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Multikriterielle Gestaltung von pharmazeutischen Wirkstoffanlagen Der Einsatz von Computational Intelligence im strategischen Anlagencontrolling von Schoebel, David (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.09.2008
  • Verlag: Gabler
eBook (PDF)
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Multikriterielle Gestaltung von pharmazeutischen Wirkstoffanlagen

David Schoebel entwickelt ein System zur Entscheidungsunterstützung, das es ermöglicht, in der frühen Phase der Anlagengestaltung alle technischen und wirtschaftlichen Aspekte zu integrieren. Dr. David Schoebel promovierte bei Prof. Dr. Marion Steven am Lehrstuhl für Produktionswirtschaft der Ruhr-Universität Bochum. Er ist heute als Controller im Bereich Product Supply, der Bayer AG, Leverkusen tätig.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 241
    Erscheinungsdatum: 25.09.2008
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783834998712
    Verlag: Gabler
    Größe: 1717 kBytes
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Multikriterielle Gestaltung von pharmazeutischen Wirkstoffanlagen

3.3.2 Ökologische Zielsetzungen (S. 100-102)

Für eine mathematische Behandlung ökologischer Zielsetzungen ist es unabdingbar, einen quantitativen Ausdruck in Form einer Zielfunktion zu wählen. Nur so ist eine Berücksichtigung durch die in Kapitel 4 entwickelte Heuristik gewährleistet. Für die Ausgestaltung der ökologischen Zielsetzung im Rahmen der Entwicklung des Entscheidungsunterstützungssystems zur Gestaltung pharmazeutischer Produktionsanlagen sind verschiedene Ansätze denkbar. Umweltkennzahlen erlauben die kompakte Darstellung und schnelle Erfassung von umweltrelevanten Sachverhalten in Form quantitativer Umweltgrößen.

In der Literatur sind bereits eine Reihe umweltbezogener Kennzahlensysteme vorgeschlagen worden.167 Generell versteht man unter einer Kennzahl die Darstellung eines quantitativ erfassbaren Sachverhalts. Eine Kennzahl kann entweder als absolute Größe oder als relative Größe 3.3 Zielsetzungen im Rahmen der Wirkstoffproduktion 101 ermittelt werden. Bei einer relativen Kennzahl aus zwei oder mehr Werten muss sich mindestens einer dieser Werte auf einen umweltrelevanten Sachverhalt beziehen. Bei der Formulierung ökologischer Zielfunktionen besteht die Möglichkeit, auf Umweltkennzahlen ohne integrierten Bewertungsansatz zurückzugreifen. Hierbei werden umweltrelevante Daten aus der Input-/Outputbilanz miteinander in Beziehung gesetzt. Beispiele für solche Kennzahlen sind:
- Lösungsmittelrückgewinnung in kg pro kg Produkt
- Emissionsvolumen in kg pro kg Produkt
- Rohstoffeinsatz in kg pro kg Produkt, u.a.

Solange Umweltkennzahlen nicht über die Erfassung der in physikalischen Mengeneinheiten gemessenen Stoff- und Energieströme hinausgehen, bestehen keine wertenden Aussagen über die potenziellen Umweltauswirkungen der untersuchten Prozesse. Daher besteht die Notwendigkeit, Umweltkennzahlen ohne integrierte Bewertungskomponente durch ein geeignetes Bewertungsverfahren zu ergänzen. Die Bewertungsmöglichkeiten sollen im Folgenden kurz vorgestellt und kritisch untersucht werden. Während für ökonomische Bewertungen das Geld als einheitlicher Wertmaßstab allgemein akzeptiert ist, werden für ökologisch orientierte Zielsetzungen verschiedenartige qualitative als auch quantitative Bewertungsverfahren diskutiert.

Die einzelnen Bewertungsverfahren können wie folgt klassifiziert werden:
- Verbale Kommentierung
- Abstufende Bewertungsverfahren
- Monetäre Bewertung

Naturwissenschaftlich fundierte Bewertung Bei der verbalen Kommentierung werden auf der Mengenebene dargestellte Sachverhalte in Form von Stoff- und Energiebilanzen kommentiert und auf verschiedene Art und Weise analysiert. Die Kommentierung beschränkt sich auf einzelne Stoffgruppen. Es erfolgt dabei keine Transformation in einen einheitlichen Wertmaßstab. Durch verbale Analysen lassen sich unscharfe Informationen durch geeignete Kommentare sehr gut abbilden.

Weitere Beispiele für spezielle Bewertungsverfahren auf Basis der verbalen Kommentierung sind Checklisten, Technologiefolgenabschätzungen, Umweltverträglichkeitsprüfungen und die Produktlinienanalyse. Die Beschränkung auf eine Kommentierung der Stoff- und Energieflüsse im Rahmen der Gestaltung von Produktionsanlagen wird jedoch den zu Anfang des Kapitels 3 erhobenen Anforderungen an ein Entscheidungsunterstützungsmodell nicht gerecht, da die Auswahl geeigneter Kandidaten aus einer Vielzahl vorliegender Anlagenalternativen allein durch verbale Kommentierung absoluter Stoff- und Energieflüsse nicht möglich erscheint.

Werden hingegen auf absoluten Stoff- und Energieflüssen basierende spezifische Umweltkennzahlen ohne integrierten Bewertungsansatz um eine verbale Kommentierung als begleitendes Bewertungsinstrument ergänzt, können sehr differenzierte, wertende Aussagen über die potenziellen Umweltauswirkungen der untersuchten Prozesse getroffen werden. Die abstufenden Bewertungsverfahren nehmen eine Bewe

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