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Mikrofinanzierung als Anlageklasse für nachhaltiges und ethisches Investment von Heise, Christoph (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.02.2015
  • Verlag: Bachelor + Master Publishing
eBook (PDF)
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Mikrofinanzierung als Anlageklasse für nachhaltiges und ethisches Investment

Die Mikrofinanzierung hat in den Jahren 2005 und 2006 durch die Vergabe des Friedensnobelpreises an Muhammad Yunus sowie durch Maßnahmen der UN einen großen Bekanntheitsschub erhalten. Infolgedessen wurde die Mikrofinanzierung als Anlageklasse stärker wahrgenommen. Zu den ersten ethisch motivierten Investmentmöglichkeiten kamen schnell weitere deutlich kommerzieller orientierte Fonds hinzu. Die Mikrofinanzierung entwickelte sich zu einer Anlageklasse, in der eine hohe Rendite mit gleichzeitig einem hohem Maße an Sicherheit möglich war. In den Jahren 2010 und 2011 wurden zunehmend negative Pressestimmen laut. Aufgrund von Selbstmorden und anderer Problemfelder geriet der Bereich der Mikrofinanzierung teilweise in Verruf. Ziel dieser Arbeit ist es, der Frage nachzugehen, ob der Bereich Mikrofinanzierung als Anlageklasse für nachhaltiges und ethisches Investment dient. Christoph Heise wurde 1986 in Braunschweig geboren. Sein Studium der Finanzwirtschaft an der Hochschule der Sparkassen Finanzgruppe schloss der Autor im Jahre 2013 mit dem akademischen Grad des Bachelor of Science erfolgreich ab. Im Anschluss an das Studi

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 75
    Erscheinungsdatum: 01.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958207769
    Verlag: Bachelor + Master Publishing
    Größe: 1495kBytes
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Mikrofinanzierung als Anlageklasse für nachhaltiges und ethisches Investment

Textprobe: Kapitel 2.1.2, Historische Betrachtung der Mikrofinanzierung: Die geschichtliche Betrachtung der Mikrofinanzierung reicht weit zurück. Grundzüge lassen sich bereits im 15. und 16. Jahrhundert in Nigeria entdecken. Arme Menschen haben sich zusammengeschlossen um gemeinsame Projekte zu finanzieren. Die Idee, gemeinsam einen besseren Zugang zu Finanzdienstleistungen zu haben, beziehungsweise größere finanzielle Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen, resultiert praktisch aus den Überlegungen der Armen selbst. Noch bevor 1848 Friedrich Raiffeisen die erste formale Spar- und Kreditgemeinschaft in Deutschland gründen konnte, entstand im Jahre 1778 in der Hansestadt Hamburg die erste Sparkasse. Die Gründer waren wohlhabende Kaufleute, die neue Wege finden wollten, um die Armut zu reduzieren sowie präventiv zu verhindern. In den Jahren um 1950 wurden erste Kreditprogramme von der 'Consultive Group to Assist the Poor' (CGAP) ins Leben gerufen. Diese Projekte waren aber wenig erfolgreich, sodass diese schnell wieder beendet wurden. Die darauffolgenden Jahre bis ca. 1965 waren durch die Geldgeber und Entwicklungsfinanzierer geprägt, die die Bereitstellung von hohen Kreditsummen für staatliche Entwicklungsbanken förderten. Es wurde zugrunde gelegt, dass durch einen Ausbau der Infrastruktur und der Wirtschaft das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Staates steigt und somit die Armut bekämpft wird. Diese Theorie traf jedoch nicht zu. Viele Projekte brachten nicht den angestrebten Erfolg. Die Ursachen hierfür lagen an Korruption, Fehlplanung und Misswirtschaft der Regierungen. Das Geld kam bei den ärmsten Menschen nicht an. Vielmehr erhielten es einige Landbesitzer und vermehrten ihren Reichtum. Die Unterschiede zwischen arm und reich wurden noch deutlicher sichtbar. Die einsetzende Energie- und Rohstoffkrise erforderte ein Umdenken. Viele Politiker erkannten die missliche Lage in den ärmsten Bevölkerungsschichten und entschieden, dass die noch nicht verbrauchten Entwicklungsgelder sinnvoll eingesetzt werden sollten. Das Hauptaugenmerk wurde in erster Linie auf ausgesuchte Zielgruppen gelenkt, um die Armut gezielt zu bekämpfen. Weiteren Antrieb erhielt die Revolution der Entwicklungshilfe im Jahre 1973 durch die Aussagen des damaligen Weltbankpräsidenten Robert McNamara. Er forderte in seiner 'Nairobi Rede', dass die Armen von den Kapitalflüssen direkt erreicht werden müssen. Aufgrund der oben genannten Gründe, verlief dieser Prozess aber ebenfalls unbefriedigend. Die ersten bekannten und erfolgreichen Mikrofinanzprojekte gehen auf das Jahr 1974 zurück. Muhammad Yunus, Professor an der Universität von Chittagong in Bangladesch, wollte die Hungersnot der Jahre 1974 und 1975 bekämpfen. Er beobachtete die in Armut lebenden Menschen sowie ihre Vorgehensweisen und stellte fest, dass diese häufig auf informelle Geldgeber angewiesen waren. Diese forderten nicht nur Wucherzinsen, sondern zum Teil auch die Erträge aus der Arbeit der Menschen. Yunus stellte eine Liste aller Dorfbewohner des Dorfes Jobra auf, die sich im informellen Sektor Geld leihen mussten. Es waren 42 Menschen des Dorfes die dem Geldverleiher umgerechnet 27 Dollar schuldeten. Er lieh den in Armut lebenden Menschen diesen Betrag aus seinem eigenen Vermögen, um sie aus der Abhängigkeit des informellen Geldgebers zu befreien. Yunus setze sich als Ziel diesen Menschen nachhaltig zu helfen und versuchte erfolglos bei diversen Banken im Land Geld für die ärmsten Bevölkerungsschichten zu bekommen. Über die Gründung einer Filiale der 'Krishi Bank' 1977 trieb Yunus seine Vision weiter voran. 1983 wurde die 'Grameen-Bank' unter seinem Vorsitz von ihm gegründet. Die 'Grameen-Bank' spezialisierte sich auf Mikrofinanzierung, also die in Armut lebenden Bevölkerungsschichten mit Finanzdienstleistungen zu versorgen. Yunus und die 'Grameen-Bank' stehen stellvertretend für einige andere Bewegungen in dieser Zeit. In Indonesien entstand als weiteres Beisp

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