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Es reicht! Abrechnung mit dem Wachstumswahn von Latouche, Serge (eBook)

  • Verlag: oekom
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Es reicht!

Werbung, um Bedürfnisse zu wecken, Kredite, um ihre Befriedigung zu finanzieren, geplante Obsoleszenz, um den Bedarf anzukurbeln: Für Serge Latouche sind es vor allem diese drei Aspekte unseres Wirtschaftens, welche die Konsumgesellschaft befeuern. Doch was können wir tun? Wie lässt sich unsere wachstumsbesessene Welt kurieren? In 'Es reicht!' legt Frankreichs Gallionsfigur des 'wachstumskritischen Aufbegehrens' (Niko Paech) nicht nur eine schonungslose Abrechnung mit der 'Religion der Ökonomie' vor. Das Buch präsentiert ein politisches Rahmenprogramm für eine Welt jenseits des Wachstums - und ist damit viel mehr als das, 'was Sie schon immer über das Thema Degrowth wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten' (Serge Latouche). Serge Latouche ist emeritierter Professor für Wirtschaftswissenschaften der Universität Paris-Sud (Orsay). Der Ökonom und Philosoph gilt als einer der wichtigsten Vordenker des französischen Konzepts der Wachstumsrücknahme, décroissance. Seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, seine Dossiers erscheinen regelmäßig in der renommierten Monatszeitung Le Monde diplomatique.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 208
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783865819109
    Verlag: oekom
    Größe: 405 kBytes
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Es reicht!

Teil I
Im Reich von Degrowth

"In den Menschen regen sich allmählich ernste Zweifel. Lässt sich wirklich zu Recht sagen, wir sollen noch mehr produzieren, damit wir noch mehr kaufen können? Diese Idee beherrscht das gesamte Wirtschaftsleben unseres Landes. Aber wie geht es weiter, wenn der Markt gesättigt ist und wir trotzdem immer weiter produzieren? Dann werden wir die Familien mit einer Werbekampagne davon überzeugen müssen, zwei Autos zu kaufen: Eines ist nicht genug. Kann man sie auch zur Anschaffung von drei Autos bringen? Wir kaufen unsere Autos, Häuser, Kühlschränke, Mäntel und Schuhe auf Kredit. Aber irgendwann kommt der Tag, an dem wir die Rechnung begleichen müssen." Paul Hazard, Le Malaise américain 1 Ein Ufo im Mikrokosmos der Politik

Im Verlauf weniger Monate erlebte der Begriff "Degrowth" einen beachtlichen Höhenflug in Politik und Medien. Nachdem die Wachstumsrücknahme als Thema lange tabu gewesen war, wurde sie zur Grundlage einer Debatte innerhalb der Grünen, 2 in der französischen Bauerngewerkschaft Confédération paysanne 3 (was nicht weiter überrascht), bei den sogenannten Globalisierungsgegnern 4 und sogar in der breiteren Öffentlichkeit. Degrowth war Thema der italienischen Parlamentswahlen 2006 5 und im französischen Präsidentschaftswahlkampf 6 des Jahres 2007. 7 Außerdem steht Degrowth im Mittelpunkt der zunehmend militanten regionalen wie lokalen Proteste gegen Großprojekte. In Italien zog der Widerstand inzwischen weite Kreise: im Susa-Tal gegen den gigantischen Tunnel für die Hochgeschwindigkeitsstrecke Lyon-Turin, gegen den Bau der Riesenbrücke über die Straße von Messina, gegen das M.O.S.E.-Projekt mobiler Flutschleusen zum Schutz der venezianischen Lagune, gegen Müllverbrennungsanlagen (in Trient und anderswo), gegen Kohlekraftwerke in Civitavecchia. In Frankreich konnte sich der Widerstand gegen Großprojekte - Kohlekraftwerke, den Kernfusionsreaktor ITER (International Thermonuclear Experimental Reactor) und Verkehrsprojekte - wegen der Zentralisierung und der Allmacht der Verwaltung weniger gut koordinieren und entwickeln, doch auch hier greift er allmählich um sich. 8 In Italien und Frankreich und neuerdings auch in Belgien und Spanien bilden sich spontan wachstumskritische Gruppen, die Demonstrationen und Protestmärsche organisieren und Netzwerke einrichten. Außerdem ist der wachstumskritische Ansatz Grundlage von individuellen wie gemeinschaftlichen Aktionen. Hierzu gehört die Cambiaresti-Bewegung, die sich für eine "ausgewogene Bilanz" oder, mit anderen Worten, für einen fairen ökologischen Fußabdruck einsetzt und der allein in Venetien 1.300 Familien angehören. Oder sogenannte Ökodörfer oder -siedlungen, die AMAP (Associations pour le Maintien d'une Agriculture Paysanne), die Vereinigung zum Erhalt einer bäuerlichen Landwirtschaft sowie die G.A.S. (die Gruppi di Acquisto Solidale), die "Solidarischen Einkaufsgruppen", eine Bewegung aus Italien: Sie alle sind Verbraucherzusammenschlüsse, die einen bewusst schlichten Lebensstil propagieren. 9 , 10 Das Erscheinen dieses Phänomens im Mikrokosmos der Politik ist vergleichbar mit dem eines Ufo und erregt immer mehr Aufsehen in den Medien, das Thema ist mittlerweile sogar in den Talkshows angekommen. Während sich einige um seriöse Information bemühen, 11 sprechen sich andere sogleich ohne große Überlegung dafür oder dagegen aus bzw. geben verzerrte Darstellungen der wenigen vorhandenen Analysen. Doch was steckt wirklich hinter dem Konzept der Wachstumsrücknahme? Gehört es zur ökologischen Bewegung für Nachhaltigkeit? Wo liegt sein Ursprung? Brauchen wir es wirklich? Dies sind die Fragen, die am häufigsten gestellt werden. Was bedeutet Degrowth?

"Degrowth" oder Wachstumsrücknahme ist ein politisches Schlagwort mit t

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