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Entscheidungsfindung bei Führungskräften und Mitarbeitern: Ein Ratgeber zum Entscheidungsverhalten in Wirtschaftsbetrieben und Organisationen von Wachter, Klaus (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.03.2014
  • Verlag: Diplomica Verlag GmbH
eBook (PDF)
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Entscheidungsfindung bei Führungskräften und Mitarbeitern: Ein Ratgeber zum Entscheidungsverhalten in Wirtschaftsbetrieben und Organisationen

Der Schwerpunkt des vorliegenden Buches liegt in der Aufarbeitung aller bisher bekannten Besonderheiten und Eigenwilligkeiten des menschlichen Entscheidungsverhaltens. Die Behandlung des tatsächlichen menschlichen Entscheidungsverhaltens, in Abgrenzung zum normativ geforderten, setzt am homo oeconomicus an und zeigt die vielfältigen Limitationen des normativen Modells auf. Diese liegen einerseits in der Komplexität von Entscheidungssituationen begründet, d.h. den für den menschlichen Verstand 'vertrackten' Eigenschaften komplexer Probleme oder Systeme, andererseits aber auch in den kognitiven und ebenso den emotionalen und motivationalen Einschränkungen der menschlichen Informationsverarbeitung. Die mittlerweile vorliegenden Modelle, die die Abweichungen des Entscheidungsverhaltens vom Rationalmodell (bounded rationality) beschreiben und erklären, werden vorgestellt; das sind, beginnend mit Simon, die gut belegten Entscheidungsanomalien aus Kahneman & Tverskys prospect theory, die Urteilsheuristiken, die Asymmetrien der Gewinn- und Verlustwahrnehmung und andere Eigentümlichkeiten. Behandelt sind darüber hinaus das garbage can-Modell, das Unternehmensentscheidungen illusionslos mit dem Bestücken eines Abfalleimers vergleicht, Kahnemans 'schnelles' und 'langsames Denken', die gelernte Sorglosigkeit, der Entscheidungsautismus, auch in seiner groupthink-Form. Das Problem von Fehlentscheidungen in Wirtschaftsbetrieben sowie eine empirische Erhebung deutscher Maschinenbauer vervollständigen das Buch.

Klaus Wachter wurde 1987 in Bad Waldsee geboren und studierte Internationales Finanzmanagement (B.Sc.) an der European School of Finance der HfWU Nürtingen-Geislingen, an der London Metropolitan University sowie Unternehmensführung (M.Sc.) an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Geislingen. Aus seinen Erfahrungen im Controlling eines großen deutschen Maschinenbauers entstand die Anregung zu diesem Buch, welche durch die intensive Auseinandersetzung mit den Themen Entscheidungsfindung, Steuerung komplexer Systeme, strategische Unternehmensführung, Mitarbeiterführung und Organisationsentwicklung schließlich ihre Umsetzung fand.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 150
    Erscheinungsdatum: 01.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783842840287
    Verlag: Diplomica Verlag GmbH
    Größe: 2133kBytes
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Entscheidungsfindung bei Führungskräften und Mitarbeitern: Ein Ratgeber zum Entscheidungsverhalten in Wirtschaftsbetrieben und Organisationen

