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Das Neue in ?onomie und Management Grundlagen, Methoden, Beispiele

  • Erscheinungsdatum: 16.12.2008
  • Verlag: Gabler
eBook (PDF)
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Das Neue in ?onomie und Management

Die Beiträge beschreiben den Übergang von der ökonomischen Theorie, das Neue zu denken, bis hin zur gezielten Umsetzung in Methode und Praxis. Das Spektrum reicht von epistemologischen Skizzen über Entscheidungstheorie, Wettbewerbstheorie, Trend- und Issuemanagement über Szenariotechnik, Kreativitätstechniken und Innovationsprozesse bis zur strategischen Implemementierung.

Prof. Birger Priddat lehrte bis 2007 Politische Ökonomie an der Zeppelin University. Er ist nun Präsident der Uni Witten/Herdecke und außerdem Inhaber des Lehrstuhls für Politische Ökonomie im Studium
Fundamentale.
Dr. Dr. Peter Seele ist Assistenzprofessor am Zentrum für Religion, Wirtschaft und Politik an der Universität Basel.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 194
    Erscheinungsdatum: 16.12.2008
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783834981578
    Verlag: Gabler
    Größe: 3008 kBytes
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Das Neue in ?onomie und Management

Auf das Neue vorbereiten (S. 147-150)

Zur Evolution der Zwecke multipler Zukunfts-Szenarien

1 Einführung

Das Besondere am Neuen besteht darin, dass es vorher unbekannt ist. So schlicht diese Einsicht ist, so beharrlich haben sich Menschen zu allen Zeiten bemüht, das Neue zu erkennen, bevor es eintritt. Immer schon herrschte der Wunsch, heute zu wissen, was morgen sein wird. Solange sich die Zukunft, zur Gegenwart geworden, als Verlängerung der vergange nen ehemaligen Gegenwart erweist, können solche Versuche des Vorherwissens durchaus von Erfolg gekrönt sein. Dagegen scheitert die Zukunftsschau, ob nun per Knochenwurf oder per multipler Regression, fast immer, wenn sich tatsächlich Neues ereignet, wenn die Zukunft anders als die Gegenwart ist.

Nur zögerlich verbreitet sich die Einsicht, dass dies die Regel und nicht die Ausnahme ist. So mehrten sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Überlegungen, dass es für Analyse , Planungs und schließlich auch Steuerungszwecke nützlich sein könnte, die Zukunft anders als in Form von Vorhersagen zu beschreiben. Nach einer zwischenzeitlichen Euphorie in den 1960er und frühen 1970er Jahre, die noch auf ein Vorherwissen durch Wissenschaft hoffte, verdichteten sich die Hinweise, dass die Zukunft auch weiterhin unvorherwissbar bleiben würde. So entwickelte sich, vorwiegend praxisgetrieben und eher am Rande von Theorie und Lehre, eine Auffassung, der zufolge es besser sei, die Zukunft in mehreren alternativen Bildern zu beschreiben. Man favorisierte, die Unabsehbarkeit der Zukunft im Entscheiden und Planen zur Kenntnis zu nehmen und nicht mehr nur, im Sinne der klassischen Prognostik, mit einer Zukunft zu rechnen. Stattdessen gelte es, mehrere Bilder verschiedener möglicher Zukünfte zu entwickeln und zu verwenden.

Dies war und ist im Kern die Botschaft, wenn die Entwicklung und Verarbeitung multipler Zukunfts Szenarien oder kurz Szenarien empfohlen wird. Doch wozu genau kann man dieses Instrumentarium verwenden? Welchen Zwecken dienen Szenarien? Welchen Nutzen verspricht ihr Einsatz? Das konzeptionelle Verständnis von Szenarien als multiple Zukunftsbilder und ihres potenziellen Nutzens hat im Laufe einer bald vierzigjährigen Diskussion bemerkenswerte Wandlungen erfahren.

Nach einem kurzen definitorischen Einstieg will ich diese Evolution der Szenarien Zwecke nachzeichnen. Da es auch bei Szenarien stets auf den Anwen dungskontext ankommt, beschränke ich mich auf die Verwendung von Szenarien in und für Organisationen. Der Leser gewinnt damit ein vertieftes Verständnis der Einsatzmöglichkeiten und grenzen dieses heute oft erwähnten Instrumentariums, dessen Attraktivität sich zunächst vor allem aus der Unzufriedenheit mit der klassischen Prognostik speist, dessen Wirkungsdimensionen jedoch oft im Halbdunkel bleiben.

2 Was sind Szenarien?

Die konzeptionellen Wurzeln des Szenario Ansatzes reichen zurück bis in die militärischen Planspiele des Zweiten Weltkrieges und darüber hinaus in die Sandkästen der Militärs der Vergangenheit. Dort waren, wohl auf allen Seiten, unterschiedliche denkbare Varianten gegnerischer Aktivitäten in ihren Folgen für die eigene Lage und für die eigenen Handlungsoptionen durchgespielt worden. Herman Kahn übernahm nach dem Krieg diesen Grundansatz als Militäranalytiker in der 1946 entstandenen Rand Corporation, zunächst vor allem, um die Genese und Folgen thermonuklearer Kriege durchzuspielen (Van der Heijden u. a. 2002: 126 f.).

Die Vorgehensweise hierbei nannte er anfangs "Future now thinking": die anschauliche Beschreibung der Zukunft in einer Weise, als ob der Berichterstatter in dieser Zeit leben würde. Etwas später übernahm Kahn für solche Berichte aus der Zukunft die Bezeichnung "Scenario" aus der Filmindustrie (Ringland 1998: 11 ff.). Dort hatte "Scenario" eine Zwischenstufe in der Konkretisierung der

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