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Weltbeben Leben im Zeitalter der Überforderung von Steingart, Gabor (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.10.2016
  • Verlag: Knaus
eBook (ePUB)
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Weltbeben

Das neue Buch von Gabor Steingart zeigt: Die Zukunft findet statt - nur anders als die etablierten Mächte aus Wirtschaft und Politik sie erwarten Konflikte und Komplexität überfordern unsere Institutionen und Politiker. Ein aggressiver Finanzkapitalismus zehrt die Wirtschaft aus, die tragende Mitte unserer Gesellschaft wird immer weiter ausgehöhlt. Warum wir trotzdem nicht verzweifeln müssen und wie wir im Zeitalter der Überforderung gut leben können. Das neue Buch von Gabor Steingart bietet beides: schonungslose Analyse und Hoffnung auf eine Zukunft, die wieder Zuversicht verdient. Gabor Steingart, geboren 1962, ist einer der profiliertesten deutschen Sachbuchautoren und mehrfach ausgezeichneter Journalist (u.a. Wirtschaftsjournalist des Jahres, Helmut Schmidt Journalistenpreis, Deutscher Fernsehpreis, Medienmann des Jahres). In seinem täglichen Newsletter "Steingarts Morning Briefing" kommentiert er das aktuelle Welt- und Wirtschaftsgeschehen und bietet Nachrichten sowie exklusive Interviews mit Meinungsbildnern aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Bis 2018 war er Vorsitzender der Geschäftsführung der Verlagsgruppe Handelsblatt und Herausgeber von Deutschlands größter Wirtschaftszeitung; davor Chef der Spiegel-Büros in Berlin und Washington. Er hat u.a. die Bestseller "Deutschland - Der Abstieg eines Superstars", "Bastard-Ökonomie" und "Weltbeben" geschrieben.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 17.10.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641201500
    Verlag: Knaus
    Größe: 2530 kBytes
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Weltbeben

AMERIKA

Weltmacht auf

Abruf

Das Bild vom "American Dream" führt ein zweites Leben im Halluzinarium.

A merika ist noch immer eine Weltmacht, aber eine Weltmacht auf Abruf. Das Land leidet gleichzeitig an Überforderung und Selbstüberschätzung, wobei die historische List im gleichzeitigen Auftreten der beiden Phänomene besteht. Der Abstieg wird durch die Selbstüberschätzung nicht weniger real, aber Amerika spürt die Schmerzen nicht so. Das Bild vom "American Dream" führt unter diesen Bedingungen ein zweites Leben im Halluzinarium. Früher stand der amerikanische Traum für die Idee vom Aufstieg, heute für eine Kultur der Nostalgie bei vorsätzlichem Nichtverstehen der Gegenwart.

Das Bemerkenswerte ist, dass für den oberflächlichen Betrachter zunächst nichts auf einen Abstieg hindeutet, weshalb das Dasein in der Traumwelt bisher gut funktioniert. Die US-Streitkräfte bilden weiterhin den Showroom, in dem die Weltmachtambitionen ausgestellt werden. Das Sortiment an Aufklärungs-, Transport- und Tötungsgerät ist imposant; zu den Schmuckstücken der Sammlung gehören 7.000 Atomsprengköpfe, die in den kommenden Jahren durch eine für 100 Milliarden Dollar - das entspricht den addierten Staatshaushalten von Afghanistan, Somalia, Liberia, Niger, Sierra Leone, Zimbabwe, Eritrea und Kongo - erworbene Flotte von B-3-Bombern ergänzt werden. Ausgestattet mit Laserwaffen können diese Geschwader das feindliche Radar unerkannt durchfliegen. Ergänzt werden diese Hightech-Bomber durch eine wachsende Zahl unbemannter Drohnen, mit deren Hilfe sich selbst in unwegsamem Gelände Terroristen - bei Bedarf auch Hochzeitsgesellschaften - jagen lassen, ohne dass ein US-Soldat zu Schaden kommt.

Dabei herrscht an einsatzwilligem Kriegspersonal kein Mangel. 1,4 Millionen aktive Soldaten befehligen 1,1 Millionen Reservisten; die rund 750.000 zivilen Mitarbeiter der US-Streitkräfte sind dabei nicht mitgezählt. Marine, Luftwaffe und Heer gelten als nationale Heiligtümer, für die zu leben und sterben hohes Sozialprestige verspricht. Vor die Alternative gestellt, auf fremdem Boden zu fallen oder daheim den Weltverdickungsplänen von McDonald's & Co. zu erliegen, weiß der Patriot klug zu entscheiden.

Ökonomisch ist Amerika noch immer der Gorilla der Weltwirtschaft.

Ökonomisch ist Amerika noch immer der Gorilla der Weltwirtschaft. Kein anderes Land besitzt kräftigere Muskeln. Sogar die Wall-Street-Größen sind nach kurzer Rekonvaleszenz im Zuge der Weltfinanzkrise 2008 wieder auferstanden von den Toten - profitträchtiger, intransparenter und gieriger denn je. Derweil die Europäer, angeleitet von deutscher Gründlichkeit, ihre Finanzinstitute nach allen Regeln bürokratischer Kunst regulieren und zum Teil auch schon strangulieren, ist der Marktanteil der US-Banken in der Nach-Lehman-Zeit kräftig gestiegen. Wells Fargo, JP Morgan und Goldman Sachs leben im monetären Olymp, während die Deutsche Bank auf die globale Position Nummer 84 und damit ins Untergeschoss der Finanzindustrie abgestiegen ist.

Der Dollar blieb trotz der Konkurrenz aus China und Euroland die alles beherrschende Leit-, Transaktions- und Reservewährung der Welt. Mehr als 63 Prozent aller Währungsreserven werden in Dollar gehalten, jede zweite Transaktion wird mit seiner Hilfe abgewickelt. Noch auf dem entlegensten Fleckchen Erde, wo das Vorzeigen von Mastercard und Euroschein nur ein Achselzucken hervorruft, bringt das Entfalten einer zerknitterten Dollarnote die Augen zum Leuchten. Es ist dieser Mythos der Unwiderstehlichkeit, der machtbewusste Männer wie Winston Churchill einst auf die Palme trieb. "Dollarsklaverei", schimpfte er. Die Diktatur des Britischen Pfundes, das zuvor die Welt regiert hatte, war ihm deutlich lieber.

Auch die kulturellen Errungenschaften Amerikas, von der laufenden Hollywood-Produktion bis zur WhatsApp-Gruppe, erfreuen sich anhaltender Beliebtheit. Von den weltweit 50 erfolgreich

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