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Theorie und Praxis in der Rechnungslegung Die Bilanzierung des Goodwill bei den Unternehmen des deutschen Aktienindex (DAX 30) von Alka, Benjamin (eBook)

  • Verlag: Diplomica
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Theorie und Praxis in der Rechnungslegung

Unter der Einflussnahme verschiedener Interessengruppen sowie dem Druck, zunehmend konvergente Bilanzierungsregeln zu erlassen, veröffentlichten das FASB im Jahr 2001 und das IASB im Jahr 2005 neue Bilanzierungsregeln für Geschäfts- oder Firmenwerte, die zwei grundlegende Änderungen der konsolidierten Rechnungslegung beinhalten.

So ist die Kapitalkonsolidierung infolge eines Unternehmenserwerbs nunmehr ausschließlich nach der Erwerbsmethode durchzuführen. Die Möglichkeit der Kapitalkonsolidierung nach der umstrittenen Methode der Interessenzusammenführung, welche technisch bedingt nicht zur Entstehung eines Geschäfts- oder Firmenwerts führte, entfällt. Als zweite wesentliche Neuerung gilt die unter dem Begriff Impairment-Only Approach bekannte Neuregelung der Folgebewertung des Geschäfts- oder Firmenwerts. Dieser wird nicht mehr als Vermögenswert mit endlicher Nutzungsdauer verstanden, so dass seine planmäßige Abschreibung entfällt und sich sein Werteverzehr ausschließlich im Rahmen eines jährlich durchzuführenden Werthaltigkeitstests widerspiegelt. Der Impairment-Only Approach wird in der Literatur als politischer Preis bezeichnet, ohne den das FASB die Abschaffung der Interessenzusammenführungsmethode nicht hätte durchsetzen können. Hauptkritikpunkt der Regeln ist, dass Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte vermieden werden und Unternehmen im Extremfall die erheblichen Ermessensspielräume zur strategischen Planung der Abschreibungen nutzen können.

Die vorliegenden Arbeit erörtert die für den Geschäfts- oder Firmenwert relevanten Bilanzierungsfragen sowohl unter Beachtung der Rechnungslegungsvorschriften der IFRS als auch der US-GAAP und skizziert die wesentlichen Unterschiede beider Regelwerke. Basierend auf dieser Ausarbeitung erfolgt eine Untersuchung der praktischen Umsetzung der Vorschriften anhand der Jahresabschlüsse der DAX 30-Unternehmen, wobei insbesondere zwei Fragen im Vordergrund stehen: Zum einen wird analysiert, wie sich die Unterschiede in den Regelwerken der IFRS und der US-GAAP auf die Jahresabschlüsse auswirken. Darüber hinaus wird erörtert, welche Faktoren zu außerplanmäßigen Abschreibungen führen und inwiefern diejenigen Unternehmen, deren Jahresergebnisse nicht durch diese belastet sind, Gemeinsamkeiten aufweisen.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 128
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783836608473
    Verlag: Diplomica
    Größe: 4124 kBytes
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Theorie und Praxis in der Rechnungslegung

Kapitel D.1, Untersuchung der Bilanzierung des Geschäfts- oder Firmenwerts bei den Unternehmen des deutschen Aktienindex (DAX 30)

Die Bilanzierung des Geschäfts- oder Firmenwerts ist, wie in den bisherigen Ausführungen dargestellt, seit geraumer Zeit Gegenstand kontroverser Diskussionen. Neben den wissenschaftlichen Beiträgen zur Bilanzierungstheorie liegen sowohl in der deutschsprachigen wie auch in der internationalen Literatur zahlreiche empirische Studien zur Bilanzierung des Geschäfts- oder Firmenwerts vor. In Hinblick auf die Auswirkungen der neuen Goodwillbilanzierungsregeln ist die empirische Forschung noch in ihrem Anfangsstadium, wenngleich bereits mehrere Untersuchungen zur Rechnungslegung nach den US-amerikanischen Standards SFAS 141 und SFAS 142 vorliegen. Die meisten deutschsprachigen Untersuchungen zur Bilanzierung von Geschäfts- oder Firmenwerten wurden vor Einführung des IFRS 3 (2004) durchgeführt und basieren folglich auf den alten Regeln nach IAS 22.

Eine der wenigen aktuellen Untersuchungen aus dem Jahr 2005 vergleicht die Durchführung des Goodwill-Impairmenttest bei IFRS- und US-GAAP-Bilanzierern im deutschen Prime Standard. PELLENS et al. kommen zu dem Ergebnis, dass beide Regelwerke den Unternehmen erhebliche bilanzpolitische Freiheitsgrade gewähren. Insbesondere die Bildung von ZMGEs bzw. RUs sowie die Allokation des Geschäfts- oder Firmenwerts auf die gebildeten Einheiten haben einen erheblichen Einfluss auf das Ergebnis des Impairmenttests.

Im Kontrast zu den in der Literatur beschriebenen und im Verlauf dieser Arbeit dargestellten Unterschieden zwischen IFRS und US-GAAP gaben die befragten Unternehmen an, im Zuge der Umstellung von US-GAAP auf IFRS keine wesentlichen Änderungen vorgenommen zu haben. So ließen ca. 72 % derjenigen Unternehmen, die ihre Rechnungslegung bereits umgestellt haben, die Anzahl der firmenwerttragenden Einheiten und die damit einhergehende Allokation des Geschäfts- oder Firmenwerts unverändert.

Das Institut für Wirtschaftsprüfung an der Universität des Saarlandes untersuchte unter der Leitung von KÜTING in den vergangenen Jahren mehrfach die Bedeutung der Goodwillposition im Jahresabschluss sowie die Auswirkungen der Goodwillabschreibungen auf die Ertragslage deutscher Unternehmen. Insbesondere die Relation der bilanzierten Goodwillposition zum Eigenkapital verdeutlicht die hohe Bedeutung des Geschäfts- oder Firmenwerts. Am Bilanzstichtag des Geschäftsjahrs 1998 wurden bei fast 10 % der untersuchten Unternehmen Werte von über 100 % ermittelt. Die Spitzengruppe der höchsten Relationen beinhaltete mit Fresenius Medical Care nur ein DAX 30-Unternehmen.

In einer weiteren Untersuchung für das Geschäftsjahr 2004 bzw. 2003/2004 stellte KÜTING fest, dass bei acht der untersuchten 132 Konzerne der Geschäfts- oder Firmenwert das Eigenkapital überstieg und zu den höchsten zehn Relationen mit RWE (128 %), TUI (126 %) und Fresenius Medical Care (94 %) drei DAX-Werte zählten. Zu den Unternehmen mit den höchsten prozentualen Jahreserfolgsbelastungen durch Goodwillabschreibungen zählten mit der Deutschen Telekom (27 %) und Infineon Technologies (25 %) zwei DAX-Unternehmen. Die aktuelle Untersuchung für das Geschäftsjahr 2005 umfasste 130 Konzerne, von denen 120 eine Goodwillposition ausweisen.

Die Daten bestätigten die hohe Bedeutung des Geschäfts- oder Firmenwerts erneut. So überstieg bei acht der untersuchten Konzerne der Geschäfts- oder Firmenwert das Eigenkapital. Darüber hinaus wurden in der genannten Studie erstmals seit Veröffentlichung des IFRS 3 (2004) die Auswirkungen des Impairment-Only Approach in Form einer Analyse der Abschreibungen deutlich. Lediglich 41 Konzerne (31,5 %) nahmen im Ja

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