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Sündenböcke von Kluge, Harold (eBook)

  • Erschienen: 30.10.2012
  • Verlag: dotbooks GmbH
eBook (ePUB)
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Sündenböcke

Alte Nazis' - oder Sündenböcke? Sie gehörten zu den Spitzen der deutschen Wirtschaft und Kultur. Ihre Leistungen wären unumstritten, hätten sie diese nicht in jener Zeit erbracht, die man in Deutschland weder vergessen kann, noch vergessen darf. August v. Finck, Günther Quandt, Wilhelm Furtwängler, Leni Riefenstahl, Arno Breker und viele andere wurden nach dem Ende der NS-Diktatur im Rahmen der Entnazifizierung entlastet oder bekamen den Status des Mitläufers zugesprochen. Trotzdem gelten sie einer breiten Öffentlichkeit heute immer noch als Komplizen Hitlers. Zurecht? Zu Unrecht? Harold Kluge ist dieser provokanten Frage nachgegangen. Fehlinformation und übler Nachrede kann man nur mit einem Mittel begegnen: mit Fakten und ihrer genauen Analyse. 'Es geht mir um die Heuchelei bei der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit', sagt Harold Kluge. 'Mit diesem Buch will ich einen Beitrag leisten, um diese Heuchelei und deren Hintergründe sichtbar zu machen.' Jetzt als eBook: 'Sündenböcke' von Harold Kluge. dotbooks - der eBook-Verlag.

Harold Kluge, geboren 1934 in Berlin, ist promovierter Jurist. Von 1961 bis 1999 war er in der Versicherungswirtschaft tätig, die letzten 20 Jahre als Vorstandsvorsitzender einer großen Versicherungsgruppe. Zwischen 2000 und 2006 studierte er neuere und neueste Geschichte sowie Soziologie. Bei dotbooks erschien sein Buch 'Sündenböcke - Zur Rolle von zehn Prominenten unter dem NS-Regime'.

Produktinformationen

    Größe: 589kBytes
    Herausgeber: dotbooks GmbH
    Untertitel: Zur Rolle von zehn Prominenten unter dem NS-Regime
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 387
    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    ISBN: 9783955200381
    Erschienen: 30.10.2012
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Sündenböcke

Teil I:
Die misslungene juristische Aufarbeitung der NS-Zeit

Als das NS-Regime mit der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands am 8. Mai 1945 zusammenbrach, hinterließ es eine erschreckende Bilanz. Dazu gehörten:

ca. 20 Millionen getötete russische Soldaten und Zivilisten;
ca. 9–10 Millionen deutsche Kriegstote (Soldaten und Zivilpersonen);
eine nicht mehr genau ermittelbare, jedoch mit Sicherheit hohe zweistellige Millionenzahl von Verwundeten auf beiden Seiten, von denen viele für den Rest ihres Lebens verkrüppelt blieben [13] ;
ca. 12,5 Millionen Deutsche, die aus den osteuropäischen Ländern vor den anrückenden sowjetischen Truppen geflüchtet oder nach dem Ende des Krieges vertrieben worden waren – ein Vorgang, bei dem Hunderttausende ihr Leben verloren;
die weitgehende Zerstörung zahlreicher russischer und polnischer Städte, Dörfer und Industrieanlagen in den von Deutschland eroberten Gebieten;
die ebenfalls weitgehende Zerstörung der großen deutschen Städte. Deutschland war am 8. Mai 1945 nur noch eine Trümmerwüste: 2,25 Millionen Wohnungen waren völlig zerstört, 2,5 Millionen teilweise. Einige deutsche Städte waren in ihren Zentren bis zu 90 % zerstört, im Durchschnitt etwa zu 50 %. Der Schutt, den es wegzuräumen galt, wurde auf 400–500 Millionen m³ geschätzt. Als ein Berater des amerikanischen Präsidenten Roosevelt bei Kriegsende das zerstörte Berlin sah, sagte er nur: " Das ist ein zweites Karthago". [14]

Zu diesen eklatanten, aber für einen Krieg sozusagen "normalen" Verlusten kommen ungeheuerliche Vorgänge hinzu, die sich zwar im Schatten des militärischen Konflikts abspielten – und sich ohne ihn vermutlich nicht ereignet hätten –, die aber keinesfalls seine unvermeidliche Nebenfolge waren, sondern etwas darstellten, für das es in der Geschichte keinen Präzedenzfall gab. Hierzu gehörten vor allem:

der Tod von ca. sechs Millionen Männern, Frauen und Kindern, überwiegend jüdischen Glaubens, die ausschließlich wegen ihrer Eigenschaft als Angehörige dieser von den Nationalsozialisten als "minderwertig" eingestuften "Rasse" systematisch ermordet worden waren. [15]
der Tod von etwa 3,7 Millionen der insgesamt ca. 5,7 Millionen in deutsche Kriegsgefangenschaft geratenen russischen Soldaten. [16]
Zu diesem millionenfachen Massenmord kommt als weitere Einmaligkeit des Zweiten Weltkriegs hinzu der Tod Zigtausender von Arbeitern, die aus den von deutschen Truppen besetzten Territorien – hauptsächlich in Osteuropa – deportiert und zur Zwangsarbeit in Deutschland eingesetzt wurden. Vor allem diejenigen unter ihnen, die in den unterirdischen Werken der deutschen Rüstungsindustrie eingesetzt wurden, mussten unter unmenschlichen Bedingungen leben. Zigtausende von ihnen kamen ums Leben. [17]

Niemand hatte sich vorstellen können, dass in einem Land, das bis dahin für eine große Tradition in der Musik, der Dichtung, der Malerei und der Philosophie gestanden und daher das Attribut eines "Landes der Dichter und Denker" geführt hatte und im Übrigen als "deutscher Michel" den Ruf einer gewissen politischen Schlafmützigkeit genoss, Verbrechen dieses Ausmaßes hatten geschehen können, ohne dass die einheimisch

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