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Kommunikationskultur in Familienunternehmen Unternehmer im Gespräch - von Führungsverantwortung über Konfliktlösung bis zur Nachfolgeregelung von Waibel, Jochen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.08.2016
  • Verlag: Haufe
eBook (ePUB)
29,99 €
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Kommunikationskultur in Familienunternehmen

Welche Vorstellungen von Führung und Miteinander überzeugen? Welche Rollendynamiken wirken? Der Autor zeigt, wie es Ihnen gelingt, die Rollen neu zu finden und sich überzeugend damit zu identifizieren. So gelingen auch Veränderungsprozesse und die Nachfolge in Ihrem Unternehmen erfolgreich.

"Charmant und eingängig werden hier die zentralen Fragestellungen vorgestellt, mit denen die Familie des Familienunternehmens konfrontiert ist. Durch die Interview-Zitate erhält das Buch eine eindringliche Unmittelbarkeit. Für mich war es eine besondere Lesefreude!"
Prof. Dr. Arist von Schlippe, Akademischer Direktor des Wittener Instituts für Familienunternehmen (WIFU)

"Die Buddenbrooks für Manager. Jochen Waibels Buch bietet einen sehr persönlichen Einblick in deutsche Familienunternehmen und erzählt spannend von Söhnen und Patriarchen. Ein lebendiger Ausschnitt deutscher Unternehmenskultur."
Hanna Grabbe, DIE ZEIT

Inhalte:

Der Familienbegriff als Mittelpunkt im Unternehmenszusammenhang
Der Patriarch als Ausgangspunkt: Machteingriffe und kommunikative Win-Win-Situationen
Kommunikation zwischen Nähe und Distanz
Teamrollen und Persönlichkeitsmerkmale richtig einsetzen
Dialog auf dem Weg zur Unternehmensnachfolge

Jochen Waibel ist Gründer und Geschäftsführer des Instituts Stimmhaus® Stimme. Führung. Mediation. in Hamburg. Er ist Wirtschaftspsychologe, Gründerenkel und verfügt über langjährige Erfahrung als Mediator, Coach, Ausbilder und Dozent.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 287
    Erscheinungsdatum: 17.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783648089682
    Verlag: Haufe
    Größe: 1416 kBytes
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Kommunikationskultur in Familienunternehmen

1 Vom ältesten Gasthaus und der ältesten Brauerei der Welt zu den Geheimnissen der Familienunternehmen

"sub rosa dictum - unter der Rose gesagt, muss geheim bleiben"

Mittelalterliche Redewendung

"Niemand beichtet gern in Prosa;
Doch vertraun wir oft sub Rosa
In der Musen stillem Hain"

Goethe (aus: "An die Günstigen")

In diesem Kapitel geht es darum, ob Familienunternehmen so schlau wie Einstein oder eher so starr wie ein Stein sind. Beispielhaft betrachte ich im Zusammenhang mit dieser Frage u. a. die älteste Familienbrauerei und das älteste Familienunternehmen. Zudem schaue ich auf die Bedeutung des "Geheimnisses und der Rose". Außerdem beschreibe ich, was ich unter Führung mit Vertrauen verstehe.

Einer meiner Söhne kam einmal mit einem Wortspiel nachhause. Bist Du so schlau wie EinStein? Daraus machte ich die Frage:

Sind Familienunternehmen so schlau wie EinStein?

Diese doppeldeutige Frage kann natürlich nicht pauschal beantwortet werden.
1.1 Familienunternehmen - schlau wie Einstein?

Ja, manche Familienunternehmen wirken tatsächlich so schlau, so genial wie Einstein - der die Vorstellung von Raum und Zeit durcheinander brachte - und bewahren das Unternehmen für sich und ihre Mitarbeiter über Generationen.

Ich möchte Ihnen zunächst zwei traditionsreiche Familienunternehmen vorstellen: Das ist zum einen die älteste Familienbrauerei der Welt, die Zötler-Brauerei, im Herzen des Allgäus gelegen. Sie beglückt die Menschen nunmehr seit 1447 in der 21. Generation mit ihren Produkten. Der Senior- wie auch der Juniorgeschäftsführer waren freundlicherweise bereit zu einem Interview, das Sie weiter unten nachlesen können. Das zweite Beispiel ist das (vermutlich) älteste Familienunternehmen der Welt, das japanische Gasthaus und Hotel Hoshi Ryokan. Es liegt in einem kleinen Dorf namens Awazu Onsen an der Westküste Japans. Das Hoshi Ryokan existiert seit dem Jahr 717 und versorgt seine Gäste inzwischen in der 46. Generation mit japanischer Küche - kombiniert mit heißen Bädern. Für das Gasthaus gilt das weitere Überleben allerdings nicht als gesichert, sofern es Sicherheit überhaupt geben kann. Das hat mehrere Gründe: Das Ryokan wird seit fast 1.300 Jahren von Zengoro Hoshi geleitet. Ist dieser Mann etwa 1.300 Jahre alt? Nein. Das dahinter stehende Geheimnis ist simpel: Seit der Gründer anno 717 sein damaliges Start-up begann, wird der Name Zengoro Hoshi weitergegeben. So eisern der Name, so eisern die Tradition. Die Tragödie des Familienunternehmens ist, dass der eigentliche Nachfolger, Hoshis ältester Sohn, vor zwei Jahren starb. Der zweite Sohn wiederum entzweite sich mit dem Vater. Nun steht zur Nachfolge Zengoro Hoshis Tochter Hisae Hoshi bereit. Die Hoffnung des Vaters liegt aber nicht nur auf der Tochter, sondern auch auf ausländischen Touristen, die an der traditionellen japanischen Kultur interessiert sind. Denn zur schwierigen Nachfolgesituation kommt hinzu, dass die modern ausgerichteten und verwöhnten Kunden das traditionelle Hotel zunehmend meiden.

Hoshis Tochter ist pflichtbewusst, aber überfordert. Die Führung des Unternehmens alleine zu übernehmen, empfindet sie als zu viel Verantwortung. Sie hofft nun auf ihren verstoßenen Bruder, doch dieser darf nur unter der Weisung seiner Schwester zurück ins Hotel, die sich ihrerseits lieber unterordnen würde. Falls sie das Familienunternehmen doch übernehmen sollte, würde ihr zukünftiger Mann den Namen Zengoro Hoshi annehmen müssen: Das wäre zumindest ein lösbares Problem ( www.ho-shi.co.jp ).

Es bleibt die Frage: Haben die bis heute so erfolgreichen und manchmal uralten Familienunternehmen den Stein des Weisen gefunden?

Nicht unbedingt, denn wie Sie am Beispiel des Hoshi-Unternehmens gesehen haben, ist eine sehr l

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