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Neoinstitutionalistische Organisationstheorie von Walgenbach, Peter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.11.2007
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (ePUB)
25,99 €
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Neoinstitutionalistische Organisationstheorie

Die in der nordamerikanischen Organisationsforschung wurzelnde neoinstitutionalistische Organisationstheorie ist derzeit eine der weltweit führenden Organisationstheorien. Im Mittelpunkt dieses Ansatzes stehen die gesellschaftliche Einbettung von Organisationen sowie die zentrale Rolle des sozialen und kulturellen Umfeldes für die Legitimität von Organisationsstrukturen und Managementpraktiken. Das vorliegende Buch bietet eine umfassende Einführung in die Grundlagen der neoinstitutionalistischen Organisationstheorie. Ergebnisse der empirischen Forschung und konzeptionelle Weiterentwicklungen des Ansatzes werden vorgestellt und diskutiert. Anhand aktueller Fragestellungen werden die unterschiedlichen Positionen innerhalb des Neoinstitutionalismus, potenzielle Schnittstellen mit anderen Organisationstheorien sowie das Spektrum möglicher Forschungsmethoden aufgezeigt und kritisch kommentiert.

Prof. Dr. Peter Walgenbach ist Inhaber des Lehrstuhl für Organisation, Führung und Human Resource Management an der Universität Jena. Prof. Dr. Renate Meyer lehrt Public Management an der Wirtschaftsuniversität Wien.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 238
    Erscheinungsdatum: 08.11.2007
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170270022
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Serie: W:
    Größe: 7782 kBytes
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Neoinstitutionalistische Organisationstheorie

2 Die grundlegenden Beiträge

Dieses Kapitel soll die Hintergründe der Entstehung der neoinstitutionalistischen Organisationstheorie verdeutlichen und zugleich einen ersten tiefer gehenden Einblick in die Argumentationsfiguren der Theorie geben. Dazu werden die drei grundlegenden Beiträge (Meyer/Rowan 1977; DiMaggio/Powell 1983; Zucker 1977) vorgestellt und ihre zentralen Argumente herausgearbeitet. Anschließend werden die Kernargumente der Beiträge miteinander verglichen. Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Argumentation werden aufgezeigt.
2.1 John W. Meyer und Brian Rowan (1977): Institutionalized organizations: Formal structure as myth and ceremony

Schon in den einleitenden Abschnitten des Aufsatzes von Meyer und Rowan (1977: 340 f.) wird die Stoßrichtung der neoinstitutionalistischen Organisationstheorie deutlich. Diese ersten Absätze signalisieren eine radikale Abkehr von dem bis dahin dominanten technisch-funktionalistischen Erklärungsparadigma in der Organisationswissenschaft.

"Formal organizations are generally understood to be systems of coordinated and controlled activities that arise when work is embedded in complex networks of technical relations and boundary-spanning exchanges. But in modern societies, formal organizational structures arise in highly institutionalized contexts. Professions, policies, and programs are created along with the products and services that they are understood to produce rationally. This process permits many new organizations to spring up and forces existing ones to incorporate the new practices and procedures. That is, organizations are driven to incorporate the practices and procedures defined by prevailing rationalized concepts or organizational work and institutionalized in society. Organizations that do so increase their legitimacy and their survival prospects, independent of the immediate efficacy of the acquired practices and procedures.

Institutionalized products, services, techniques, policies, and programs function as powerful myth, and many organizations adopt them ceremonially. But conformity to institutionalized rules often conflicts sharply with efficiency criteria; conversely, to coordinate and control activity in order to promote efficiency undermines an organization's ceremonial conformity and sacrifices its support and legitimacy. To maintain ceremonial conformity, organizations that reflect institutional rules tend to buffer their formal structures from the uncertainties of technical activities by becoming loosely coupled, building gaps between their formal structures and actual work activities."

Diese beiden kurzen Absätze fassen die wesentlichen Aussagen des Aufsatzes von Meyer und Rowan sehr gut zusammen. Im Folgenden werden diese nun differenzierter dargelegt, um die Kernaussagen zu verdeutlichen.

Nach Meyer und Rowan spiegelt die formale Struktur einer Organisation weder notwendigerweise die effizientesten ("best practice") Lösungen für Koordinations- bzw. Steuerungsprobleme noch zwingend die effizientesten Formen der Gestaltung von Austauschbeziehungen wider. Auch können Unterschiede zwischen der formalen Struktur und den tatsächlichen Arbeitsaktivitäten, die in einer Organisation ausgeführt werden, bestehen. Diese Aussagen stellten einen radikalen Bruch mit der bis Mitte der 1970er Jahre vorherrschenden Betrachtungsweise von formaler Organisation dar. In den bis dahin dominanten Organisationstheorien wurde die formale Struktur einer Organisation - in Form von Organigrammen, Stellenbeschreibungen sowie Regeln und Routinen - als ein reales Abbild der Arbeitsaktivitäten sowie der Steuerungs- und Koordinationsaktivitäten in einer Organisation betrachtet (s. zur formalen Struktur von Organisationen ausführlich Kieser/Walgenbach 2007; Donaldson 2001). Zugleich ging man in diesen Arbeiten in einer verkürzten Lesart der Weber'schen Schriften (s. insb. Weber 1972) davon aus,

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