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Der Werdegang der Krise Von der Subprime- zur Systemkrise

  • Erscheinungsdatum: 19.04.2010
  • Verlag: Gabler Verlag
eBook (PDF)
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Der Werdegang der Krise

Dieses Buch zeichnet anschaulich und lückenlos die Entwicklung der Finanzkrise nach. Durch das Aufgreifen konkreter Tatbestände erwirbt der Leser ein tiefes Verständnis für die ökonomischen Zusammenhänge und kann diesem spannenden historischen Abriss problemlos folgen. Professor Dr. Rainer Elschen ist Universitätsprofessor für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Finanzwirtschaft & Banken an der Universität Essen, heute Universität Duisburg-Essen, Campus Essen. Dr. Theo Lieven ist Mitgründer der Computerhandelskette VOBIS und in Wissenschaft und Praxis gefragter Experte für betriebs- und volkswirtschaftliche Fragestellungen.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 390
    Erscheinungsdatum: 19.04.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783834985477
    Verlag: Gabler Verlag
    Größe: 4467 kBytes
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Der Werdegang der Krise

1 Entwicklung und Grundlagen des Islamic Banking (S. 285-286)

1.1 Begriffserklärung "Islamic Banking"

Die wirtschaftsethischen und -rechtlichen Institutionen der Scharia haben zur Herausbildung des islamischen Bankwesens geführt, welches mit dem englischen Ausdruck "Islamic Banking" bezeichnet wird. Obwohl es noch keine einheitliche Definition gibt, werden im Allgemeinen unter islamischen Banken Finanzinstitute verstanden, die entsprechend der Scharia handeln und somit auf die Erhebung von Zinsen verzichten.

Dabei erfüllen islamische Banken als Finanzintermediäre trotz einiger Restriktionen, mit denen sie konfrontiert sind, im Wesentlichen die gleichen Funktionen wie Banken in einem konventionellen System. Islamic Banking betrifft grundsätzlich alle ökonomischen Transaktionen, welche nach den islamischen Vorgaben, auf Basis der Primärquellen (Koran und Sunna: Lebensweise des Propheten) konzipiert und umgesetzt worden sind.

1.2 Geschichte und Entwicklung

Während der Kolonialisierung im 19. Jahrhundert wurden konventionelle Finanzsysteme auch in islamischen Ländern eingeführt. Die Besetzer bauten ihr Netzwerk auf, ohne Rücksicht auf die örtlichen Gegebenheiten zu nehmen. Das Bankennetz wurde von den Kolonialmächten hauptsächlich für die Vereinfachung der Import- und Exportzahlungen verwendet. Die kolonialisierten Völker verachteten das Bankensystem aus nationalistischen, aber auch aus religiösen Gründen. Doch aufgrund der wirtschaftlichen Weiterentwicklung wurde das Bankensystem für viele Transaktionen zwingend und somit auch für gläubige Personen unumgänglich.

Die islamischen Staaten beobachteten diese Entwicklung kritisch und erkannten, dass ein zinsloses Bankensystem nötig wurde, um den gläubigen Muslimen die Möglichkeit der Einhaltung ihrer religiösen Grundsätze zu gewähren. Im Jahre 1963 wurde in Ägypten, in einer kleinen Stadt im Nildelta, die erste Bank in der Form einer zinslosen Sparkasse errichtet. Das Hauptinteresse lag darin, dass es durch die Sparkonten der Bank möglich wurde, Investitionskredite auszugeben.

Die Islamische Entwicklungsbank (Islamic Development Bank, IDB) wurde am 18. Dezember 1973 bei der ersten Konferenz der Finanzminister sämtlicher Mitgliedsländer gegründet. Der Hauptaspekt für die Gründung war die Wirtschaftsförderung und die Entwicklung eines Bankensystems, welches für den öffentlichen, aber auch für den privaten Sektor aktiv sein sollte. Eine der Hauptaufgaben der IDB ist das Entwickeln von neuen Finanzprodukten, welche den Voraussetzungen des Islamic Banking gerecht werden. Mit dieser Gründung wurde die Schaffung des islamischen Bankensystems initiiert. Im Jahr 1975 nahm die IDB ihre Tätigkeit offiziell auf.

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