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Wirtschaftskrise in Island: Von hohen Wachstumsraten zum drohenden Staatsbankrott von Erdenberger, Alexander (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.06.2010
  • Verlag: Diplomica
eBook (PDF)
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Wirtschaftskrise in Island: Von hohen Wachstumsraten zum drohenden Staatsbankrott

Island wurde zum Musterbeispiel für neoliberale Wirtschaftsreformen, denn diese transformierten die von der Fischerei abhängige relativ arme Inselrepublik zu einer prosperierenden Wirtschaftsgesellschaft. Die Insel nutzte dazu seine inländischen Fisch- und Energieressourcen zur Ankurblung des Exportes und befriedigte die Inlandsbedürfnisse über diverse Importe. Durch die Öffnung der Märkte und weiterer Liberalisierungs- und Deregulierungsmaßnahmen steigerte sich das Bruttoinlandsprodukt exorbitant und Island wurde zu einem der reichsten Ländern Europas mit einem der höchsten Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukten der Welt. Im Zuge der Weltwirtschaftsturbulenzen wurde Island aber auch als einer der ersten Staaten hart in Mitleidenschaft gezogen. Zur Aufrechterhaltung des Finanzmarktes wurden die größten Banken des Landes verstaatlicht, wodurch Island fast selbst Bankrott ging. Die Analyse dieser extremen wirtschaftlichen Entwicklung ist das Ziel dieses Buches. Dazu werden zuerst die Besonderheiten des Inselstaates anhand der geologischen und politischen Basisdaten aufgezeigt. Darauf basierend wird die Umsetzung der neoliberalen Reformen, die den Grundstein für die weitere Entwicklung Islands legten, untersucht. Das daraus entstandene Wirtschaftswachstum zwischen 1994 und 2007 wird mit bereits bestehenden Daten der Statistischen Landesämter und anderen Einrichtungen ausgewertet. Darauf folgend wird die aktuelle wirtschaftliche Situation und der Weg in den drohenden Staatsbankrott beleuchtet. Abgerundet wird das Buch durch die Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse im Hinblick darauf inwiefern Island wieder als Vorbild für andere Staaten dienen kann.Island wurde zum Musterbeispiel für neoliberale Wirtschaftsreformen, denn diese transformierten die von der Fischerei abhängige relativ arme Inselrepublik zu einer prosperierenden Wirtschaftsgesellschaft. Die Insel nutzte dazu seine inländischen Fisch- und Energieressourcen zur Ankurblung des Exportes und befriedigte die Inlandsbedürfnisse über diverse Importe. Durch die Öffnung der Märkte und weiterer Liberalisierungs- und Deregulierungsmaßnahmen steigerte sich das Bruttoinlandsprodukt exorbitant und Island wurde zu einem der reichsten Ländern Europas mit einem der höchsten Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukten der Welt. Im Zuge der Weltwirtschaftsturbulenzen wurde Island aber auch als einer der ersten Staaten hart in Mitleidenschaft gezogen. Zur Aufrechterhaltung des Finanzmarktes wurden die größten Banken des Landes verstaatlicht, wodurch Island fast selbst Bankrott ging. Die Analyse dieser extremen wirtschaftlichen Entwicklung ist das Ziel dieses Buches. Dazu werden zuerst die Besonderheiten des Inselstaates anhand der geologischen und politischen Basisdaten aufgezeigt. Darauf basierend wird die Umsetzung der neoliberalen Reformen, die den Grundstein für die weitere Entwicklung Islands legten, untersucht. Das daraus entstandene Wirtschaftswachstum zwischen 1994 und 2007 wird mit bereits bestehenden Daten der Statistischen Landesämter und anderen Einrichtungen ausgewertet. Darauf folgend wird die aktuelle wirtschaftliche Situation und der Weg in den drohenden Staatsbankrott beleuchtet. Abgerundet wird das Buch durch die Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse im Hinblick darauf inwiefern Island wieder als Vorbild für andere Staaten dienen kann.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 101
    Erscheinungsdatum: 01.06.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783836638227
    Verlag: Diplomica
    Größe: 1112 kBytes
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Wirtschaftskrise in Island: Von hohen Wachstumsraten zum drohenden Staatsbankrott

