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macht.ch Geld und Macht in der Schweiz von Mäder, Ueli (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.11.2015
  • Verlag: Rotpunktverlag
eBook (ePUB)
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macht.ch

1989 besaßen die 300 Reichsten in der Schweiz 82 Milliarden, Ende 2014 bereits 589 Milliarden Franken. Hat ihre Macht entsprechend zugenommen? Wer hat wie viel Macht in der Schweiz? Wer nimmt seinen Einfluss wie wahr? Und welche Rolle spielt dabei das Geld? Ueli Mäder analysiert das Zusammenspiel wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Dynamiken. Er untersucht, wie sich Macht konkret manifestiert und herrschaftlich etabliert. Im Fokus stehen die Mechanismen der Macht, wie sie sich nicht nur bei den großen Banken und Konzernen aufzeigen lassen, sondern auch im Gewerbe und bei den Gewerkschaften, in Denkfabriken und Netzwerken, in Medien sowie in Politik und Verwaltung. Ueli Mäder, geboren 1951, Professor für Soziologie an der Universität Basel und der Hochschule für Soziale Arbeit, Arbeitsschwerpunkte soziale Ungleichheit und Konfliktforschung. Zahlreiche Buchveröffentlichungen, zuletzt im Rotpunktverlag: Raum und Macht. Die Stadt zwischen Vision und Wirklichkeit, 2014, und Wie Reiche denken und lenken, 3.?Aufl. 2010. Peter Streckeisen, geboren 1975, Privatdozent für Soziologie und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Basel. Buchveröffentlichung: Soziologische Kapitaltheorie. Marx, Bourdieu und der ökonomische Imperialismus, 2014. Markus Bossert, geboren 1984, Soziologe, Arbeitsschwerpunkte politische Soziologie und Stadtsoziologie. Mitautor von Raum und Macht. Die Stadt zwischen Vision und Wirklichkeit, 2014. Ganga Jey Aratnam, geboren 1972, Sozialmediziner und Sozialwissenschaftler am Soziologischen Seminar der Universität Basel. Forschungsschwerpunkte: soziale und ökonomische Ungleichheit, Reichtum, Migration, Musik, Menschenrechte. Mitautor von Wie Reiche denken und lenken, 3.?Aufl. 2010. Gian Trepp, geboren 1947 in Zürich. Ökonom, Autor und Blogger zum Thema Nationalbank und Geldpolitik. Buchveröffentlichungen, zuletzt: Bertelsmann - Eine deutsche Geschichte, 2007.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 512
    Erscheinungsdatum: 30.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783858696779
    Verlag: Rotpunktverlag
    Größe: 769 kBytes
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macht.ch

Finanzplatz Schweiz

"Vor fünf Jahren standen die Banken am Rande des Abgrunds", stellte Daniel Weber im NZZ-Folio (3/2014: 5) fest. "Alle gelobten Besserung, passiert ist wenig." Im Kontext der Finanz- und Wirtschaftskrise kündigten Banken diverse Änderungen an. Die Redaktion des NZZ-Folio fragte, was wirklich geschah. Und stellte fest: wenig. Roland Rasi, der frühere Direktor des Schweizerischen Bankvereins, sandte mir den Folio-Artikel zu und schrieb dazu: "Wen wundert's!" Nach seiner Einschätzung müssten die Banken "noch viel mehr über die Bücher gehen". Wir skizzieren hier einzelne Entwicklungen und nehmen auch einen Auszug aus einem historischen Protokoll einer Sitzung der Bankiervereinigung auf.

Vertiefungen zum Finanzplatz Schweiz folgen im zweiten Teil dieses Buches. Peter Streckeisen setzt sich mit dem "Bankenstaat" auseinander ( Seite 347 ). Er geht erstens von der staatlichen Rettung der UBS und zweitens von der Bankenaufsicht aus, die Daten von Kunden den US-Behörden zur Verfügung stellte. Daran knüpft seine Frage an, ob und inwiefern Finma und Nationalbank eine "vierte Gewalt" im Staat sind. Gian Trepp nimmt den Faden auf. Aus seiner Sicht ist die Nationalbank an einem Scheideweg. Mehr Bankenstaat oder Deregulierung? Das ist hier die Frage.

Schweizer Banken verwalten über 2000 Milliarden Franken private Vermögen von Personen, die in der Schweiz wohnen. (Credit Suisse 2013; SNB 2014) Hinzu kommt ein noch höherer Betrag von Reichen aus aller Welt. Mit einem Marktanteil von 26 Prozent und einem verwalteten Vermögen von über 2200 Milliarden Dollar ist die Schweiz der größte Offshore-Finanzplatz der Welt. (Vermögensverwaltungsstudie Swissbanking 2013) Ein Offshore-Finanzplatz ist, einfach gesagt, so etwas wie eine Steueroase mit hoher Vertraulichkeit, aber wenig Aufsicht und Regulierung. Dabei erweist sich die politische Stabilität (trotz gegenläufiger Entstaatlichung) als zentral. Weitere Aspekte sind die Verschwiegenheit und die Bereitschaft, Steuerhinterziehung und Steuerbetrug zu schützen. Die Schweizer Banken verfügten bislang über 200 Milliarden Franken unversteuerte Privatvermögen aus dem Ausland. (PwC-Studie zu Private Banking in der Schweiz 2014)

Bei den Finanzgeschäften ist die kleine Schweiz ein Imperium. Die Schweiz hat im Jahre 2013 Direktinvestitionen von 32 Milliarden Franken getätigt und nimmt mit einem Bestand von 1073 Milliarden Franken an Direktinvestitionen weltweit den siebten Platz ein. Schweizer Investoren spielen auch auf dem internationalen Markt für Hedgefonds eine zentrale Rolle. Hedgefonds verfolgen eine spekulative Anlagestrategie. Sie gehen für hohe Gewinne hohe Risiken ein. Jeder siebte Franken, der in London oder New York in Hedgefonds fließt, kommt aus der reichen Schweiz. 32 Prozent des Kapitals der fünfzig weltweit größten Hedgefonds stammt von Hedgefonds, die in der Schweiz ansässig sind. (ZHAW-Studie zur Schweizer-Hedge-Fund-Industrie) Die beiden Großbanken UBS und Credit Suisse dominieren den Sektor. Ihre Bilanzsumme übersteigt das schweizerische BIP immer noch um das Dreifache (BIP 2014: 648 Milliarden Franken; Bilanzsumme UBS: 1062 Milliarden Franken; CS: 922 Milliarden Franken; Seco 2015). Vor dem Jahr 2007 war die Diskrepanz noch viel größer. Machtmäßig bedeutend sind ebenfalls die hohen Marktanteile der größten Banken. So lautete denn auch die Begründung für die UBS-Rettung vom Oktober 2008. Ein Fall würde zu viele KMU in Mitleidenschaft ziehen.

Ob die Finanzwelt entscheidende Korrekturen einleitet, stellten mir gegenüber einzelne Vizedirektoren und weitere Kader von Schweizer Banken infrage. So etwa (am 28.2.2015) im Rahmen des Advanced Executive Program des "Swiss Finance Institute" (im Ausbildungszentrum der Credit Suisse). Mit der Kritik an spekulativen Geschäften und hohen Boni der großen Banken steige auch der Druck, den Umsatz im Kernbereich zu erhöhen. Damit verschärfe sich die Konkurrenz

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