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Beruflich in der Schweiz Trainingsprogramm für Manager, Fach- und Führungskräfte von Lechner, Tina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.10.2011
  • Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
eBook (PDF)
18,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Beruflich in der Schweiz

Die wohlhabende Schweiz ist ein äußerst beliebtes Einwanderungsland. Inzwischen leben dort über 250.000 Deutsche und bilden damit nach den Italienern die größte ausländische Bevölkerungsgruppe. Für das Auswandern in das Alpenland gibt es gute Argumente: Das Wetter ist besser, die Berge liegen vor der Haustür und die Löhne sind attraktiver. Außerdem haben die beiden Nachbarländer viele Gemeinsamkeiten, sogar die deutsche Sprache wird in vielen Regionen der Schweiz gesprochen. Aber haben sie deshalb automatisch dieselbe Kultur? Die vermeintliche Nähe der beiden Kulturen löst oft erst Probleme aus. Dieses Trainingsprogramm dient der Vorbereitung auf den Aufenthalt in der Schweiz und hilft dem Leser dabei, landestypische Verhaltensweisen und Eigenschaften zu verstehen und sich so zu verhalten, dass eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Schweizer Geschäftspartnern, Kunden, Kollegen und Mitarbeitern garantiert ist. Tina Lechner, Diplom-Pädagogin, ist Trainerin in den Bereichen Führung, Kommunikation und Karrierecoaching.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 144
    Erscheinungsdatum: 26.10.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783647491509
    Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
    Größe: 1796 kBytes
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Beruflich in der Schweiz

Kulturelle Verankerung von "Konsensorientierung" (S. 33-34)

Dieser Kulturstandard beschreibt, dass in der Schweiz ein großer Wert auf die Konsensorientierung gelegt wird. Diese Konsensorientierung ist in der Schweizer Demokratieauffassung von zentraler Bedeutung und es gibt sie in dieser Weise kein zweites Mal auf der Erde. Das beeinflusst natürlich die Grundhaltung von jedem Bürger. Die kollektive Selbstbestimmung schließt nach diesem Prinzip die Pflicht der regierendenMehrheit ein, die Interessen zu Gunsten der Minderheiten zu relativieren.

Die Mehrheit soll die Grundrichtung der Politik bestimmen, muss aber bei der Verwirklichung immer die Interessen der Minderheiten berücksichtigen. Sie darf auf keinen Fall stets die Hälfte der Bürger als Verlierer zurücklassen. Die Schweiz funktioniert föderalistisch und basiert auf dem Mehrheitsprinzip. Gründe für die Konsensorientierung im Schweizer Demokratieverständnis gibt es viele. Ein wichtiger Grund ist der Umstand, dass die Schweiz mit ihren Minderheitssprachen ein Land mit so genannten strukturellen Minderheiten ist.

Diese Minderheiten haben normalerweise von vornherein keine Chance,Mehrheiten für ihre Anliegen zu bekommen. Dies bedeutet, dass sie und ihre Bedürfnisse von einem erheblichen Teil der öffentlichen Gewalt ausgeschlossen wären. Die theoretische Möglichkeit, zu einer Mehrheit zu werden, befriedigt strukturelle Minderheiten nicht. Sie benötigen einen besonderen Schutz, wenn sie in das Gemeinwesen integriert werden sollen. Die Lösung hierfür ist die konsensorientierte Demokratie.

Diese Vorgehensweise zeigt sich in der Arbeitsweise des Schweizerischen Bundesrats, bei dem sieben "Minister" mit unterschiedlichen Meinungen und aus unterschiedlichen Parteien schlussendlich gemeinsam als Kollektiv einen Gesetzesentwurf oder Ähnliches vertreten müssen. Die direkte Demokratie arbeitet genau nach diesem Prinzip. Diese Kultur findet sich auch in Vereinen oder politischen Parteien, wo man nur längerfristig und nachhaltig weiterkommt, wenn die Entscheidungen wirklich von allen getragen werden und alle relevanten und zum Teil auch nicht relevanten Vertreter mit involviert sind (Linder, Lanfranchi u.Weibel, 1996).

Ein zweiter Grund sind die äußeren Einflüsse, die nicht beeinflussbaren Rahmenbedingungen wie Klima, Nachbarn, Ressourcen auf die politische Mentalität und Kultur. Diese Rahmenbedingungen bedeuten in der Schweiz Prägung durch ein zum großen Teil gebirgiges Land ohne Bodenschätze und Meeresanbindung und ein oft kaltes Klima. Diese Ausgangslage macht es notwendig, die Kräfte nicht mehr als nötig im inneren Konkurrenzkampf zu verbrauchen. Dies fördert vielmehr eine Kultur, die dem Interessenausgleich einen hohen Stellenwert einräumt und innere Konflikte zu vermeiden versucht.

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