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Das unendliche Spiel Strategien für dauerhaften Erfolg von Sinek, Simon (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.10.2019
  • Verlag: Redline Verlag
eBook (ePUB)
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Das unendliche Spiel

Es gibt Spiele, bei denen sind die Regeln fest, die Spieler bekannt und das Ziel klar. Etwa beim Schach oder Fußball. Dann gibt es noch Spiele, bei denen die Spieler kommen und gehen, die Regeln sich verändern, es gibt nur davor und danach und damit auch keinen finalen Gewinner. So zum Beispiel in der Politik und in der Wirtschaft. Simon Sinek hat sich mit den endlosen Spielen beschäftigt und das Geheimnis langfristigen Erfolgs entschlüsselt. In seinem neuen Buch Das unendliche Spiel beschreibt er eine Geschäftsstrategie, die auf der Spieltheorie basiert. Denn die Unternehmenswelt gleicht einem unendlichen Spiel - es gibt keine festen Regeln, keine Gewinner oder Verlierer, und Wettkämpfer kommen und gehen. Er zeigt anhand von vielen Beispielen aus der Praxis wie Business-Player sich von ihren endlichen Denkweise lösen können, um stärkere und innovativere Organisationen schaffen, eine beständige Vertrauensbasis zu ihren Mitarbeiten aufbauen und auf diesem Spielfeld langfristig erfolgreich sein zu können. Bestsellerautor Simon Sinek ist Business-Berater von Unternehmen und Institutionen wie unter anderem UN, Microsoft und American Express. Er veröffentlicht regelmäßig Artikel sowie Kommentare zu den Themen Inspiration und Erfolg in renommierten Tageszeitungen und Magazinen wie The New York Times, Wall Street Journal, The Washington Post und Huffington Post und lehrt strategische Kommunikation an der Columbia University. Sein Vortrag auf TED.com ist mit der häufigste angeklickte TED-Talk aller Zeiten. Von Simon Sinek sind bei Redline außerdem erschienen: Frag immer erst: Warum, Finde dein Warum, Gute Chefs essen zuletzt und Zusammen sind wir besser.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 14.10.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783962671051
    Verlag: Redline Verlag
    Größe: 687 kBytes
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Das unendliche Spiel

Zweites Kapitel

EINE GERECHTE SACHE

E rst verspeisten sie die Tiere aus dem Zoo. Dann aßen sie ihre Hunde und Katzen. Manche verzehrten in ihrer Not sogar Tapetenbrei und gekochtes Leder. Dann geschah das Unvorstellbare. "Ein kleiner Junge starb, er war erst drei Jahre alt", schrieb Daniil Granin, einer der Überlebenden. "Seine Mutter legte seinen Körper zwischen die Scheiben des Doppelfensters und schnitt jeden Tag ein Stück ab, um ihr anderes Kind zu ernähren." 1

Zu solchen Extremen wurden die Bürger Leningrads während der 900 Tage dauernden Belagerung der Stadt durch die Nazis vom September 1941 bis zum Januar 1944 getrieben. Über eine Million Menschen starben, darunter 400.000 Kinder - viele an Hunger. Was kaum einer wusste: Die ganze Zeit über lagerten mitten in der Stadt im Verborgenen gewaltige Mengen an Saatgut, tonnenweise Kartoffeln, Reis, Nüsse und Getreide.

Etwa 25 Jahre vor Beginn der Belagerung begann ein junger Botaniker namens Nikolai Wawilow mit dem Aufbau seiner Saatgutsammlung. Aufgewachsen in einer Zeit, in der Russland von schweren Hungersnöten heimgesucht wurde, widmete er sein Leben und seine Arbeit der Beendigung des Hungers und der Verhütung künftiger Umweltkatastrophen. Was aus Idealismus begonnen hatte, wurde für Wawilow letztlich zu dem Anliegen, worauf er sich mit aller Kraft konzentrierte. Er bereiste die Welt, um verschiedene Arten von Nutzpflanzen zu sammeln und mehr darüber zu erfahren, warum manche widerstandsfähiger waren als andere. Bald hatte er Saatgut für mehr als 6.000 verschiedene Arten von Nutzpflanzen zusammen. Er befasste sich auch mit Genforschung und experimentierte mit der Entwicklung von Pflanzensorten, die weniger anfällig waren für Schädlinge oder Krankheiten, schneller wuchsen, unwirtlichen Bedingungen standhielten oder höhere Erträge brachten. Im Zuge seiner Arbeit kristallisierte sich Wawilows Vision von einer Genbank heraus. Wie wir für den Fall eines Systemabsturzes wichtige Daten sichern, wollte Wawilow Saatgutreserven für alle pflanzlichen Nahrungsmittel der Erde vorhalten, falls eine Art ausstarb oder aufgrund von verheerenden Naturereignissen oder menschengemachten Katastrophen nicht mehr angebaut werden konnte.

1920 hatte sich Wawilow schon einen gewissen Ruf aufgebaut (und eine noch größere Saatgutsammlung). Da verabschiedete er sich vom Leben als Akademiker und übernahm die Leitung des Allunionsinstituts für angewandte Botanik in Leningrad. Mit Hilfe von Staatsgeldern konnte Wawilow ein ganzes Team von Wissenschaftlern zusammenstellen, die ihn bei seiner Arbeit unterstützten und sein Anliegen vorantrieben. Als Wawilow in das Institut eintrat, schrieb er: "Ich möchte daraus eine unverzichtbare Einrichtung machen, die der Allgemeinheit möglichst viel Nutzen bringt. Ich würde gern die Sortenvielfalt der ganzen Welt einfangen, [sie alle ordnen] und das Institut in eine Schatzkammer für alle Getreidesorten und sonstige Flora verwandeln." Und wie jeder gute, auf Unendlichkeit ausgerichtete Visionär schloss er: "Wie das ausgeht, ist ungewiss. ... Aber ich möchte es dennoch versuchen." 2

Doch innerhalb von zwei Jahren sollte sich alles ändern. In Josef Stalins Sowjetunion war niemand sicher, nicht einmal der hoch angesehene Wawilow. Stalin soll während seiner Regierungszeit von 1922 bis zu seinem Tod im Jahr 1953 für den Tod von über 20 Millionen seiner Landsleute verantwortlich gewesen sein. Bedauerlicherweise fand sich auch der Wissenschaftler, der sein Leben dem Anliegen gewidmet hatte, den Menschen in seinem Land zu helfen, auf der Liste der von Stalin aus politischen Gründen Verfolgten wieder. Er wurde 1940 unter dem Vorwand der Spionage verhaftet und über vierhundert brutalen Verhören unterzogen, die zum Teil 13 Stunden dauerten und darauf angelegt waren, ihn zu brechen und zu dem Geständnis zu zwingen, dass er mit Stalingegnern sympathisiere. Doch Wawilow war nicht so

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