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Faktoren des verlässlichen Handelns Leistungspotenziale von Organisationen in Hochrisikoumwelten von Mistele, Peter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.12.2007
  • Verlag: DUV Deutscher Universitäts-Verlag
eBook (PDF)
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Faktoren des verlässlichen Handelns

Aufbauend auf einer explorativen Untersuchung in medizinischen Rettungsdiensten, Spezialeinheiten der Polizei und Feuerwehreinheiten entwickelt Peter Mistele ein Modell, welches individuumsbezogene, teambezogene und strukturelle verlässlichkeitsbeeinflussende Faktoren von Organisationen in Hochrisikoumwelten und damit Ansatzmöglichkeiten zur Leistungsverbesserung zusammenfasst. Dr. Peter Mistele promovierte bei Prof. Dr. Peter Pawlowsky am Lehrstuhl Personal und Führung der Technischen Universität Chemnitz. Er arbeitet als Senior Consultant bei einem internationalen Unternehmen im Bereich Human Capital - Learning and Development.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 242
    Erscheinungsdatum: 14.12.2007
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783835054363
    Verlag: DUV Deutscher Universitäts-Verlag
    Größe: 1431 kBytes
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Faktoren des verlässlichen Handelns

Teil A: Hintergrund und Perspektive der Arbeit (S. 1)

1 Einleitung

1.1 Ausgangssituation

Organisationen, seien es z. B. Softwareunternehmen, Automobilhersteller, Energiekonzerne, Krankenhäuser oder Einheiten der Polizei, sind heute zunehmend mit unbestimmten und dynamischen Umwelten konfrontiert. Ihre Mitglieder müssen häufig in neuen und unbekannten Situationen weitreichende Entscheidungen treffen. Hierfür fehlen oft die notwendigen Informationen. Erschwerend kommen Stress und Zeitdruck hinzu (vgl. zu diesen Handlungsbedingungen z. B. Sutcliffe und Weber 2003:68, St. Pierre et al. 2005:5, Böhle 2004:37, Hofrage und Reimer 2004, Dörner und Schaub 1995:35, Strohschneider 2003:V).

Gleichzeitig wird von den Organisationen und ihren Mitglieder erwartet, dass sie eine zuverlässige Leistung im Hinblick auf die jeweiligen Zielstellungen erbringen und sich nicht durch unerwartete Situationsveränderungen, die durch die hohe Umweltdynamik hervorgerufen werden, in ihrer Handlungs- und Leistungsfähigkeit beeinträchtigen lassen (vgl. Gray 2003:3). Insbesondere Organisationen wie Kernkraftwerke, petrochemische Unternehmen, zivile Luftfahrt, medizinische Einrichtungen oder Spezialeinheiten der Polizei, zählen zu Organisationen, die in sog. Hochrisikoumwelten (high risk environments) agieren. Das sind Umwelten, in denen Fehler zu einer überdurchschnittlichen Gefahr für die Gesundheit und das Leben von Menschen oder Gefahren für die Umwelt führen (vgl. Dietrich und Childress 2004b:1).

Diese Organisationen sind bisweilen mit unvorhergesehenen Situationen konfrontiert, in denen sie handeln müssen. Von ihnen wird erwartet, dass sie den ihnen gestellten Herausforderungen gewachsen sind, möglichst keine Fehler machen und zuverlässig arbeiten. Begründet liegt dies darin, dass Fehler in diesen Organisationen Zwischenfälle oder Unfälle nach sich ziehen, die katastrophale Folgen für Mensch und Umwelt haben, wie z. B. der Unfall von Tschernobyl im Jahr 1986 zeigt (vgl. Helmreich und Sexton 2004:15).

Menschen sind jedoch nicht unfehlbar. Selbst den besten Experten und erfahrensten Menschen unterlaufen mitunter Fehler, die in der Folge zu weitreichenden Konsequenzen führen können (vgl. Reason 1997:61, 2000a:768, St. Pierre et al. 2005:6). Untersuchungen von Organisationen in Hochrisikoumwelten, u. a. in der Luftfahrt, der Handelsschifffahrt oder dem medizinischen Bereich, zeigen, dass über 70 Prozent von Zwischenfällen und Unfällen auf menschliches Versagen zurückzuführen sind (vgl. z. B. Helmreich und Foushee 1993, Flin 1995, Helmreich 1997, Klampfer et al. 2000, Hansis und Hart 2001, Helmreich et al. 2001, St. Pierre et al. 2005).

Interessanterweise gelingt es manchen dieser Organisationen in Hochrisikoumwelten, trotz der individuellen Fehlbarkeit und der unbestimmten und dynamischen Umweltsituationen zuverlässig und leistungsfähig zu arbeiten und die an sie gestellten Erwar- tungen zu erfüllen. Obwohl diese Organisationen häufig mit kritischen Situationen1 konfrontiert sind, in denen sie unter Zeitdruck entscheiden, handeln und ein hohes Leistungsniveau aufrechterhalten müssen, sind sie in der Lage, überwiegend mit einem geringen Fehleraufkommen zuverlässig zu agieren und die an sie gestellten Erwartungen zu erfüllen (vgl. Weick und Sutcliffe 2003:30, Roberts 1990a:101, Vogus und Welbourne 2003:878).

Ausgehend von dieser Tatsache stellen sich die forschungsleitenden Fragen: Wie gelingt es Organisationen in Hochrisikoumwelten, diese Leistungsfähigkeit im Sinn eines sicheren und zuverlässigen Handelns zu erzielen? Lassen sich hierfür bestimmte Faktoren identifizieren?

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