Textprobe: Kapitel 3.3.4.3, Probleme in Wirtschaftsbetrieben, der Politik und Privathaushalten: KIRCHLER (2011) illustriert ein lebhaftes Bild vorherrschender Probleme, die auf das Garbage-Can-Modell zurückzuführen sind. Seiner Meinung nach sind die Erkenntnisse des Modells auf eine Vielzahl von Organisationen anwendbar. Dazu gehören Wirtschaftsbetriebe, die Politik und sogar private Haushalte. So müssen beispielsweise Universitätslehrer Entscheidungen treffen, die zwar ihr Lehrgebiet betreffen, aber eigentlich einen verwaltungstechnischen Akt beschreiben, über den sie u. U. nur teilweise Bescheid wissen. Häufig werden unnütze Informationen eingesammelt und Entscheidungen unter Zeitdruck herbeigeführt, die nicht sorgfältig geprüft werden können (KIRCHLER, 2011). Als Beispiel nennt KIRCHLER (2011) die Budgetvergabe in Universitäten. So müssen Budgets unbedingt zum Ende der Planungsperiode aufgebraucht - auch wenn dadurch noch so unnütze Investitionen getätigt werden - damit der Erhalt neuer Mittel zur nächsten Periode gerechtfertigt wird. Diese Entscheidungen führen wiederum zu neuen Problemen. So ist die Universität dann z. B. in Besitz einer Maschine, die sie gar nicht benötigt, wodurch letztendlich eine Lösung für ein Problem existiert, mit der sich die Universität noch gar nicht auseinandergesetzt hat. Auch in diesem Fall sucht sich die Lösung das Problem! Ähnliche Muster zeigen sich in der Politik, in Wirtschaftsbetrieben und der öffentlichen Verwaltung (KIRCHLER, 2011). Auch nennt KIRCHLER (2011) Probleme in Privathaushalten, etwa beim Kauf eines Hauses, bei dem auch verschiedenste Lösungsmöglichkeiten bestehen. Wie gravierend sich Fehlentscheidungen nach dem Mülleimer-Modell auswirken können, zeigt eine Studie der Forscher TIERNAN & BURKE (2002). Sie untersuchten die Anwendbarkeit der Garbage-Can-Theorie (in ihrer weiterentwickelten Form durch John W. Kingdon) auf die Haushaltspolitik der australischen Regierung. Das Ergebnis: Bei komplexen Problemen, in denen womöglich auch noch Zeitdruck herrscht, kommt es häufig zu irrationalen Entscheidungen. Die Folge: immense Kostensteigerungen und eine Vergrößerung des 'Sumpfes', d. h. noch kompliziertere Regeln, Gesetze und Vorschriften. Aufgrund der Tatsache, dass gerade innerhalb der Politik sehr unterschiedliche Wissensstände zu bestimmten Themen herrschen, gepaart mit extrem instabilen Zielen und ständig wechselnden Teilnehmern, kommt es häufig zu Entscheidungen, die nur noch weitere Probleme mit sich bringen (KIRCHLER, 2011). TIERNAN & BURKE (2002) nennen hierfür beispielsweise die Regulierung von Subventionen, Änderungen im Gesundheitssystem oder die Regulierung des Steuerwesens. 3.3.4.4, Voraussetzungen zur Verhinderung eines Garbage-Can-Vorgehens: Entscheidungsprozesse in Organisationen unterliegen also dem relativ zufälligen und gleichzeitigen Zusammentreffen dieser Ströme (wie in einem Mülleimer auch). Entscheidungen sind also ein Produkt dieser relativ unabhängigen Ströme (MARCH & OLSEN, 1994). Das bedeutet aber auch, dass Entscheidungen von Organisationen häufig gar nicht selbst entwickelt werden bzw. sie diese nur kopieren und Probleme teilweise gar nicht selbst erkennen. KIRCHLER (2005) beschreibt diesen Umstand so, dass aufgrund der mehr oder weniger chaotischen Zustände innerhalb der Organisationen - er nennt hierfür den Begriff der 'chaotischen Arenen' - es vorkommen kann, dass überhaupt erst eine vorhandene Lösung auf ein bestimmtes Problem aufmerksam macht, bevor dieses (ohne die Lösungsoption) als Problem identifiziert wird. Zur Findung einer optimalen Lösung, die unabhängig von den oben genannten Merkmalen sowie von den unterschiedlichen Strömungen der Organisation ist, bedürfte es der Schaffung von Ordnung und dem Einholen von Informationen (KIRCHLER, 2011). Sämtliche entscheidungsbeeinflussenden Störelemente müssten beseitigt werden (MACHARZINA & WOLF, 2010). Nun wird klar, vor welchem Problem sich F

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