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Management in der Musikwirtschaft von Limper, Josef (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.10.2013
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (PDF)
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Management in der Musikwirtschaft

Selten war Musik so präsent wie in heutiger Zeit. Trotzdem befindet sich die Musikindustrie in ihrer bis dato schwersten wirtschaftlichen Krise. Seit mehr als zehn Jahren sinken, auch aufgrund der Digitalisierung, im Tonträgergewerbe weltweit die Umsätze. Gleichzeitig erleben das Live-Business und andere Bereiche neue Umsatzrekorde. Die gesamte Musikwirtschaft befindet sich in einem nachhaltigen Wandel, noch ist nicht endgültig abzusehen, in welche Richtung die Entwicklung gehen wird. In diesem als Lehrbuch konzipierten Band stellen die Autoren die Geschichte der Musikwirtschaft dar und erläutern deren wirtschaftliche und rechtliche Zusammenhänge. Zudem geben sie Handlungsempfehlungen zu wichtigen Aspekten des Musikmanagements. Abgerundet wird das Buch durch Fallbeispiele, die den Wandel der Musikwirtschaft in den letzten Jahren anhand konkreter Unternehmen zeigen. Josef Limper ist Rechtsanwalt sowie Partner der Sozietät WZR und hat sich als Fachanwalt für Urheber-, Medien- und Steuerrecht auf die vorgenannten Bereiche spezialisiert. Martin Lücke ist seit 2009 Professor für Musikmanagement an der MHMK in München.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 258
    Erscheinungsdatum: 10.10.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170294653
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 3944 kBytes
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Management in der Musikwirtschaft

4.1.6 Label: Strukturen und Funktionen

Wie in den meisten Ländern ist auch der deutsche Tonträgermarkt durch zwei unterschiedliche Unternehmensformen geprägt. Auf der einen Seite die nur noch drei großen, zum Teil börsennotierten und international agierenden Majors mit eigenen Vertriebskanälen und vollständiger Infrastruktur, die neben weiteren Unternehmen im Bundesverband Musikindustrie organisiert sind (vgl. Kapitel 6.2). 166 Auf der anderen Seite steht eine Vielzahl kleiner, mittelständischer und konzernunabhängiger Unternehmen. Deren genaue Zahl zu nennen, gestaltet sich schwierig. Bei der Gesellschaft für die Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL) sind derzeit über 5.000 Tonträgerunternehmen registriert. Söndermann kommt hingegen in seinen Daten zur Musikwirtschaft für das Jahr 2010 lediglich auf 390 Unternehmen im Segment Herstellung und Verbreitung von Tonträgern. 167 Beim Verband unabhängiger Musikunternehmen (VUT) sind wiederum 1.200 wirtschaftlich relevante Unternehmen organisiert - wobei hier auch Unternehmen Mitglied sind, deren Kerngeschäft nicht die Herstellung oder Vertrieb von Musikprodukten ist.

Die Branchenkrise hat zu sich deutlich verringernden Beschäftigungszahlen geführt. Waren vor der Krise noch 13.400 sozialversicherungspflichtige Mitarbeiter bei den im Bundesverband Musikindustrie gelisteten Unternehmen beschäftigt, so sind es derzeit nur noch knapp 8.000, ein Rückgang von 40 Prozent, der ungefähr dem nationalen Umsatzrückgang entspricht. Im Gegensatz dazu konnten die im VUT organisierten Labels trotz Krise sogar Zuwächse bei den Beschäftigtenzahlen verzeichnen. "Während die Umsatzrückgänge bei den Majors zu Personaleinsparungen führten, ist die Gesamtzahl der Mitarbeiter bei VUT-Mitgliedsfirmen zwischen 1993 und 2004 deutlich gestiegen. Vor Rezessionsbeginn gegründete Unternehmen haben ihre Mitarbeiterzahl von 1.550 um rund 17 Prozent auf 1.800 erhöht, nach Einsatz der Rezession gegründete Firmen haben 2.000 Stellen geschaffen. Insgesamt boten VUT-Mitgliedsfirmen im Jahr 2004 damit 3.800 Arbeitsplätze, wovon 2.180 Vollzeitstellen waren." 168

Dabei ist die grundlegende Aufgabe eines Tonträgerunternehmens, egal ob Major oder Independent Unternehmen, der Aufbau von Künstlern, die Produktion und anschließende Fertigung musikalischer Inhalte, deren Erst- und Zweitverwertung (siehe Teil B Kapitel 1.3) sowie der physische und digitale Vertrieb der Produkte mithilfe von Marketing und Promotion über Medien und andere Kanäle an den Handel, um damit Umsätze und - im Idealfall - Gewinne zu erwirtschaften. Erst in der letzten Dekade sind, aufgrund der dargestellten Veränderungen innerhalb des gesamten Marktumfelds, vor allem bei den Majors neue Geschäftsfelder wie Konzertveranstaltungen oder Merchandising hinzugekommen und machen einen stetig wachsenden Umsatzanteil aus (vgl. Teil B Kapitel 1.4, 1.5 und 2). Beispielsweise erwirtschaften britische Labels mit sogenannten Neben-, Aufführungs- und Synchronisationsrechten bereits ein Fünftel ihrer Umsätze, wodurch Rückgänge im Tonträgergeschäft fast egalisiert werden konnten. 169

Dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren weiter verstärken und schlägt sich in einer sich verändernden Wertschöpfungskette von Tonträgerunternehmen nieder.
4.1.6.1 Major Labels

In den sechziger und siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts agierten noch viele unabhängige Tonträgerunternehmen, doch begann spätestens ab den 1980er Jahren im Zuge der Globalisierung, bei stark wachsenden Tonträgerumsätzen eine bis heute nicht abgeschlossene Konzentrationswelle, die zur derzeitigen oligopolartigen Situation am Markt geführt hat: Universal Music samt großer Teile von EMI Music 170 , Sony Music und Warner Music. Im Zuge dieser Konzentrationsbewegung hat sich Universal Music zum größten Major entwickelt, der seinen Marktanteil durch den 2012 vollzogenen Zukauf der Tonträgersparte von EMI Music weiter ausgeba

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