Textprobe: Kapitel 4.1.1, Wirtschaftsstruktur und deren Bedeutung: Primärer Sektor: Die Reformen und Diversifikationsbestrebungen förderten den wirtschaftlichen Strukturwandel auf Island. Um die Produktionsstruktur und dessen Anpassungsprozess abzubilden wird die gesamtwirtschaftliche Produktionsaktivität, an der Entstehungsseite des BIP, also aller pro Jahr auf Island erstellten Produktionswerte wie Anlagen, Halb- und Fertigerzeugnisse sowie Dienstleistungen, gemessen und in drei Sektoren aufgeteilt. Die Fischerei, Land- und Forstwirtschaft bildet dabei den primären Sektor, der sekundäre Sektor wird durch das Baugewerbe und Industrie ausgefüllt und der Dienstleistungsbereich formt den tertiären Sektor. In Island machte der primäre Sektor 2007 5,9% der BIP-Entstehung aus. Dabei reduzierte sich der Anteil der isländischen Landwirtschaft seit 1990 trotz Subventionen und Schutzmaßnahmen kontinuierlich von 2,6% auf einen BIP-Anteil von 1,4% im Jahr 2007. Die Fischerei bildete über Jahrhunderte hinweg den wichtigsten Wirtschaftsbereich Islands. Die Vergleichbarkeit der isländischen Zahlen wird aufgrund von Berechnungsänderungen erschwert, denn die Fischverarbeitung wurde zeitweise in den sekundären Sektor aber auch manchmal zum primären Sektor gerechnet. Ein Rückgang der Fischerei und Fischverarbeitung von 9,6% im Jahr 1990 auf 4,4% der Wertschöpfung im Jahr 2007, lässt auch im Fischereisektor den Strukturwandel aufgrund zunehmender Diversifikation der Wirtschaft erkennen. Sekundärer Sektor: Die produzierende Industrie entstand auf Island zum Großteil zur Weiterverarbeitung, Bereitstellung oder Veredelung der Fischerei- oder Landwirtschaftserzeugnisse. Sie war dadurch sehr einseitig und konzentrierte sich hauptsächlich auf Schiffbau oder Kunstdüngerproduktion. Andere Industrien entstanden erst nach Eintritt in die EFTA. Somit markiert der Baubeginn der ersten Aluminiumhütte 1960 den Start der Ausweitung des sekundären Sektors. Dieser machte 2007 26,3% der BIP-Entstehung aus, damit änderte sich der Wertschöpfungsanteil seit 1990, als er 28,6% betrug, kaum. Allerdings änderte sich die Zusammensetzung des Sektors, der anfangs stark auf die Produktion von energieintensiven Produkten wie Aluminium und Eisensilizium, konzentriert war. Die Konzentration auf diesen Sektor lag an den komparativen Kostenvorteilen der isländischen Energie, die über die Exporte der Metallproduktion ausgenutzt wurden, denn ein direkter Export der Energie war schwierig und unrentabel. Der Produktionsanteil sank, da zwischen 1990 und 2007, das Baugewerbe, von 8,4% auf 11,1% BIP-Anteil zunahm. Zusätzlich stieg die Elektrizitäts- und Wasserversorgung von 3,9% auf 4,3% Wertschöpfungsanteil an, was durch das Ansiedeln weiterer Industrien wie Arzneimittel und anderer medizinische Produkte ergänzt wurde. Gemessen am BIP sank der Anteil des sekundären Sektors von 16,3% 1990 auf 10,9% des BIP im Jahr 2007.

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