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Kopf hoch, Deutschland! Mit dem Morning Briefing durch stürmische Zeiten von Steingart, Gabor (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.11.2017
  • Verlag: Knaus
eBook (ePUB)
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Kopf hoch, Deutschland!

Orientierung und Welterklärung in Kurzform: Das Beste aus Gabor Steingarts 'Morning Briefing' Welche E-Mail lesen Deutschlands Manager, Schüler und Politiker schon um 6 Uhr morgens? Das 'Morning Briefing' des 'Handelsblatt'-Herausgebers und Bestsellerautors Gabor Steingart. Steingart erklärt das Weltgeschehen und hat bei seinen über 500.000 Abonnenten Kultstatus. Sein Markenzeichen: Themen setzen, kommentieren, pointiert, kritisch, aber immer mit Zuversicht. Der Wert des Geschriebenen zeigt sich, wie bei einem guten Tagebuch, erst in der Rückschau. Für sein Buch 'Kopf hoch, Deutschland!' hat Steingart das Beste aus seinem morgendlichen Weckruf zusammengestellt, überarbeitet und thematisch neu geordnet: Entstanden ist ein kluger und inspirierender Blick auf unsere Welt, wie sie wirklich ist. Gabor Steingart, geboren 1962, ist einer der profiliertesten deutschen Sachbuchautoren und mehrfach ausgezeichneter Journalist (u.a. Wirtschaftsjournalist des Jahres, Helmut Schmidt Journalistenpreis, Deutscher Fernsehpreis, Medienmann des Jahres). In seinem täglichen Newsletter "Steingarts Morning Briefing" kommentiert er das aktuelle Welt- und Wirtschaftsgeschehen und bietet Nachrichten sowie exklusive Interviews mit Meinungsbildnern aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Bis 2018 war er Vorsitzender der Geschäftsführung der Verlagsgruppe Handelsblatt und Herausgeber von Deutschlands größter Wirtschaftszeitung; davor Chef der Spiegel-Büros in Berlin und Washington. Er hat u.a. die Bestseller "Deutschland - Der Abstieg eines Superstars", "Bastard-Ökonomie" und "Weltbeben" geschrieben.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 200
    Erscheinungsdatum: 13.11.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641224271
    Verlag: Knaus
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Kopf hoch, Deutschland!

ABFINDUNG

W interkorn übernahm erst die Verantwortung und dann eine millionenschwere Abfindung. So sehen moderne Wunder aus: Jesus verwandelte Wasser in Wein, Winterkorn eine Sauerei in Geld.

ABHÖRGESETZ

D er Preis der Freiheit darf niemals die Freiheit selbst sein.

ABSCHIED

H eute Morgen müssen wir uns selbst betrauern. Die Welt ohne den Welterklärer Helmut Schmidt hat sich in einen zugigen Ort verwandelt. Wenn Leben Verstehen bedeutet, dann hat auch unser Licht zu flackern begonnen.

Es wäre untertrieben zu sagen, der Verstorbene habe ein erfülltes Leben gelebt. In Wahrheit waren es mindestens drei in einem. Er war Politiker, Staatsmann und Publizist. Mensch war er auch. Und was für einer!

Vielleicht ist sogar sein leidenschaftliches Mensch-Sein der Schlüssel zu allen anderen Erfolgen. Schmidt besaß die Gabe des Zuhörens und des Staunens. Neuigkeiten erschöpften ihn nicht, sie luden ihn auf.

Gerade als Herausgeber der "Zeit" pflegte er das, was er lange zuvor begonnen hatte: das Gespräch mit seinen Landsleuten. Der typische Schmidt-Ton war deutlich, oft scharf und ironisch, zuweilen spitzbübisch, und dennoch war da immer ein milder Unterton, der wärmte. "Schmidt Schnauze" hat man ihn in seinen jungen Abgeordnetenjahren genannt. Es handelte sich um eine Schnauze, die an Herz und Hirn angeschlossen war. Dieser Schmidt sprach mit uns über Politik, übers Kettenrauchen, über diesen "Scheißkrieg", wie er sich ausdrückte, und schließlich - als 96-Jähriger - sogar über das Fremdgehen: "Ich hatte eine Beziehung zu einer anderen Frau", beichtete Schmidt der Nation nach 68 Ehejahren mit seiner Loki.

So konnte nur einer reden, der Mensch, nicht Engel war, mit allem, was das bedeutete, wenn man in das Jahr 1918 hineingeboren war: Nazi-Verführter, Kriegsteilnehmer, Kriegsverletzter, schließlich Europäer aus Scham und Überzeugung. Geschichte vergeht nicht, war seine Überzeugung, weshalb er auch in der Nachkriegs-SPD und nicht bei den Nachkriegskonservativen vom Schlage Strauß, Filbinger und Dregger seine Heimat fand.

Wenn die heutige SPD und ihr Vorsitzender sich nur eine der Schmidt'schen Eigenschaften einverleiben dürften, dann sollte es diese sein: Haltung. Schmidt war eben nicht das Fähnchen im Wind, sondern der Fahnenmast. Er liebte die Menschen mehr als die Partei. "Rate den Mitbürgern nicht das Angenehmste, sondern das Beste", hat er mal gesagt.

Die Welt braucht die Alten und Weisen, ihren historisch begründeten Optimismus und auch ihre in den Strömungen der Zeitläufe geformte Nachsicht gegenüber jenen, die erst noch so werden wollen, wie sie waren. Deshalb ist heute - da hilft jetzt auch der Verweis auf das biblische Alter des Verstorbenen nicht mehr viel - ein trauriger Tag. Allzu viele im Schmidt-Format hat es in der bundesdeutschen Geschichte nicht gegeben.

[ 11.11.2015 ]

ACHSE,
DEUTSCH-FRANZÖSISCHE

D ie deutsch-französische Achse rotiert wieder, wobei der Motor der Ideen derzeit vor allem aus Paris seine Energie bezieht: Macron treibt, Merkel dreht sich mit.

AFD

A us Nichtwählern wurden Wutbürger und schließlich AfD-Wähler. Da stehen sie nun mit ihren Trillerpfeifen und bevölkern den rechten Rand des politischen Marktplatzes.

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