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Das Frauenbild in der NS-Arbeitswissenschaft und seine Bedeutung für die betriebliche Personalpolitik am Beispiel Frauenindustriearbeit von Maaß, Cornelia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.08.2012
  • Verlag: Examicus Verlag
eBook (ePUB)
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Das Frauenbild in der NS-Arbeitswissenschaft und seine Bedeutung für die betriebliche Personalpolitik am Beispiel Frauenindustriearbeit

Examensarbeit aus dem Jahr 1999 im Fachbereich BWL - Personal und Organisation, Note: 1, Freie Universität Berlin, Sprache: Deutsch, Abstract: Ich möchte mich in dieser Arbeit der Frage widmen, welche Bedeutung das Frauenbild der nationalsozialistischen Arbeitswissenschaft für die betriebliche Personalpolitik in der Industrie hatte. Die ArbeitswissenschaftlerInnen setzten bestimmte physische und psychische Merkmale von Frauen voraus, folgerten, daß Frauen sich von Männern auch beim Ausführen von Arbeitsprozessen und in ihrer Einstellung zur Erwerbstätigkeit unterschieden und leiteten daraus schließlich Hinweise für einen 'frauengerechten' Arbeitseinsatz in der Industrie ab. Des Weiteren wurden Überlegungen zur Bewertung und Entlohnung der in der Industrie tätigen Frauen angestellt. Ich möchte anhand einiger Bereiche betrieblicher Personalpolitik überprüfen, ob ein 'wesensgemäßer' Fraueneinsatz in der Industrie zustande kam und wenn ja, wodurch er sich auszeichnete.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 91
    Erscheinungsdatum: 22.08.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783656981329
    Verlag: Examicus Verlag
    Größe: 521kBytes
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Das Frauenbild in der NS-Arbeitswissenschaft und seine Bedeutung für die betriebliche Personalpolitik am Beispiel Frauenindustriearbeit

3 Beschäftigungspolitische und gesetzliche Rahmenbedingungen für die betriebliche Personalpolitik

3.1 Nationalsozialistische Frauenbeschäftigungspolitik

3.1.1 Vorbemerkungen

Als Hitler am 30.01.1933 zum Reichskanzler ernannt wurde, herrschte in Deutschland hohe Arbeitslosigkeit, weshalb das primäre wirtschaftliche Ziel 'Arbeitslosigkeit eindämmen' hieß. [183] Mehrere konjunktur- und beschäftigungspolitische Maßnahmen, die teilweise schon während der Weimarer Zeit entwickelt worden waren, wurden durchgeführt, so etwa der Bau der 'Reichsautobahnen', Maßnahmen zur Verbesserung der landwirtschaftlichen Infrastruktur, die Förderung privater und staatlicher Bauvorhaben und die Aufhebung der Kraftfahrzeugssteuer für alle neu zugelassenen Fahrzeuge. Von Anfang an wurde in die Wiederaufrüstung investiert. [184] Die beiden 1933 verabschiedeten " Gesetze zur Verminderung der Arbeitslosigkeit " - nach ihrem Initiator, dem Staatssekretär im Reichsfinanzministerium, 'Reinhardt-Programm' genannt - sollten die Eigeninitiative der Unternehmen durch steuerliche Erleichterungen und Darlehensanreize fördern; sie enthielten aber auch arbeitsmarktpolitsche Regelungen. [185] Teil des " Gesetzes zur Verminderung der Arbeitslosigkeit " war das sogenannte 'Ehestandsdarlehen', das zum Ziel hatte, Frauen freiwillig zum Verlassen ihrer Arbeitsplätze zu motivieren, um diese für Männer 'freizumachen'. [186] Es ist bezeichnend, daß es sich bei den beschäftigungspolitischen Maßnahmen, die in der Anfangszeit des Nationalsozialismus Frauen betrafen, gleichzeitig um bevölkerungspolitische handelt. Das Erreichen zweier Ziele wurde angestrebt: Frauen sollten erstens vom Arbeitsmarkt 'verschwinden', wodurch ein Sinken der Arbeitslosigkeit erhofft wurde, und zweitens sollten mehr 'deutsche' Kinder zur Welt kommen. [187]

Im Jahr 1936, als der 'Vierjahresplan' entstand und damit die direkte Kriegsvorbereitung begann, hatte sich die Situation maßgeblich verändert. Ein starker Wirtschaftsaufschwung war - vor allem innerhalb der rüstungsswichtigen Produktionsgüterindustrie - festzustellen, [188] und am Ende des Jahres 1937 herrschte Vollbeschäftigung. [189] Die Arbeitskraft eines jeden wurde benötigt, um die Produktion aufrecht zu erhalten, also jetzt auch die der Frauen. Der Arbeitskräftemangel wurde im Laufe des Krieges immer prekärer und konnte auch nicht durch den Einsatz der sogenannten 'Fremd'- und 'ZwangsarbeiterInnen' vollkommen ausgeglichen werden, zumal auch FacharbeiterInnen - vor allem in der Metallindustrie - fehlten. [190] Man versuchte, alle noch nicht beschäftigten Personen - Frauen, Jugendliche und Pensionäre - zur Arbeitsaufnahme zu bewegen, teilweise per Dienstverpflichtung. Frauen stellten dabei die größte innerdeutsche 'Arbeitsmarktreserve' dar.

Ich werde die wichtigsten Maßnahmen der Frauenbeschäftigungspolitik nach ihren gegensätzlichen Zielen - zuerst tendenzielle Verdrängung vom Arbeitsmakt, dann Versuch der Rückgewinnung - darstellen.

3.1.2 Maßnahmen, um Frauen vom Arbeitsplatz zu verdrängen

3.1.2.1 Die 'Kampagne gegen das Doppelverdienertum '

Die sogenannte 'Kampagne gegen das Doppelverdienertum' hatte bereits während der Weltwirtschaftskrise eingesetzt und war kein spezifisch deutsches Phänomen, sondern existierte in allen von der Weltwirtschaftskrise betroffenen Ländern. [191] Die NSDAP forderte zusammen mit anderen konservativen Parteien die Entlassung der sogenannten 'DoppelverdienerInnen', wobei es sich außer um erwachsene, im Haushalt der Eltern lebende Kinder vor

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