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Personal Sozialisation - Integration - Kontrolle von Martin, Albert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.09.2015
  • Verlag: Kohlhammer
eBook (ePUB)
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Personal

Zur Beschreibung und Erklärung des Personalgeschehens in Organisationen dient diesem Lehrbuch der funktionalistische Ansatz. Dieser befasst sich mit den Kräften und Handlungen, die dazu beitragen, den Bestand einer Organisation zu sichern und deren Entwicklung zu fördern. Im Lichte dieses Ansatzes kommt einer fundierten personalwirtschaftlichen Gestaltung eine elementare Bedeutung für das Wohlergehen einer Organisation und ihrer Mitglieder zu. Ein erster Schwerpunkt des vorliegenden Buches befasst sich daher mit der Frage, welche Überlegungen bei der Praxisgestaltung anzustellen sind und welche Maßnahmen man ergreifen sollte, damit sich die gewünschten Ergebnisse auch einstellen. Personalarbeit lässt sich dabei nicht auf die Tätigkeiten etwa der Personalabteilung reduzieren, Personalarbeit geschieht selbst dann, wenn es überhaupt keine Personalabteilung gibt, denn Personen werden eingestellt, entlassen, bezahlt, geführt usw., gleichgültig ob es für diese Tätigkeiten spezialisierte Stellen gibt oder nicht. Der zweite Schwerpunkt des Buches liegt auf der Erklärungsaufgabe. Präsentiert und diskutiert werden ausgewählte Theorien sowohl zur Erklärung des Verhaltens der Mitglieder einer Organisation als auch zur Erklärung des Verhaltens der Organisation selbst, wobei diesbezüglich der Schwerpunkt auf die Erklärung der Personalpolitik und der Muster der Personalarbeit gelegt wird. Prof. Dr. Albert Martin lehrt Betriebswirtschaftslehre an der Leuphana-Universität Lüneburg. Prof. Dr. Susanne Bartscher-Finzer lehrt Personal und Organisation an der Hochschule Kaiserslautern, Standort Zweibrücken.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 335
    Erscheinungsdatum: 16.09.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170296886
    Verlag: Kohlhammer
    Größe: 5054 kBytes
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Personal

Kapitel 2: Integration

1 Einführung

Was meint man damit, wenn man sagt, eine Gruppe - oder allgemeiner, ein soziales System - sei integriert? Einer sich zufällig bildenden Menschenmenge (in einem Kaufhaus, auf dem Marktplatz) wird man Integration kaum bescheinigen wollen. Ihr fehlen ganz offensichtlich elementare Eigenschaften, die man im Alltagssprachgebrauch mit dem Begriff Integration in Verbindung bringt: Zusammenhalt, eine gemeinsame Ausrichtung, Ordnung. Völlig desintegriert ist gemäß diesem Grundverständnis beispielsweise eine Gruppe, die von Panik ergriffen ist, während ein militärischer Marschtrupp als hoch integriert gilt. Aber Zusammenhalt und Ordnung reichen nicht aus, um von echter Integration sprechen zu können, denn auch eine Warteschlange vor der Kinokasse besitzt ihre Ordnung, und man wird Warteschlangen (oder Personen in einem Zugabteil oder Zuhörer in einem Hörsaal usw.) nicht als integriert bezeichnen wollen. Bei der Integration geht es - neben der Ordnung - auch darum, dass die Akteure einen gemeinsamen Handlungszweck anstreben, dass sie etwas gemeinsam tun und dies in einer Art und Weise, die "zusammenstimmt". Allerdings wird das Integrationsphänomen durch den Hinweis auf die Ordnung noch nicht hinreichend beschrieben. Auch in einem Gefängnis beispielsweise "stimmt" in gewisser Weise alles zusammen: die Wärter beaufsichtigen, die Gefangenen lassen sich beaufsichtigen und es gibt eine Ordnung, die eingehalten wird. Man wird sich aber schwer tun mit der Behauptung, ein Gefängnis sei ein "integriertes soziales System". Wichtig für die Integration sind offenbar auch Freiwilligkeit und Spontaneität und darüber hinausgehend ein gewisses Engagement. Man denke nur an lustlos vor sich hin kickende Fußballer, die keinerlei Bereitschaft zeigen, das Spiel voranzutreiben, für die Mitspieler mitzudenken und Verantwortung zu übernehmen. Auf die häufig beschworene "integrierte Mannschaftsleistung" wird man in diesem Fall vergeblich hoffen.
Merkmale gelungener Integration

Die angeführten Überlegungen erlauben eine erste Annäherung an den Integrationsbegriff. Integration bezeichnet danach so etwas wie ein von einer gemeinsamen Orientierung getragenes Zusammenstimmen der Akteure. Das Integrationsphänomen ist mit dieser Charakterisierung allerdings noch nicht hinreichend beschrieben. Um den Begriff präziser bestimmen zu können, betrachten wir verschiedene Merkmale, die häufig mit Integration in Verbindung gebracht werden. Hierzu gehen wir auf zwei Fragen ein: Was unterscheidet eine Person, die in ein soziales System integriert ist, von einer Person, die nicht in das soziale System integriert ist? Was macht ein integriertes soziales System auf der Gruppenebene und der Organisationsebene aus?
Integration auf der Individualebene

Wann spricht man davon, dass eine Person in eine betriebliche Organisation "integriert" sei? Als Mindestbedingung kann wohl gelten, dass sich die Person in der Organisation wohl fühlt, also "zufrieden" damit ist, der Organisation anzugehören. Insbesondere wird man erwarten, dass sich eine integrierte Person mit den übrigen Organisationsmitgliedern verbunden fühlt. Umgekehrt gilt dasselbe. Es kommt nicht nur darauf an, dass die betrachtete Person zufrieden ist. Von einer gelungenen Integration kann eigentlich nur gesprochen werden, wenn auch die Person selbst akzeptiert ist, wenn also die soziale Umwelt mit ihr zufrieden ist. Wiederum aus der Perspektive der einzelnen Person betrachtet, was ist über die Zufriedenheit hinaus notwendig, damit sie als integriert gelten kann? Insbesondere drei Aspekte werden von der Literatur noch herausgehoben: die Zielübereinstimmung, die Beziehungsqualität und die Zukunftsorientierung. Jemand, der die gleichen Ziele wie die übrigen Organisationsteilnehmer verfolgt, wer diese Ziele verinnerlicht hat

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