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Mitarbeiter als Eigentümer Employee Ownership im internationalen Vergleich von Muth, Christian (eBook)

  • Verlag: Diplomica Verlag GmbH
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Mitarbeiter als Eigentümer

In der vorwiegend anglo-amerikanisch geprägten Literatur wird wiederholt die motivierende Wirkung von Mitarbeiterbeteiligungen betont. Sowohl in den USA, als auch in der EU gibt es zahlreiche Initiativen, um die Beteiligung der Mitarbeiter an ihrem Unternehmen zu fördern. Doch muss die Annahme einer universellen Motivationswirkung der Mitarbeiterbeteiligung angesichts verschiedener Kulturräume nicht angezweifelt werden? Wenn Mitarbeiter an der Firma beteiligt werden, tragen sie ganz oder teilweise unternehmerisches Risiko. Die Risikoeinstellung kann zwischen den Kulturen aber erheblich differieren, so dass eine starke Risikoaversion den angenommenen Motivationseffekten entgegen wirken könnte. Zu diesem Zweck betrachtet das vorliegende Buch aus der Perspektive der Prinzipal-Agent-Theorie, die zwischen risikoneutralen und risikoaversen Agenten unterscheidet, die Risikoneigung verschiedener kultureller Cluster. Hierfür wird die Dimension der Unsicherheitsvermeidung verwendet, die in der GLOBE-Studie entwickelt wurde. Anschließend wird die Risikoeinstellung der praktischen Bedeutung von finanziellen Beteiligungen der Mitarbeiter in den einzelnen Ländern gegenübergestellt und Theorie und Praxis werden miteinander verglichen. Das Ergebnis der Analyse bestätigt die Hypothese, dass Mitarbeiterbeteiligungsprogramme nicht in allen Kulturräumen motivierend wirken. Während im Anglo und Germanic Europe Cluster eine motivierende Wirkung festgestellt werden konnte, wurden kontra-produktive Effekte auf die Motivation im Confucian Asia und Eastern Europe Cluster entdeckt. Die Ergebnisse der Auswertung des Latin Europe Cluster verhalten sich ambivalent und lassen keine sicheren Schlussfolgerungen zu. Zudem wurden einige Faktoren identifiziert, die neben der Risikoeinstellung die Akzeptanz und Verbreitung von Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen beeinflussen. Dies sind u.a. die Politik, die Sozialpartner, die wirtschaftliche Lage und die Struktur der Betriebsgrößen. Zum Abschluss der Untersuchung wird ein Ausblick gegeben, wie die motivierende Wirkung der Kombination von materiellen und immateriellen Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen getestet werden könnte.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 80
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783836624541
    Verlag: Diplomica Verlag GmbH
    Größe: 1199 kBytes
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Mitarbeiter als Eigentümer

"Kapitel 3.3.1, Das Germanic Europe Cluster:

Das Germanic Europe Cluster besteht aus den Ländern Österreich, den Niederlanden, dem deutschsprachigen Teil der Schweiz und Deutschland. Letzteres wurde in zwei Subkulturen untergliedert. Die Bundesländer der früheren DDR bilden die Subkultur Ostdeutschland, während die alten Bundesländer der Bundesrepublik Deutschland die Subkultur Westdeutschland bilden.

Die Länder des Clusters zeichnen sich durch ihre Nähe in der geographischen Lage, Sprachähnlichkeiten und einem gemeinsamen historischen Hintergrund aus. So gilt holländisch als Sprache mit germanischer Wurzel, die durch andere Sprachen im Laufe der Jahrhunderte beeinflusst wurde.

Gerade Deutschlands Geschichte zeichnet sich durch viele Konflikte in Europa aus, insbesondere die beiden Weltkriege, die von Deutschland ausgelöst wurden, stürzten den Kontinent in ein Chaos. Nach dem Sieg der Alliierten wurden Wirtschaft und Wiederaufbau durch den Marshall-Plan stimuliert, allerdings existierte eine Konkurrenz zwischen den beiden Systemen Amerikas und Russlands. Im Zuge des Konfliktes zwischen Kommunismus und den westlichen Mächten wurde im "kalten Krieg" Deutschland geteilt. Die Bundesrepublik Deutschland wurde in das westliche ökonomische System eingebettet, während die Deutsche Demokratische Republik Teil des sowjetisch kommunistischen Systems wurde. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde die DDR 1990 mit der BRD wieder vereint. Das neue Deutschland stand und steht noch immer vor einer gewaltigen ökonomischen Aufgabe, um die Wirtschaft in den östlichen Bundesländern wieder aufzubauen. Noch immer bestehen kulturelle und soziale Unterschiede zwischen Ost und West, so dass das Expertenteam von GLOBE Deutschland in zwei Subkulturen unterteilte.

Die Schweiz ist sehr auf ihre Unabhängigkeit bedacht. So ist sie kein Mitglied der EU, allerdings bestehen zahlreiche Vereinbarungen und Verflechtungen ökonomischer Natur mit der Union.
Österreich hatte sich ökonomisch und politisch oft an Deutschland gebunden. So stand Österreich im zweiten Weltkrieg zum großen Teil auf der Seite des deutschen Nazi-Regimes, doch auch vorher bestanden schon zahlreiche Verflechtungen zwischen der österreichischen Kaiserfamilie und den Königen des Vielvölkerstaates Deutschland.

Wie Frankreich und Großbritannien kann auch Holland auf eine Geschichte großer Eroberungen in der "neuen" Welt zurückblicken. So waren es Holländer, die in Amerika die Stadt New Amsterdam gründeten. Heute ist diese Stadt besser unter dem Namen New York bekannt.

Die Länder des Germanic Europe Clusters gehören zu den wohlhabendsten Nationen der Welt. Zusammen erwirtschafteten sie in 2002 ein Bruttonationaleinkommen von US-$ 3000 Milliarden. Deutschland repräsentiert Europas stärkste Industriekraft und war wiederholt Exportweltmeister. Zudem sind die Niederlande trotz ihrer relativ kleinen Landesgröße auf Platz 15 der größten Weltwirtschaften.

Deutschland ist nicht nur die stärkste Wirtschaftskraft in der EU, sondern hat mit 82 Millionen Einwohnern auch die höchste Bevölkerungszahl. Somit stellt Deutschland ca. 75 % der Einwohner des Germanic Europe Clusters, das ungefähr 113 Millionen Menschen umfasst.

Wenn die Unsicherheitsvermeidungswerte von GLOBE näher betrachtet werden, so fällt auf, dass die Ist-Werte zu den höchsten der gesamten Studie zählen (siehe Tabelle 4: Unsicherheitsvermeidungswerte des Germanic Europe Clusters).

Somit zeigt das Cluster eine starke Tendenz zur Standardisierung und zu Regelwerken, um potentielle Risiken weitestgehend zu reduzieren. Die Praxis und damit der Ist-Zustand zeugt von einer hohen Risikoaversion.

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