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Corporate Governance ohne Paragrafen Die Geheimnisse und Spielregeln nachhaltig guter Steuerung von Unternehmen von Reichl, Manfred (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.02.2015
  • Verlag: Linde Verlag Wien Gesellschaft m.b.H.
eBook (PDF)
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Corporate Governance ohne Paragrafen

Unternehmenssteuerung für Praktiker

"Corporate Governance" ist ein Begriff, den die meisten Führungskräfte – ja sogar die meisten Experten – nur mit Gesetzen, Paragrafen und Statuten assoziieren. Doch Corporate Governance ist viel mehr als nur die Einhaltung formeller Regeln. Inhaltliche Leitlinien der Führung, Steuerung und Überwachung sind für den Erfolg von Unternehmen oft wesentlich wichtiger, als nur die rechtlich richtige Strukturierung der obersten Organe. Welche Faktoren erfolgreiche Unternehmenssteuerung ausmachen und wie diese in der Praxis gelebt werden können, beschreibt Strategieberater und Unternehmer Manfred Reichl in seinem Buch.

getAbstract Buchempfehlung

Dr. Dr. Manfred Reichl baute als Senior Partner von Roland Berger Strategy Consultants die Büros in Österreich und Osteuropa auf und ist nun Strategieberater, Unternehmer sowie Mitglied bzw. Vorsitzender in internationalen Aufsichtsräten.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 248
    Erscheinungsdatum: 24.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783709406465
    Verlag: Linde Verlag Wien Gesellschaft m.b.H.
    Größe: 1361kBytes
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Corporate Governance ohne Paragrafen

14 1 Menschliches Wirtschaften und seine grundlegenden Begriffe

Konfuzius (551-479 v. Chr.), chinesischer Philosoph

Am Anfang dieses Buches möchte ich deshalb die Frage stellen: Um was geht es tatsächlich bei Corporate Governance? Nicht nur in einzelnen Gesetzesparagrafen eines Staates, nein, um was geht es im Kern? Das ist tatsächlich nicht leicht zu sagen!
1.1 Grundprinzipien der Steuerung von Unternehmen

In seinem Kern betrifft Corporate Governance die Natur des Menschen als soziales Wesen. Es geht - wie bei (fast) allem in der Welt - um Interessen, Macht und Auslese, etwa bei Tieren, Menschen, Personen und Gesellschaften.

Macht steht für Überlegenheit

"Was können die schon sagen!" Sie kennen diesen Ausruf eines Alphatiers, geknurrt, gebrüllt oder trompetet vom Leittier eines Rudels, geprahlt vom Wortführer eines Stammtisches oder gedacht von einem smarten CEO, der seinen Aktionären gegenübersitzt - und sicher auch schon einmal von Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, selbst.

Warum beginne ich mit Tieren? Nun, Tiere führen ihre teils großen sozialen Gruppen mit relativ einfachen Regeln und Kommunikationsmustern, oft mit der Autorität des Stärkeren oder Intelligenteren wie Wölfe, Löwen oder Elefanten oder durch Instinkte wie Antilopen, Bienen oder Ameisen oder auch mit einer gewissen Schwarmintelligenz wie Zugvögel, Fische oder Schafe. Im Gegensatz zu Tieren haben Menschen die Fähigkeit, in die Zukunft zu denken, zu planen und sich selbst zu reflektieren - mit jenen Konsequenzen, die wir so gut kennen: Sinnsuche, Neid, Drang zur Macht über andere Menschen, (Massen-)Mord an Lebewesen der eigenen Art, aber auch Liebe, Idealismus, Gerechtigkeitssinn und Selbstaufopferung. Mit diesen 15 Merkmalen haben Menschen über Jahrtausende unterschiedlichste Ansätze für die Führung ihrer Sozialsysteme versucht und weiterentwickelt - meist auf Basis einer herrschenden Gruppe von Menschen, aus denen eine Person, vielfach ein König, als Inhaber einer umfassenden Macht oder zumindest als deren Symbol hervorging.

Auch heute noch geht es in (fast) allen menschlichen Gemeinschaften - seien es Staaten, Unternehmen, Kirchen, Hilfsorganisationen oder sonstige Vereinigungen - letztendlich um Macht, also konkret um die Fragen: Wer kann mir was befehlen? Was geschieht mit mir, wenn ich es nicht so mache, wie mir das befohlen wurde? Macht bedeutet "machen können", Macht zeigt Überlegenheit und Stärke gegenüber anderen Menschen, Macht erregt Bewunderung und zieht an - vor allem auch das andere Geschlecht. Wer mächtig ist, hat bessere Chancen, sein Erbgut weiterzugeben und damit seine grundlegende biologische Funktion als Individuum zu erfüllen. Damit ist das Streben nach Macht natürlich und nur allzu menschlich. Wir benutzen diese Macht heute zwar sehr differenziert und zivilisiert. Aber Macht und das Streben nach Macht ist heute genauso allgegenwärtig wie während der Jahrtausende vor uns. Das ist nicht negativ, sondern natürlich und gut, ein Teil eines überlebensnotwendigen Ausleseprozesses.

In den letzten Jahrhunderten haben unsere westlichen Zivilisationen komplexe Mechanismen für das Ausbalancieren und das Kanalisieren von Macht und Machtstreben des Einzelnen innerhalb einer menschlichen Gemeinschaft entwickelt. Macht wurde mit Verantwortung gegenüber jenen, die dieser Macht unterworfen sind, verbunden. Und die Verantwortung jener, die die Macht ausüben, wurde mit Rechten und Pflichten konkretisiert und mit Haftungstatbeständen reguliert.

Gleichzeitig hat das Rechtsdenken unserer Zivilisationen das Verständnis, was eine Gemeinschaft bzw. ein gemeinsames Unterfangen rechtlich sein kann, weiterentwickelt: Es kann eine Körperschaft (engl.: corporation) mit eigenen Rechten und Pflichten sein. Die Rechtssysteme kannten bis ins 18. und teilwe

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