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Legitimierungsstrategien junger Unternehmen Ergebnisse zweier experimenteller Studien von Stelzer, Franziska (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.05.2009
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (PDF)
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Legitimierungsstrategien junger Unternehmen

Bedeutende Veränderungen in der Wirtschaft ergeben sich häufig durch Unternehmensgründungen. Etablierte Konkurrenten oder das institutionelle Umfeld insgesamt reagierten darauf meist mit Widerstand und verwehren jungen Unternehmen den Zugang zu lebensnotwendigen Ressourcen. Als ein Grund für die hohe Sterblichkeit junger Unternehmen wird dabei ihre fehlende gesellschaftliche Akzeptanz bzw. organisationale Legitimität gesehen. Anhand zweier Experimente werden die Auswirkungen von Legitimierungsstrategien junger Unternehmen auf deren Akzeptanz in der Gesellschaft sowie deren Ressourcenzugang, Überlebenswahrscheinlichkeit und Wachstumsmöglichkeiten untersucht. Es zeigte sich, dass solche Strategien positiv auf die kognitiven und regulativen Legitimitätsdimensionen wirken. Darüber hinaus zeigt sich ein positiver Zusammenhang zwischen der Erreichung organisationaler Legitimität und dem Zugang zu tangiblen und intangiblen Ressourcen. Die Arbeit schließt mit konkreten Hinweisen für die weitere Entrepreneurshipforschung sowie die unternehmerische Praxis.

Dr. Franziska Stelzer ist Diplom-Psychologin und als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an einer Universität tätig.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 286
    Erscheinungsdatum: 14.05.2009
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170294561
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 1894 kBytes
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Legitimierungsstrategien junger Unternehmen

1 Einleitung

Dieses Kapitel dient der Einführung in die vorliegende Arbeit. Zu diesem Zweck wird zu Beginn die Problemstellung, welche Ausgangspunkt dieser Arbeit war, vorgestellt. Darauf folgt eine kurze Beschreibung bisheriger Forschungsschwerpunkte im Entrepreneurshipbereich sowie der sich bietenden Forschungslücke. Den Abschluss bildet die Erläuterung der Struktur der Arbeit.
1.1 Problemstellung

Die wichtigsten Veränderungen in der Wirtschaft werden durch Unternehmensgründungen verursacht ( vgl. Schumpeter 1934, S. 99f.). Ihre Entstehung basiert auf einem von Kreativität und Intuition getriebenen Prozess, welcher durch eine Interaktion von Organisationen, Individuen und Umwelt geprägt ist. Ein Ergebnis dieses Prozesses kann eine neue Kombination bekannter Materialien und Kräfte sein, welche eine "kreative Zerstörung" nach sich zieht und bestehende Prozesse und Strukturen stark verändert ( vgl. Schumpter 1997, S. 100f.). Jedoch erfolgen solche Veränderungen nicht problemlos. So können sich etablierte Branchen sowie das institutionelle Umfeld bedroht fühlen und jungen Unternehmen den Zugang zu lebensnotwendigen Ressourcen verwehren. Als Folge kämpfen diese oftmals um ihre Existenz.

Die hohe Sterblichkeit junger Unternehmen ist bereits vielfach empirisch diagnostiziert worden. Beispielsweise ermittelte Evans (1987, S. 572) eine Überlebensrate von 67 Prozent nach 4 Jahren, Mata (1994, S. 30) sogar nur eine Rate von 53 Prozent. In der Untersuchung Wagners (1994, S. 144) überlebten in einem Zeitraum von 11 Jahren zwischen 43 bis 55 Prozent der jungen Unternehmen. Song/Podoynitsyna/van der Bij/Halman (2008) stellten bei einer Stichprobe von 11.259 jungen Unternehmen eine Überlebenswahrscheinlichkeit zwischen 22 und 36 Prozent fest. Andere Studien ergaben Werte von 40-50 Prozent ( vgl. van Praag 2003; Forsyth 2005; Schrör 2007).

Wenn Unternehmensgründungen auf der einen Seite als ein Kernelement der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit anzusehen sind, weil sie innovative Veränderungsprozesse anstoßen und dadurch eine wichtige strukturelle und dynamische Rolle in Volkswirtschaften übernehmen ( vgl. Fueglistaller/Müller/Volery 2004, S. 3), auf der anderen Seite jedoch viele junge Unternehmen sterben, gilt es herauszufinden, was zu ihrem Überleben beiträgt. Bereits der Ausspruch "a small business is not a little big business" von Welsh/White (1981, S. 18) gibt einen Hinweis darauf, dass das Denken über junge Unternehmen andere Dimensionen, Strukturen und Argumente erfordert, als würden etablierte Unternehmen betrachtet. Auch sind nicht alle jungen Unternehmen gleich. Das finanzielle und soziale Kapital, die Erfahrung, die Fähigkeiten und das Wissen von Unternehmensgründern beeinflussen stark, welche Art von Unternehmen gegründet wird ( vgl. Pe'er/Vertinsky/King 2008 S. 120), was wiederum einen Einfluss auf Entscheidungen zum Beispiel bezüglich des Standortes oder der Zielgruppe hat.

Vor allem bei jungen Unternehmen, die eine neue Branche entstehen lassen und daher quasi "die Ersten ihrer Art sind", ist die Gründung eines Unternehmens nur der erste Schritt. Solche Unternehmen versuchen die bestehende Ordnung und die institutionellen Gegebenheiten zu verändern und müssen daher nicht nur eine kohärente und autarke Einheit bilden, sondern sich auch mit anderen Unternehmensgründern organisieren, um ein neues, günstiges Umfeld zu schaffen. Ein solches System kooperativer Einheiten fördert ihre Überlebenswahrscheinlichkeit ( vgl. Aldrich/Martinez 2003, S. 359ff.). Folglich beeinhaltet Unternehmensgründung hier die Konstruktion einer neuen sozialen Einheit. Im Gegensatz dazu schöpfen Gründer in etablierten Branchen aus der Arbeit, die vorangegangene Unternehmen geleistet haben. Unternehmen in neuen Branchen müssen hingegen mit aufmerksamkeitserzeugenden Handlungen beginnen, um andere Organisationen sowie die G

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