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Immobilien erben und vererben - inklusive Arbeitshilfen online von Fischl, Agnes (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.09.2019
  • Verlag: Haufe Verlag
eBook (ePUB)
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Immobilien erben und vererben - inklusive Arbeitshilfen online

Immobilieneigentümer und Vermieter erhalten mit diesem Buch eine Einführung in das Erbrecht und Erbschaftsteuerrecht sowie konkrete Anleitungen und Anregungen für die Übertragung von Immobilien. Was müssen Sie als Eigentümer und als Erbe berücksichtigen? Die Autorinnen erläutern auf Basis der aktuellen Rechtslage, wie Sie Schenkungen optimal vorbereiten, die Verwaltung im Todesfall organisieren, Ihren Nachlass sichern und Testamente rechtssicher gestalten. So sparen sowohl Erben als auch Erblasser unnötige Kosten und Ärger. Inhalt: - Wer erbt, wenn kein Testament existiert, und was müssen Sie bei der Testamentsgestaltung beachten? - Pflichtteilshaftung des Immobilieneigentümers und seiner Erben - Wie kann der Immobilieneigentümer durch lebzeitige Übergabe vorsorgen? - Wie wirkt sich die Übertragung von Immobilieneigentum steuerlich aus? - Generalvollmacht und PatientenverfügungArbeitshilfen online: - Erbschaftsteuer- und Schenkungssteuergesetz - Wertermittlungsverordnung BMF-Schreiben zu Baupreisindizes - Formulierungshilfen für Testamente Agnes Fischl-Obermayer, Fachanwältin für Erbrecht ist u.a. freie Mitarbeiterin im Haus- und Grundbesitzerverein München und Umgebung e.V. Ihr Tätigkeitsschwerpunkt liegt vor allem in der erbrechtlichen Beratung und der Betriebsübergabe.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 270
    Erscheinungsdatum: 12.09.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783648086438
    Verlag: Haufe Verlag
    Größe: 755 kBytes
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Immobilien erben und vererben - inklusive Arbeitshilfen online

1 Die Erbfolge ohne Testament

"Nach mir die Sintflut": Soweit man sich entschließt, nicht tätig zu werden, sollte man sich darüber im Klaren sein, welche erbrechtlichen und vor allem auch steuerlichen Konsequenzen dieses Nichtstun auslösen kann. Spätestens mit dem Tod beginnt die unausweichliche Übergabe. Wer dann an Ihrer Stelle Ihren Nachlass übernimmt, ergibt sich aus den gesetzlichen Regelungen. Die Erben, die aufgrund dieser Regelungen die Nachfolge antreten, bezeichnet man als die sogenannten gesetzlichen Erben. Das Gesetz unterscheidet in den Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) zwischen dem Erbrecht der Verwandten (

1924-1930 BGB) und dem Erbrecht des Ehegatten (

1931-1934 BGB).
1.1 Das gesetzliche Erbrecht der Verwandten

Liegt keine wirksame letztwillige Verfügung (Testament, Erbvertrag) des Erblassers vor und ist dieser im Zeitpunkt seines Todes unverheiratet, wird sein Vermögen im Sinne der gesetzlichen Erbfolge an seine Verwandten vererbt. Im deutschen Erbrecht gilt das System der Ordnungen, das sogenannte Parentelsystem. Danach spielt der Grad der Blutsverwandtschaft eine entscheidende Rolle. Zum Kreis der gesetzlichen Erben und damit zur Verwandtschaft zählen grundsätzlich nur diejenigen Personen, die das "gleiche Blut" in den Adern haben.

Dabei wird die Verwandtschaft in Ordnungen eingeteilt. Je niedriger die "Ordnungszahl" ist, desto näher ist der Verwandtschaftsgrad. Die Ordnungszahlen stehen zueinander in Konkurrenz. Soweit Verwandte existieren, die einer niedrigeren Ordnung zugewiesen sind, schließen diese die Verwandten höherer Ordnung aus. Gibt es also eigene leibliche Kinder, dann sind die Eltern des Erblassers von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen. Aber auch innerhalb einer Ordnung schließen die Personen, die mit dem Erblasser näher verwandt sind, diejenigen aus, die weiter verwandt sind. So erhalten die Kinder Vorrang vor deren Kindern, also den Enkelkindern. Dieses Grundprinzip der Reihenfolge ergibt sich aus
1930 BGB.

Ein wichtiger Hinweis soll an dieser Stelle gebracht werden: Uns Rechtsanwälten wird immer unterstellt, eine eigene Sprache zu verwenden. Sie hört sich oft sehr holprig an, sodass man als Laie durchaus geneigt ist, andere Begrifflichkeiten zu verwenden. Man muss sich in jedem Fall mit der Sprache entweder vertraut machen oder einen Experten für die Formulierungen, beispielsweise in Testamenten oder auch Überlassungsverträgen, hinzuziehen. Alle laienhaften Formulierungen können unterschiedlich ausgelegt werden und führen zu den Streitigkeiten, die eigentlich vermieden werden sollen.
1.1.1 Gesetzliche Erben erster Ordnung

Die gesetzlichen Erben der ersten Ordnung sind die Abkömmlinge des Erblassers (
1924 Abs. 1 BGB). Hierzu gehören sämtliche Verwandte in absteigender Linie, also Kinder, Enkel und Urenkel des Verstorbenen. Die Begrifflichkeit des Kindes oder Enkelkindes unterscheidet sich also wesentlich von der Begrifflichkeit des Abkömmlings. Wer in seinem Testament etwa nur die Enkelkinder ausschließen will, darf nicht allgemein von den Abkömmlingen sprechen.

Bis zum ersten Kindschaftsreformgesetz, das zum 1.7.1998 in Kraft getreten ist, war den nichtehelichen Kindern seit dem 1.7.1970 ein sogenannter schuldrechtlicher Erbersatzanspruch eingeräumt worden. Dieser war in der Abwicklung ähnlich dem Pflichtteilsanspruch, es handelte sich daher nur um einen Geldanspruch. Dadurch sollte vermieden werden, dass die nichtehelichen Kinder Teil der Erbengemeinschaften wurden. Sie sollten also die Vermögensnachfolge nicht direkt antreten können. Dadurch wollte man sich der "Kuckuckskinder" erwehren. Vor dem 1.7.1970 hatte man den nichtehelichen Kindern gar keine Möglichkeit eingeräumt, am Nachlass des Vaters beteiligt zu werden. Ein heute undenkbarer Zustand.

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