text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Change by Design Wie Design Thinking Organisationen verändert und zu mehr Innovationen führt von Brown, Tim (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.10.2016
  • Verlag: Vahlen
eBook (ePUB)
21,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Change by Design

Wir befinden uns inmitten eines epochalen Wandels im Kräfteverhältnis unserer Gesellschaft, denn während die Ökonomien den Schwerpunkt von industriegefertigten Gütern auf Dienstleistungen und Erlebnisse verlagern, treten die Unternehmen die Kontrolle ab und nehmen ihre Kunden nicht mehr als 'Endverbraucher' wahr, sondern als Beteiligte an einem wechselseitigen Prozess. Im Laufe der jahrhundertlangen Geschichte der kreativen Problemlösung haben sich Designer das nötige Handwerkszeug zugelegt, das ihnen hilft, die 'drei Räume der Innovation', wie Tim Brown sie bezeichnet, zu durchlaufen: Inspiration, Ideenbildung und Umsetzung. Seiner Überzeugung nach müssen diese Fähigkeiten nun über die gesamten Unternehmen verstreut werden. Und das funktioniert mit einem der innovativsten Denkwerkzeuge zur Entwicklung von Ideen und zur Lösung von Problemen, dem Design Thinking. Im ersten Teil dieses Buches wird ein Rahmenwerk vorgestellt, das hilft, die Grundsätze und Methoden zu erkennen, die großartiges Design Thinking ermöglichen. Hier wird gezeigt, wie Design Thinking von einigen der innovativsten Unternehmen der Welt praktiziert wurde und zu bahnbrechenden Lösungen inspiriert hat. Der zweite Teil soll dazu anregen, nicht zu kleckern, sondern zu klotzen. Anhand drei großer Bereiche der menschlichen Aktivität - Unternehmen, Märkte und Gesellschaft - zeigt Tim Brown, wie aus dem Design Thinking heraus Wege entstehen können, um Ideen zu entwickeln, die unseren heutigen Herausforderungen gerecht werden. Dabei muss sich das Design Thinking in den Organisationen 'aufwärts' bewegen in die Nähe der Vorstandsetagen, wo strategische Entscheidungen getroffen werden. Denn Design ist zu wichtig geworden, als dass man es allein den Designern überlassen sollte. Tim Brown zählt zu den prominentesten Personen auf dem Gebiet von Design und Innovation weltweit. Er ist CEO und Präsident von IDEO, das Unternehmen, das die Apple-Maus und den Palm V entwickelt hat. Tim Brown spricht regelmäßig über den Wert des Designs und von Innovationen, unter anderem auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos oder bei TED Talks. Er berät zahlreiche Fortune 100 Unternehmen. Seine Arbeiten wurden bereits in der Axis Gallery in Tokio, dem Design Museum in London und dem MOMA in New York ausgestellt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 198
    Erscheinungsdatum: 04.10.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783800652594
    Verlag: Vahlen
    Größe: 1056 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Change by Design

11 Teil I
Was ist Design Thinking?

12 Die Akzeptanz konkurrierender Beschränkungen bildet das Fundament des Design Thinking.
13 Kapitel 1:
Ganz nah am Menschen,
oder wie es beim Design Thinking um mehr geht als Formgebung

2004 verzeichnete Shimano, ein führender japanischer Hersteller von Fahrradkomponenten, in den USA abflachende Wachstumsraten bei den High-End-Produkten seiner traditionellen Rennrad- und Mountainbike-Sparten. Das Unternehmen hatte immer auf neue Technologien als Wachstumsmotor gesetzt und massiv investiert, um jeder herannahenden Innovation zuvorzukommen. Doch angesichts des sich wandelnden Marktes schien es ratsam, etwas Neues auszuprobieren, also bat Shimano IDEO um Mithilfe.

Nun ging es darum, Beziehungen zwischen Designer und Klient aufzubauen, die wohl noch vor wenigen Jahrzehnten oder auch nur Jahren deutlich anders ausgesehen hätten. Shimano gab uns weder eine Liste mit technischen Vorgaben noch eine Mappe voller Marktstudien und beauftragte uns auch nicht mit dem Design eines Stapels von Zubehörteilen. Stattdessen taten wir uns zusammen und gingen daran, die Veränderungen auf dem Fahrradmarkt zu erkunden.

In der Frühphase stellten wir ein interdisziplinäres Team aus Designern, Verhaltensforschern, Marketingfachleuten und Ingenieuren zusammen, das einen geeigneten Rahmen für das Projekt festlegen sollte. Es folgte sogleich seinem Gespür, sich nicht auf das obere Marktsegment zu konzentrieren. Stattdessen gingen die Beteiligten der Frage nach, warum 90 Prozent der erwachsenen US-Amerikaner nicht Fahrrad fuhren - obwohl 90 Prozent von ihnen das als Kind getan hatten! Auf der Suche nach neuen Denkweisen rund um dieses Problem widmeten sie sich ausgiebig den Verbrauchern sämtlicher Kategorien. Sie stellten fest, dass fast all ihre Gesprächspartner sich gern an ihre Kindheit mit dem Fahrrad erinnerten, inzwischen aber nichts mehr vom Radfahren wissen wollten. Das lag zum einen am Einkaufserlebnis (nicht zuletzt an den athletischen Verkaufsmitarbeitern in den meisten unabhängigen Radgeschäften, die mit ihren Lycra-Outfits eine einschüchternde Wirkung auf die Kunden ausübten); zum anderen an der verwirrenden Komplexität und den völlig überhöhten Preisen für Fahrräder, das entsprechende Zubehör und die Spezialbekleidung; außerdem an den Gefahren des Radfahrens auf Straßen ohne ausgewiesene Fahrradwege; und schließlich an der nötigen Wartung der hochentwickelten Gefährte, die vielleicht doch eher was fürs Wochenende waren. Ihnen fiel auf, 14 dass kaum jemand, mit dem sie sprachen, nicht irgendwo in der Garage ein Fahrrad mit einem platten Reifen oder defektem Kabel herumstehen hatte.

Diese am Menschen orientierten Untersuchungen - die sich nicht nur Anregungen von Fahrradfreaks erhofften, sondern vornehmlich aus Kreisen außerhalb der Stammkundschaft von Shimano - führten zu der Erkenntnis, dass womöglich eine ganz neue Kategorie des Fahrradfahrens die Verbindung amerikanischer Verbraucher zu ihren Kindheitserlebnissen wiederherstellen könnte. So begann vor ihren Augen ein riesiger, unerschlossener Markt Gestalt anzunehmen.

Inspiriert von den alten Schwinn-Fahrrädern mit Rücktritt, an die sich alle Welt zu erinnern schien, entwickelte das Designteam das Konzept des "Coasting". Das würde die Radler von einst an eine Aktivität zurückführen, die unkompliziert, schnörkellos und gesund war und dazu noch Spaß machte. Coasting-Räder wären eher fürs Vergnügen gedacht als für den Sport, es gäbe keine Bedienelemente am Lenker, keine Kabel würden sich um den Rahmen wickeln und keinerlei Präzisionsschaltungen müssten gesäubert, eingestellt, repariert oder ersetzt werden. Wie wir es von unseren früheren Fahrrädern kennen, würde man die Bremsen per Rücktritt betätigen. Die Räder sollten mit bequemen Polstersätteln, Lenk

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen