei Stromgrößen ist das grundlegend anders:

Stromgrößen sind Zeitraum-bezogen,
bei der Veränderung des Körpergewichts interessiert, 'um wie viel' dieses von heute auf morgen mehr oder weniger geworden ist; bei der Erfolgsermittlung interessiert, 'um wie viel' das Eigenkapital zu- oder abgenommen hat.
Die Höhe einer Periode hängt nicht mit anderen Perioden zusammen.
Wenn ich in einer Woche viel abgenommen habe, heißt das nicht, dass ich in der nächsten Woche wieder viel abnehmen werde. Wenn ein Unternehmen in 2016 viel verkauft hat (die Buchhalter sprechen vom höheren Umsatz), heißt es das nicht unbedingt den gleichen Umsatz für 2017. II. Liquidität als Erfolgsmaßstab

Damit sind wir bei der ersten Möglichkeit der Erfolgsmessung von Unternehmen: Die Liquiditätsbetrachtung. Sie lässt sich am eigenen Geldbeutel nachvollziehen: wenn mehr Geld zufließt, als abfließt, sind wir (zumindest auf den ersten Blick) 'reicher' geworden. Das gerade genannte Beispiel der Aufnahme des Darlehens zeigt jedoch die Grenzen dieser Erfolgsmessung. Wir werden später noch einmal darauf zurückkommen. An dieser Stelle sei auf den Vorteil dieser Methode hingewiesen: Sie ist in gewisser Weise objektiv. Denn das Geld 'klingt' entweder 'im Kasten' oder es wird herausgenommen. Es bedarf also keiner Regelung, wie diese Methode anzuwenden ist. Ein zweiter Vorteil dieser Methode der Erfolgsmessung ist die Berücksichtigung von Zahlungszeitpunkten. Denn es macht einen Unterschied, ob dem Unternehmen das Geld am 10.1. zufließt oder am 10.12. Beim früheren Zufluss-Zeitpunkt (zu Beginn des Jahres) 23 können Rechnungen von Lieferanten bezahlt werden. Kommt das Geld erst im Dezember, muss vielleicht ein kurzfristiges

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