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Mad Business Was in den Führungsetagen der Konzerne wirklich abgeht von Bartussek, Joerg (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.02.2015
  • Verlag: Campus Verlag
eBook (ePUB)
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Mad Business

Treffen Sie Paul Hecht, eine Figur, erschaffen aus den authentischen Stimmen Dutzender Topmanager, und erleben Sie eine Woche Businesswahnsinn an seiner Seite. Begegnen Sie den glamourösen und dunklen Seiten der Macht, Kampfrhetorik und Topliftgesprächen, U-Boot-Projekten und Silodenken, Prozesspolizisten und der Frage: Was macht die Hand des Chefs auf meinem Knie?
Unterhaltsames Porträt eines typischen Überfliegers trifft auf anonymisierte Zitate aus den Führungsetagen der Großkonzerne, in unzähligen Interviews gesammelt von zwei Insidern. Bitte anschnallen!

Joerg Bartussek, geb. 1971, studierte Rechtswissenschaften und Journalistik an der Universität Graz sowie in Washington D.C., war viele Jahre als Manager für Großkonzerne in den Bereichen Beratung, Internet und Mobilfunk tätig und lebt heute als selbstständiger Unternehmer in Wien. Oliver Weyergraf, geboren 1968, studierte Betriebswirtschaftslehre in Köln. Er führte als Geschäftsführer mehrere Internetunternehmen, war lange als Manager für internationale Konzerne tätig, leitet heute sein eigenes Unternehmen und lebt in Berlin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 237
    Erscheinungsdatum: 09.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783593424934
    Verlag: Campus Verlag
    Größe: 4953 kBytes
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Mad Business

8.36 Uhr,
Mein Büro, meine Lampe, meine Assistentin

Ich lege Wert darauf, nicht übermäßig eitel zu sein. Morgens greife ich nach dem erstbesten Anzug, den ich finde. Sind ohnehin alle dunkelgrau, Nadelstreif, eine der renommierten Marken. Krawatte trage ich selten, auch heute nicht, das ist meiner Meinung nach etwas für die ältere Generation. Und für den Fall der Fälle hängt immer ein "Notfall-Schlips" in meinem Büro. Das taillierte Hemd kommt aus dem Sport, tragen jetzt alle Trainer so. Ich färbe mir auch nicht die Haare - graumelierte Schläfen kommen in meiner Position ganz gut. Und da ich darüber hinaus ganz gut durchtrainiert bin, nimmt man mir meine Leitungsfunktion automatisch ab. Die Formel lautet: Graumeliert + sportlich = Chef. Das funktioniert immer! Der Dresscode

' Früher liefen bei uns alle rum, wie sie wollten. Manche sahen aus, als kämen sie gerade vom Rasenmähen. Als in der Krise dann Leute rausgeschmissen wurden und alle um ihre Jobs kämpften, differenzierte man sich plötzlich auch über Klamotten. Heute trägt jede Führungskraft Anzug - aus Pseudo-Lässigkeit verzichten sie höchstens mal auf die Krawatte und geben sich dadurch "volksnah". ' (IT-Branche) ' Für mich ist der Anzug eine Uniform, die ich morgens an- und abends wieder ausziehe. So kann ich Arbeit und Privatleben gut trennen. ' (Medien) ' Sie wiesen einen darauf hin, wie man sich anzuziehen habe. Vermutlich weil in der Beratung so viele Naturwissenschaftler sind. Da gab es dann Hinweise wie: Keine weißen Socken zum Anzug! ' (Beratungskonzern) ' Damit wir Beraterinnen auch anständig angezogen sind, gab es zum Start einen Bekleidungsvorschuss. Ich bin also losgezogen und hab' mich erst mal ordentlich eingekleidet. Auf dem Flug zu meinem ersten Projekt saß ich dann stolz wie Oskar in meinem anthrazitfarbenen Anzug mit dem schicken Seidenschal da.
Weil meine Tasche in einer anderen Reihe verstaut war, wartete ich nach der Landung artig am Gang, bis die Leute an mir vorbeigelaufen waren. Ich wunderte mich, warum die anderen Passagiere immer wieder "Vielen Dank!" zu mir sagten. Bis mir plötzlich klar wurde: Die denken, ich sei eine Stewardess! Mein ganzes Selbstbewusstsein war im Nu den Bach runter. ' (Beratungskonzern) Wie beim Dresscode gehe ich auch in Sachen Büroeinrichtung "unprätentiös" vor. Einfach und schlicht - so ist Paul Hecht! Bis auf ein paar Fotos gibt es hier eigentlich nichts wirklich Privates. Ich muss mich am Arbeitsplatz nicht selbst verwirklichen. Job und Privates sollte man trennen! Als mich die Mitarbeiterzeitschrift einmal interviewte, sollte ich Fragen wie "Was ist Ihr Hobby?" beantworten. Ich erzählte irgendetwas über meine "Lieblingsmannschaft", obwohl mich Fußball nicht die Bohne interessiert. Das war aber notwendig, um Verbundenheit mit den Mitarbeitern zu demonstrieren. Dass ich hier bin, um Karriere zu machen, wäre zwar die ehrlichere, aber sicher nicht die beste Antwort gewesen. Der einzige Luxus, den ich mir fürs Büro geleistet habe, ist meine Sonnenlichtlampe. Die macht ein viel wärmeres Licht als diese hässlichen Neonröhren, die sonst überall hängen. War zwar nicht ganz billig, aber zahlt erstens das Bereichsbudget, und zweitens sich aus, da das Arbeiten gleich viel angenehmer ist. Ich verstehe nicht, wie meine Leute den ganzen Tag dieses kalte Neonlicht aushalten ... Kurz hatte ich überlegt, ein Zeichen zu setzen und mich ins Großraumbüro zu setzen. So nach dem Motto: Einer vom Team, ohne eigenes Büro, flache Hierarchien, toller Chef zum Anfassen! Damit hätte ich bei vielen meiner Leute sicher gepunktet und die anderen Bereichsleiter schön geärgert. Win-win! Für diese verkrusteten Managertypen ist das Büro ein Statussymbol, das sie sich nach dem langen und ans

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