text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Bitte legen Sie nicht auf... Willkommen bei der Telekom oder Abenteuer in der Warteschleife von Wolters, Minka (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.04.2011
  • Verlag: Verlag Herder GmbH
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Bitte legen Sie nicht auf...

Das Telefon funktioniert nicht? Das Internet auch nicht? Und wie es zu der horrenden Rechnung kommt, verstehen Sie sowieso nicht? Telekom-Kunden sind einiges gewohnt. Und Kunden-Service-Center, T-Shops und der Besuch des Technickers haben vor allem eines gemeinsam: Sie machen nur noch mehr Ärger. Minka Wolters hat sich auf die Suche gemacht und herausgefunden: Ein Besuch im T-Punkt gleicht einem Abstecher in die Vorhölle, die Telekom-Hotline kann zum Lebensprojekt werden und womit Sie nach Umzug oder Namenswechsel rechnen können ... das sollten Sie lieber selbst nachlesen. Eine amüsante Abrechnung mit einem der unbeliebtesten deutschen Unternehmen. Und ein großes Lesevergnügen.

Minka Wolters, geb. 1976 in Frankfurt, abeitet als freie Journalistin in Hamburg. Sie schreibt gerne über Gesellschaftsthemen und veröffentlichte u.a. beim Berliner Tagesspiegel, der Süddeutschen Zeitung und der Berliner Zeitung.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 05.04.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451336478
    Verlag: Verlag Herder GmbH
    Größe: 1419 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Bitte legen Sie nicht auf...

2. "DAS IST ONLINE ABGESCHLOSSEN, DA KANN ICH IHNEN NICHT HELFEN"
GESCHICHTEN VON DER FRONT DER ENDVERBRAUCHER

HOTLINE

Grundsätzlich gilt Folgendes: Ihr Tag war ein guter Tag, wenn sich bei der TELEKOM-Hotline niemand gemeldet hat. Denn es gibt – Sie werden das in der Retrospektive feststellen – grundsätzlich nichts Großartigeres als einen sinnlos vergeudeten Nachmittag, den Sie für schlappe 3,30 Euro pro Minute in der Warteschleife der TELEKOM-Hotline zugebracht haben. Und den dazugehörigen durchheulten Abend, an dem Sie feststellen mussten, dass es nach der Bezahlung der aktuellen Handyrechnung nicht mehr reicht für die im kommenden Monat anstehenden Ponyhof-Ferien Ihrer 12-Jährigen: Was soll's, werden Sie sich sagen, Reiten wird sowieso überbewertet. Und womöglich wünscht sich die verwöhnte Göre noch einen eigenen Gaul zu Weihnachten. Ach ja, und wenigstens musste ich nicht persönlich mit einem Callcenter-Mitarbeiter sprechen!

Denn leidgeprüfte Insider wissen: Das Grauen hat einen Namen. Es nennt sich Plauderei mit einem der exquisit geschulten TELEKOM-Hotline-Agenten. Eingeweihte wissen zu berichten, dass selbst eine Darmspiegelung (und die Vorbereitung derselben) noch angenehmere Seiten zu bieten hat als ein Anruf bei den Jungs und Mädels von der TELEKOM. Deshalb schiebt man den Anruf so lange vor sich her, bis es wirklich gar nicht mehr anders geht. Sprich: Wenn die ersten Geschäftskontakte abzubrechen drohen, weil der Internetzugang seit Wochen nicht mehr funktioniert. Oder wenn das Festnetztelefon eineinhalb Wochen vor dem Geburtstermin Ihres Kindes den Geist aufgegeben hat, man die Hebamme für die Hausgeburt nie persönlich erreicht und immer, immer nur ihren Anrufbeantworter erwischt, besagte Hebamme sich aber grundsätzlich weigert, auf einem teuren Mobiltelefon anzurufen. Sie verstehen, was ich sagen will: Wenn es um Leben und Tod geht, wird angerufen. Aber wirklich erst dann. Denn dann führt kein Weg daran vorbei.

Wie Experten weiterhin aus dem Nähkästchen plaudern, mag es im Einzelfall sinnvoll sein, zur Vorbereitung des fernmündlichen Intermezzos auf Baldrian oder Bachblüten zurückzugreifen. Aber Vorsicht bei der Dosierung. Das Gespräch könnte sich endlos in die Länge ziehen, und wenn man irgendwann kurz vor Einbruch der Dunkelheit zu Potte kommt, hat sich die beruhigende Wirkung der kurz nach dem Frühstück eingeworfenen Hausmittelchen möglicherweise längst verflüchtigt. Was dann bleibt, ist oft ein Gefühl der Leere und Hilflosigkeit, vielleicht sogar der Niedergeschlagenheit – und so sollte man sich keinesfalls fühlen, wenn man das Vergnügen hat, mit einem Callcenter-Mitarbeiter zu sprechen. Nein, jetzt heißt es, pure Souveränität auszustrahlen. Insofern wäre vielleicht auch ein Vorbereitungsseminar zur Stärkung des Selbstbewusstseins sinnvoll? Oder ein Selbstverteidigungskurs – der soll ja wahre Wunder wirken, wenn es um Ihre "Ich-finde-mich-spitze-Ausstrahlung" geht!

Wenn Sie eine Frau sind, gilt grundsätzlich Folgendes, und das tut jetzt weh, denn es widerspricht schließlich sämtlichen feministischen Einstellungen: Lassen Sie Ihren, lassen Sie irgendeinen Mann anrufen! Ja, das muss sein, und es ist ganz bestimmt besser. Bitten Sie, wenn nötig, den griechischen Feinkosthändler drei Häuser weiter, kurz seinen Laden zuzumachen und mit männlich-markanter Stimme Ihr Anschluss-Problem zu erläutern. Ich vermute: TELEKOM-intern gilt die goldene Regel: Weibliche Stimme bedeutet "Die haben sowieso keine Ahnung" bzw. "Frauen quatschen ohnehin zu viel am Telefon, ein paar Wochen Zwangs-Plauder-Pause ist da ganz gut", d.h. "D

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen