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Zukunftsmarkt China Internationalisierungsstrategien der Textil- und Bekleidungsindustrie von Strohm, Christian (eBook)

  • Verlag: Diplomica
eBook (PDF)
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Zukunftsmarkt China

Die Volksrepublik China gilt als einer der wichtigsten Zukunftsmärkte weltweit mit seit Jahren konstanten Wachstumsraten um 9 %. Im weltweiten Textil- und Bekleidungshandel ist China einerseits als weltgrößter Produzent und Exporteur ein attraktives Produktions- und Beschaffungsland, andererseits bietet China auch große Chancen als Handels- bzw. Absatzstandort. Diese beiden Ansätze sollen in diesem Buch anhand der deutschen Textil- und Bekleidungsindustrie in China näher beleuchtet werden.

Das Buch gibt einen Überblick über den Wirtschaftsstandort und bezieht dabei den Beitritt des Landes zur WTO und den Aspekt der Textilquoten ein.

Das Investitionsland China wird analysiert, sowohl aus dem Blickwinkel eines Bekleidungsunternehmens, welches Absatzmotive (z. B. im Einzelhandel) verfolgt, als auch aus Sicht von produzierenden und beschaffenden Unternehmen, die kostenorientierte Ziele verfolgen. Das Buch beschreibt verschiedene Internationalisierungsstrategien und macht zugleich Chancen und Risiken deutlich. Es wird der gesamte Prozess des Markteintritts begleitet, angefangen bei Informationsbeschaffung und Wahl der geeigneten Markteintrittsstrategie, über die mögliche Partner- und Lieferantenauswahl, bis hin zur Verhandlungs- und Genehmigungsphase.

Die Studie soll Unternehmen einen Eindruck von den konkreten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vermitteln und aufzeigen, welche chinesischen Gegebenheiten bei einem Markteintritt zu beachten sind.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 170
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783832402631
    Verlag: Diplomica
    Serie: China Bd.9
    Größe: 1142 kBytes
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Zukunftsmarkt China

Kapitel 3., Chinas WTO-Beitritt und das Auslaufen des Agreement on Textiles and Clothing (ATC)

Die WTO ist wohl die bedeutendste Organisation für den weltweiten Handel (146 Staaten). Sie wurde am 01.Jan.1995 mit Sitz in Genf gegründet und verfolgt die Idee der Liberalisierung des Handels und des Abbaus von tarifären (z.B. Zölle) und nichttarifären Handelshemmnissen (z.B. Importlizenzen, Industrie- und Sicherheitsstandards, Verpackung). Die WTO entstand, nachdem in der Uruguay-Runde (1986-94) die Mitglieder der GATT-Abkommen (General Agreement on Tariffs and Trade) sich auf deren Errichtung geeinigt hatten. Sie stellt gewissermaßen die Institutionalisierung der GATT-Abkommen dar.

Mit dem Beitritt Chinas zur WTO am 11.Dez.2001 und dem Auslaufen des Agreement on Textiles and Clothing (ATC, Welttextilabkommen) am 31.Dez.2004, unterliegt der internationale Textil- und Bekleidungshandel nun weitgehend den allgemeinen Regeln der WTO (Handelsliberalisierung, Meistbegünstigung und Reziprozität). Zuvor regulierten Importquoten den Handel, die anhand bilateraler Abkommen für die unterschiedlichen Produktkategorien festgelegt wurden. 1995 ging das ATC letztendlich aus dem mehrmals verlängerten Multi Fibre Agreement (MFA, Multifaserabkommen) von 1974 hervor.

In diesem wurden die Quoten und Zölle auf mehrere verschiedene textile Produktkategorien ausgedehnt, nachdem bis dahin nur eine Reglementierung von Baumwollprodukten vorgenommen wurde (Long Term Agreement on Cotton Textiles von 1962). Das primäre Ziel dieser Ausnahmeregelungen war der Schutz des heimischen Textil- und Bekleidungsgewerbes der Industrieländer vor Billigimporten aus dem Ausland.

Das ATC legte erstmals einen Plan für eine schrittweise Liberalisierung des internationalen Handels fest, welche in vier Stufen (1995, 1998, 2002 und 2005) vorgenommen werden sollte. Die größte Liberalisierungsstufe trat am 01.Jan.2005 ein, weil die Abnehmerländer bis zu diesem Zeitpunkt nur Produkte in den freien Handel gebracht hatten, die kaum von Quotenregelungen betroffen waren. In sensiblen Produktgruppen wie Hemden, Hosen, T-Shirts und Unterwäsche hielten die Länder die Quoten bis zum Ende des ATC aufrecht. So waren Ende 2004 noch 167 der 218 EU-Importquoten für elf WTO-Mitgliedsstaaten (darunter auch China) gültig.

Dies war ein Grund, warum der Aufschrei mancher Länder groß war, als die Quoten am 01.Jan.2005 fielen und China innerhalb kürzester Zeit den europäischen Markt mit importierten Textilien überschwemmte.

Auf Intervention von z.B. Italien, Frankreich, Portugal und Griechenland wurde zwischen China und der EU beschlossen, die Quotenregeln erst 2008 auszusetzen. Vor allem in Südeuropa (z.B. Italien) wurde versäumt, auf größere Produktionseinheiten zu setzen und dies obwohl die Textil- und Bekleidungsindustrien sich 10 Jahre auf den Quotenfall vorbereiten konnten. Deutschland steht im internationalen Vergleich besser da, weil die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie schon Anfang der Siebziger begonnen hat, ihre Produktionsstätten ins Ausland zu verlegen. Mittlerweile werden 90% im Ausland produziert. In Deutschland verbleibt nur noch die Musterfertigung, Design, Vertrieb und Verwaltung. Der technologie- und kapitalintensive Teil der Textilindustrie konzentriert sich auf qualitativ hochwertige Nischenprodukte. Zeichen dafür ist, dass sie mittlerweile 40% ihres Umsatzes mit technischen Textilien macht.

Die Einführung des sog. Quotenregimes beschleunigte die Globalisierung der Textil- und Bekleidungsproduktion, denn aufgrund der hohen Arbeitskosten in Deutschland und der Importbeschränkungen mussten die Unternehmen ihren Einkauf internationalisieren und zunehmend ihre Produktion

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